05. Februar 2012 · Kommentare deaktiviert für Erklärfilme für den Unterricht · Kategorien: Materialsammlungen, Medien, Werkzeugkiste: · Tags: , , ,

Das wissenschaftliche Projekt „explainity“ an der Leuphana Universität Lüneburg – gesellschaftlich relevante Themen für jedermann verständlich aufbereitet

von G. Schmidt-Falck

"Die Welt, in der wir leben, wird immer komplexer. Innerhalb nur weniger Tage wird die Bonität Frankreichs von einer Rating-Agentur herabgestuft, droht dem griechischen Staat die Insolvenz und meldet ein Atomkraftwerk in Japan eine Kernschmelze. Der Nachrichtenkreislauf dreht sich immer schneller, das Problem dabei: Viele Menschen verstehen die Nachrichten nicht mehr. Das Phänomen „overnewsed but underinformed“ betrifft dabei nicht nur Journalisten und Bürger, sondern auch Unternehmen, Organisationen und Behörden. Auch sie haben aufgrund komplexer gewordener Produkte und Dienstleistungen einen erhöhten Informationsbedarf, die Erklärungen müssen dennoch verständlich bleiben.

An diesem Punkt setzt „explainity“ an: Das wissenschaftliche Projekt entwickelt Konzepte, wie mit stark reduzierten gestalterischen Mitteln komplexe Sachverhalte auf ihren Kern reduziert werden können. … Auf visueller Basis – vom Stoptrickfilm bis hin zur physischen Visualisierungshilfe – werden gesellschaftlich relevante Themen für jedermann verständlich und kurzweilig aufbereitet und damit ein Bezugsrahmen für die alltägliche Informationsüberfrachtung geschaffen."

So lautet die Projektbeschreibung von "explainity" auf der Seite der Leuphana Universität. Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet: "Der explainity-Film "Ratingagenturen einfach erklärt" belegte den 1. Platz beim Deutschen Wirtschaftsfilmpreis 2011 in der Kategorie 4 – Filmische Darstellungen von Berufsanfängern/Studenten."

Die Filme "erklären" unter anderem folgende Themen:

Euro-Krise, Nahostkonflikt, Börsenkurs, Anleihen, Gefahren sozialer Netzwerke, Staatsverschuldung, Aktien, Geld, Fonds, Gesetzliche Sozialversicherung, Occupy Wall Street vs. Tea Party, Inflation, Euro-Bonds, Organspende, Vereinte Nationen u.a.

Strickmuster der Filme

Der Aufbau der Filme erfolgt immer nach dem gleichen Strickmuster: Der komplexe Inhalt wird auf sein Gerüst reduziert, um einen Überblick zu vermitteln. Gezeichnete Bilder, Organigramme, Pfeile, Beschriftungen stellen den Sachverhalt dar und werden von einer Hand auf eine imaginäre weiße Tafel geschoben bzw. wieder entfernt. Die Anordnung der "Grafiken" ermöglicht das Erfassen der Zusammenhänge.

Damit lassen sich inhaltliche Prozesse in Politik, Finanzwelt, Geschichte und Gesellschaft in Einzelteile zerlegen. Die Entstehungsgeschichten und Zusammenhänge werden "plastisch" greifbar, vermitteln einen Überblick.

Der Einsatz im Unterricht

Die Filme können als Informationsgrundlage zum Thema oder auch als Unterrichtseinstieg verwendet werden. Spielt man den Film ohne Ton ab, können die SchülerInnen nach einer Erarbeitungsphase, in denen sie z.B. schriftliches Infomaterial in Einzel- oder Gruppenarbeit auswerten, eine Versprachlichung des Films entwerfen. Der Unterrichtsstoff kann auch mit Hilfe eines Fragenkatalogs zum Film von den SchülerInnen bearbeitet werden. Selbst zur Lernzielkontrolle taugen die Filmchen.

Damit können alle Streifen von der Hauptschule bis zum Gymnasium sinnvoll eingesetzt werden. In der Oberstufe des Gymnasiums sind die Streifen gut geeignet, um inhaltlich unkritisch dargestellte Positionen zu hinterfragen. In der Hauptschule wird die Lehrkraft eher froh sein, wenn zumindest  das Thema vom Gerüst her erfasst wurde.

Alles in allem ein gelungener, echter Service von StudentInnen für geplagte Lehrkräfte.

Hier geht es zur Explainity-Übersichtsseite der Filme

 

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