Logo GegenredeGegenRede 6

von Freerk Huisken

gsf – Freerk Huisken untersucht in seiner GegenRede Nr. 6 die „Chancengleichheit“ in Schule und Bildung. Er kommt u.a. zu dem Schluss:

Chancengleichheit hat also mit vernünftiger Organisation des Lernens nichts zu tun. Im Gegenteil, sie steht für die schulische Unvernunft, die das Lernen als Leistungslernen, also als Konkurrenzveranstaltung zwischen allen Schülern einer Klasse oder eines Jahrgangs veranstaltet.

Er setzt dagegen:

Würde man jedem Schüler und jeder Schülerin zum Lernen des Unterrichtsstoffes soviel Zeit, dazu die Mittel und Hilfestellungen einräumen, die sie jeweils benötigen, dann hätte sich die Sache mit der Chancengleichheit erledigt. Zur Aneignung von Wissen und Kenntnissen braucht es nämlich keine Chancen und schon gar keine gleichen Chancen. Die stören dann nur. Es braucht nur Umstände, die den individuellen Bedingungen des Lernenden entsprechen.

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1 Kommentar

  1. Wolfgang Buckow

    Freerk Huisken verweist auf den wunden Punkt in der ganzen Debatte um Chancengleichheit. Die kapitalistische Überformung aller Lebensbereiche erfordert fortgesetzt unsere Gegenwehr. Die Sehnsucht nach paradiesischen Zuständen wird uns aber nicht davon entbinden, unser irdisches Leben akzeptabel zu organisieren – und dazu gehören auch Konkurrenz und Leistung. Die Vorverlagerung dieser Prozesse bis ins Babyalter treibt dabei immer neue Sumpfblüten.
    Die Frage ist also eher, wie weit/lange wir Leistungskonkurrenz aus den Lernprozessen heraushalten können, um Wissen und Fähigkeiten der nachwachsenden Generation möglichst gut zu fördern. Am Ende bleibt das Auswahlverhalten.
    Jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen? In einer weltweit vernetzten Massengesellschaft mit vergleichbaren Tätigkeiten und begrenzten Ressourcen werden Auswahlverhalten + Abgrenzungsbedürfnisse immer wieder durchschlagen.