23. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Der Weihnachts- und Neujahrsbrief 2012/13 von Gerald Hüther · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , , ,

brief.pngLiebe Freunde, Verbündete im Geist oder einfach nur Interessierte an dem, was ich so treibe …

… Der 21. Dezember ist vorbei und die Welt ist nun doch nicht untergegangen. Es sieht so aus, als gehe alles so weiter wie bisher … Noch nicht einmal auf den Kalender der Maya kann man sich heutzutage noch verlassen. Auf die Versprechungen unserer politischen Anführer ja sowieso nicht, und auch sonst ist weit und breit kein Retter in Sicht, der uns aus dem Schlamassel herausführt, in das wir uns selbst hineinmanövriert haben oder der dem ganzen Theater kurzerhand ein Ende macht. So funktioniert Selbstorganisation: Irgendwann bleibt dem Einzelnen nichts anderes mehr übrig, als das Ruder selbst in die Hand zu nehmen und sich endlich auf das zu verlassen, was nicht von Außen kommt, sondern was sich von Innen, aus ihm selbst heraus zu Wort meldet: auf den Ruf seiner eigenen inneren Stimme. Denn in uns allen gibt es ein tief verankertes Wissen darüber, wie es eigentlich sein müsste, was richtig wäre. Sonst würden wir ja gar nicht merken, wenn etwas nicht so ist, wie es sein sollte. … weiter

Zur Bedeutung von Zeiträumen zum Lernen im Unterricht

von Michael Görtler

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©Foto: knipseline / www.pixelio.de

Für Lehrerinnen und Lehrer gehört Zeitknappheit vielfach zum Alltag. Im Spannungsfeld von Lehr- und Stundenplan muss der Stoff bis zum Jahresende ‚durchgepeitscht’ werden, egal ob noch Fragen bei den Schülerinnen und Schülern offen bleiben. Die Beschleunigung von Bildungs- und Lernprozessen, die sich nicht zuletzt an den Standardisierungsbemühungen der Bildungspolitik manifestiert – die Stichworte heißen hier ‚Bildungsstandards’ und ‚Kompetenzen’ sowie ‚PISA- und G8-Reform’ – wird vielerorts mit Skepsis betrachtet. Nicht wenige Theoretiker wie Praktiker befürchten die Reduktion von Bildung auf ein Mindestmaß, damit Zeit im Ausbildungsprozess gespart werden kann und junge Menschen möglichst früh dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Dieser Beitrag möchte sich in gebotener Kürze mit diesen Entwicklungen auseinander setzen und darauf aufmerksam machen, dass in vielen Fällen eigentlich das Gegenteil wichtig wäre, nämlich Zeiträume zum Lernen zu schaffen, um den Kindern und Jugendlichen Zeit zu lassen. … weiter

23. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Lieber Klaus Wenzel, herzlichen Dank für deine deutliche Stellungnahme … · Kategorien: Standpunkte · Tags: , , , , ,

gsf – Kurz vor Beginn der Weihnachtsferien hat Klaus Wenzel, Vorsitzender des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV e.V.), eine Stellungnahme verfasst. Das Thema lautete:

Bayerns Schulsystem ist ungerecht und ausgrenzend – das befördert politische Radikalismen

Die GEW Ansbach hat diese Pressemitteilung und die schroffe, ja fast panikartige Entgegnung des Bay. Kultusministeriums bereits auf ihrer Webseite veröffentlicht. Auch wenn es sich um "bayerische Vorgänge" handelt, empfehlen wir unseren "bundesweiten" LeserInnen die Lektüre von Klaus Wenzels Stellungnahme und der "Antwort" des Ministeriums. Die Thematik ist von bundesweiter Bedeutung. Hier ist der Link zur Seite der GEW Ansbach, auf der Klaus Wenzels Erklärung nachzulesen ist und die Antwort des Bayerischen Kultusministeriums aufgerufen werden kann:

http://www.gew-ansbach.de/2012/12/du-musst-draussen-bleiben/

Logo Infobrief

 

Hans Grillenberger von der Redaktion AUSWEGE hat Klaus Wenzel nun einen offenen Brief zu dem ganzen Vorgang  geschrieben:

 

Lieber Klaus Wenzel,

herzlichen Dank für deine deutliche öffentliche Stellungnahme zum Thema "Selektion im Schulsystem und Radikalisierung der Gesellschaft".

Zunächst war zu erwarten, dass von Ministeriumsseite dein aufgezeigter Zusammenhang ganz entrüstest  als unsinnig und Entgleisung zurückgewiesen wird. Was allerdings "die Frösch zum Weiher naushaut", ist die GEMEINSAM formulierte Empörung von RS-Lehrerverband, Philologen, kath. Erziehern etc. (Der Arbeitsgemeinschaft bayerischer Lehrerverbände (abl) gehören der Bayerische Philologenverband (bpv), der Bayerische Realschullehrerverband (BRLV), die Katholische Erziehergemeinschaft in Bayern (KEG) und der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB) an. Anm. d. Red.)

Ich teile voll und ganz deine Meinung und möchte dich ermutigen, im entfachten Streit nicht still zu halten..

Ich kenne nicht die Quoten an Neonazis in Bayern und sonstwo, auf die das Kultusministerium hinweist und die bayerischen Verhältnisse als Gott-sei-Dank-harmlos lobt. Darum geht es aber nicht. Ehe sich Einstellungen, Weltbilder politisch strukturieren, beginnt ja schon sehr weit vorher eine gefährliche Spaltung der Gesellschaft mit ihren Rassismen. Wir sollten uns alle mal unter Schülern aus den verschiedenen Schultypen umhören, welches Ausmaß an Neid, Belächeln, Minderwertigkeitsgefühlen, Arroganz aufgrund der Selektierung anzutreffen ist.

Ob Haupt-/Mittelschüler die aufgestiegenen Freunde in RS und Gym als "was Besseres" oder als "Besserwisser" beneiden und oft abschreiben, die Schüler am Gymnasium Haupt/-Mittelschüler als die armen Zurückgebliebenen belächeln oder nur bemitleiden oder Realschüler sich als Gott-sei-Dank-von-der-Hauptschule-Davongekommene sehen, hier beginnen Weltbilder sich zu formen, in denen Achtung, Wertschätzung und Solidarität verloren gehen. Eltern mit all ihren Ängsten, ihrem Statusdenken und Versagensängsten verstärken diese von den Strukturen des Systems produzierte Entfremdung der Menschen voneinander.

Diese Erfahrung der Kinder und Jugendlichen, dass sie sich fremd werden, schafft genau das Klima, vor dem du warnst. Wenn sich dann Einstellungen politisch strukturieren entweder als Rechtsradikalismus oder als sogenannter Liberalismus ("Eure Armut kotzt uns an"), ist vorher schon so viel Mitmenschlichkeit verhärtet und erstickt. Ich fürchte, diesen schleichenden Spaltungsprozess der Gesellschaft können Spaenle u.a. nicht wahrnehmen. Sie haben sich in ihrer Wagenburg mit politischen Ideologien ebenso eingebunkert wie diejenigen, die offen ihre Gewaltphantasien zur Schau tragen.

Ich wünsche dir viel Gelassenheit und Herzenskraft im Umgang mit all den Menschen, die von den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen entkoppelt sind.

Schöne Feiertage

Hans Grillenberger
Stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes Ansbach der GEW
Redakteur beim Online-Magazin "AUSWEGE – Perspektiven für den Erziehungsalltag"

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Auch Heinz Kreiselmeyer schickte uns seine Stellungnahme zu …

 

Warum diese Aufregung? Da geht endlich einmal der BLLV-Präsident mutig voran, um den Dingen auf den Grund zu gehen und schon sieht er sich von Seiten des Kultusministeriums und anderer Lehrerverbände massiven Attacken ausgesetzt. Wie erbärmlich!

… und folgenden Leserbrief schrieb er an die Süddeutsche Zeitung:

Es könnte bald zu spät sein
Das Kultusministerium spricht von einer „einzigartigen politischen Entgleisung“. Worin aber liegt diese „einzigartige Entgleisung“? Ist diese nicht dem Kultusministerium und den Lehrerorganisationen zuzuordnen, die sich außerstande sehen, sich auf diesen notwendigen Diskurs endlich einzulassen? Es wird höchste Zeit, dass wir angesichts der zunehmenden Radikalisierung in unserer Gesellschaft diese Diskussion ernsthaft führen. Es könnte sonst bald zu spät sein.

23. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Sitzenbleiben? · Kategorien: Standpunkte · Tags:

Dass es das Sitzenbleiben noch immer gibt, ist unglaublich und fast schon skandalös. Wenn ein Schüler in einem Fach nicht ausreichende Leistung zeigt, muss er alle anderen Fächer ein ganzes Jahr wiederholen, in denen er eventuell gute oder sogar sehr gute Leistungen erzielt hat.

Prof. Dr. Thomas Götz in einem Interview mit dem Titel „Gemeinsam lernen – individuell fördern“ auf der Website der Uni Konstanz. Siehe dazu den Beitrag in diesem Magazin: Gemeinsam lernen – individuell fördern

23. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Große Mehrheit der Bevölkerung lehnt Beschneidungsgesetz ab · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , ,

Mitteilung: Mogis e.V.

Das vom Bundestag mit großer Mehrheit beschlossene Gesetz zur Beschneidung von Jungen wird von 70 Prozent der Deutschen abgelehnt. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts Infratest dimap im Auftrag des “Facharbeitskreises Beschneidungsbetroffener im Verein MOGiS e.V. – Eine Stimme für Betroffene”, die der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” vorliegt. Nur 24 Prozent der Befragten hielten das Gesetz demnach für richtig.

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22. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Gemeinsam lernen – individuell fördern · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie · Tags: , ,

Mikrophon.gif„Im Gespräch“ mit Prof. Dr. Thomas Götz

Mitteilung: Universität Konstanz

Immer wieder kocht sie derzeit hoch, die Diskussion über Vor- und Nachteile von Gemeinschaftsschulen. Prof. Dr. Thomas Götz ist Inhaber der Brückenprofessur für Empirische Bildungsforschung an der Universität Konstanz sowie an der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PHTG), Schweiz, und arbeitet als Experte an der Schulentwicklung in Konstanz mit.

Vor einer zu schnellen Einführung der Gemeinschaftsschule warnt Thomas Götz eindringlich: „Das G8 hat gezeigt, was es bedeutet, Schulreformen überstürzt einzuführen“, sagt der Bildungsforscher. Im Interview unter http://www.uni-konstanz.de/imgespraech äußert er sich zu den Chancen der Gemeinschaftsschule und der Rolle des Unterrichts. … weiter

Direkt zum Interview mit Prof. Götz

 

20. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Die Macht der Verdrängung · Kategorien: Daten und Fakten · Tags: , ,

Psychologen der Universität Jena stellen Theorie Sigmund Freuds systematisch auf den Prüfstand

Mitteilung: Friedrich-Schiller-Universität Jena

Wer unangenehme Gefühle permanent unterdrückt, wird über kurz oder lang krank. Das postulierte bereits Ende des 19. Jahrhunderts der „Vater“ der Psychoanalyse Sigmund Freund. Obwohl häufig zitiert und in der Alltagspsychologie mittlerweile fest verankert, stand der wissenschaftliche Beweis für die Richtigkeit dieser These bislang aus.

„Die Forschung zum direkten Zusammenhang zwischen der Verdrängung negativer Emotionen und dem Auftreten physischer Symptome und Beschwerden beruht bisher auf vielen teils widersprüchlichen Einzelbefunden“, erklärt Prof. Dr. Franz J. Neyer von der Friedrich-Schiller-Universität Jena diese Forschungslücke. Zwar seien Spekulationen vor allem in der populärwissenschaftlichen Literatur weit verbreitet, so der Psychologe. „Doch ob Menschen, die negative Gefühle vermeiden, tatsächlich häufiger unter körperlichen Krankheiten leiden als andere, ist bislang nicht nachgewiesen worden.“ … weiter

Quelle: PM v. 21.11.2012 – Uni Jena/idw

19. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Mit Apps durch die Pubertät · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , , , , , ,

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Gedanken zum Aufwachsen im technisierten Zeitalter

von Joscha Falck

… Tagtäglich können wir es auf den Straßen beobachten und auch in Schulen ist es allgegenwärtig: Ohne Smartphone und das dazugehörige Universum an Apps geht heute nichts mehr. Meist geht es um ständige Erreichbarkeit per Facebook oder den Nachrichtendienst Whats App. Und jetzt der neueste Schrei: Eine Wahrheit oder Pflicht App. … weiter

©Foto: Günter Havlena / www.pixelio.de

18. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Schwarzer Tag für Kinderrechte: Gesetz zur religiös motivierten Beschneidung mit heutigem Beschluss des Bundestages durchgepeitscht · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , ,

Mitteilung: Deutsche Kinderhilfe e.V.

„Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt…, das gilt offensichtlich nicht für die Bundesregierung und die Mehrheit im Bundestag, die mit ihrem heutigen Beschluss gegen alle Bedenken von Kinderrechtlern und Medizinern die Legalisierung der rituellen Genitalbeschneidung durch Laien an nichteinwilligungsfähigen Jungen ohne medizinische Begründung noch in diesem Jahr durchpeitschen will“ kritisiert Rolf Stöckel, Vorstandssprecher der Deutschen Kinderhilfe. Weiterlesen »

17. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Besoldung für Beamte nach Dienstaltersstufen europarechtswidrig · Kategorien: Paragraphenreiter · Tags: , ,

(OVG LSA) Oberverwaltungsgericht hält die Besoldung für Beamte nach Dienstaltersstufen auf der Grundlage des Lebensalters für europarechtswidrig – Land muss nachzahlen

Mitteilung: Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt

Das Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt hat mit Urteil vom 11. Dezember 2012 das bis zum 31. März 2011 geltende Besoldungsrecht in Sachsen-Anhalt wegen Verstoßes gegen das europarechtliche Diskriminierungsverbot beanstandet und das Land verpflichtet, dem Kläger ca. 10.000,00 Euro Besoldung nachzuzahlen. … weiter

Quelle:
OVG LSA, Urteil vom 11. Dezember 2012 – 1 L 9/12 –
VG Halle, Urteil vom 28. September 2011 – 5 A 349/09 HAL –

Pressemitteilung Nr.: 017/2012 v. 13. 12.2012
Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt
www.justiz.sachsen-anhalt.de/ovg

Weitere Links zum Thema:Altersdiskriminierung: Mehr Geld auch für junge Beamte (Stiftung Warentest)

Anmerkung d. Red.: Wir empfehlen allen KollegInnen, die beabsichtigen, bei ihren jeweiligen Bezügestellen Nachforderungen einzureichen, vorher bei ihren Kreis- bzw. Landesverbänden der GEW oder anderer Verbände genauere Informationen einzuholen.