30. März 2012 · Kommentare deaktiviert für Soziale Ungleichheit und politische Partizipation in Deutschland · Kategorien: Kultur- und Lebenswege, Peripherie · Tags: ,

Grenzen politischer Gleichheit in der Bürgergesellschaft

Studie: Otto Brenner-Stiftung/Sebastian Bödeker

Im Sommer 2010 protestierten mehrere zehntausend Menschen gegen den Neubau des Stuttgarter Hauptbahnhofes. Obwohl sich der Protest in der Sache gegen ein lokales Infrastrukturprojekt wendete, reichte seine Ausstrahlungskraft weit über Stuttgart und Baden-Württemberg hinaus. Der Konflikt um „Stuttgart 21“ wurde zum Katalysator für die schwelende Unzufriedenheit mit der parlamentarischen Demokratie in Deutschland.

Seitdem wird intensiver über Volksentscheide, Bürgerforen, die Kontrolle politischer Eliten, Lobbyismus, Politikverdrossenheit und vieles mehr diskutiert, kurzum, über die Funktionsweise der Demokratie insgesamt. Der Protest gegen „Stuttgart 21“ wird in diesem Kontext häufig als Beleg einer starken und selbstbewussten Bürgergesellschaft ins Feld geführt, in der Bürgerinnen und Bürger sich aktiv für die Gestaltung ihrer Lebensräume einsetzen. Nicht ganz zu Unrecht wird auf die Probleme parlamentarischer Demokratie hingewiesen und mehr Möglichkeiten für die direkte Beteiligung von Bürger/-innen werden eingefordert. …

Download der Studie

Quelle:
Otto Brenner Stiftung
www.otto-brenner-shop.de/


Anm. d. Red. Der Beitrag wurde überarbeitet. Bei der "neuen" Studie handelt es sich um die aktuelle Version:
OBS-Arbeitspapier Nr. 1: Soziale Ungleichheit und politische Partizipation in Deutschland v. 1.2.2012

30. März 2012 · Kommentare deaktiviert für Besser als ihr Ruf · Kategorien: Daten und Fakten · Tags: , ,

Angehende Lehrer haben bessere soziale Kompetenzen als häufig vermutet

Mitteilung: Uni Münster

Angehende Lehrerinnen und Lehrer sind – so ein gängiges Vorurteil – nur bedingt für diesen Beruf geeignet, weil ihnen beispielsweise die notwendigen sozialen Kompetenzen fehlten. Das werde auch durch die Ausbildung an den Universitäten nicht aufgefangen, so dass Lehramtsstudierende in der Praxis heillos überfordert seien. Der münstersche Erziehungswissenschaftler Dr. Martin Rothland hat dieses Klischee nun widerlegt.

Dazu hat er knapp 1000 Lehramtsstudierende verschiedener Universitäten sowie Studierende der Rechtswissenschaft und der Medizin befragt. "Bisherige Studien bezogen sich nur auf Lehramtsstudierende. Die Frage, ob angehende Lehrkräfte gerade im Bereich der sozialen Kompetenzen typische Defizite aufweisen, lässt sich aber nur im Vergleich mit anderen Studierendengruppen beantworten", erklärt Martin Rothland seinen Ansatz. "Soziale Kompetenz" ist ein Konstrukt, das von Wissenschaftlern unterschiedlich definiert wird. Martin Rothland befragte die Studierenden zu ihrer Selbsteinschätzung in den Bereichen Kooperationsfähigkeit, soziale Verantwortung, Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit und situationsgerechtes Auftreten.

Klares Ergebnis: Die künftigen Lehrer weisen hoch ausgeprägte soziale Fähig- und Fertigkeiten auf. Die behaupteten lehramtstypischen Defizite zeigen sich im Vergleich mit den angehenden Ärzten und Juristen nicht. Im Gegenteil: Die Lehramtsstudierenden weisen beispielsweise im Vergleich eine höhere Kooperationsfähigkeit auf. Schwächen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten sehen insbesondere die Lehramtsstudentinnen vor allem in Bezug auf die Empfindlichkeit bei sozialer Frustration, gefolgt von der Entwicklung der Selbstbehauptung und Konfrontationskompetenz.

Bringen die Studierenden ihre Kompetenzen mit, oder erlernen sie sie erst während des Studiums? "Der Grad des wahrgenommenen Kompetenzzuwachses ist nicht besonders hoch, aber die Studierenden sehen durchaus, dass ihre sozialen und kommunikativen Fähigkeiten durch das Studium zunehmen", sagt Martin Rothland. "Es stellt sich allerdings die Frage: Wird das systematisch vermittelt, oder ist die Weiterentwicklung sozialer Kompetenz eher ein Nebenprodukt der Arbeit in Seminaren oder der Kooperation in studentischen Arbeitsgruppen?"

Keine Frage ist es für den Erziehungswissenschaftler, dass es in der ersten Phase der Lehrerbildung noch Entwicklungsbedarf in puncto sozialer Kompetenz gibt. "Im Studium der Rechtswissenschaften sowie der Humanmedizin", betont Martin Rothland, "erscheint dieser Entwicklungsbedarf allerdings wesentlich höher."

Pressemitteilung v. 30.3.2012
Brigitte Nussbaum
Westfaelische Wilhelms-Universität Münster
Quelle: http://idw-online.de/pages/de/news470405

29. März 2012 · Kommentare deaktiviert für Verbeamtung von Lehrern: Altersgrenzen sind wirksam · Kategorien: Paragraphenreiter · Tags: ,

Eine Altersgrenze von 40 Jahren für die Einstellung und Übernahme in das Beamtenverhältnis als Lehrer ist mit Verfassungsrecht und Europarecht vereinbar. Beamtenrechtliche Einstellungsaltersgrenzen stellen zwar eine Ungleichbehandlung dar. Sie dienen jedoch dem legitimen Ziel, im Hinblick auf den Anspruch der Ruhestandsbeamten auf lebenslange Versorgung ein angemessenes Verhältnis zwischen aktiver Dienstzeit und Ruhestand herzustellen.

Bundesverwaltungsgericht, Urteile vom 23. Februar 2012 – 2 C 76.10, 79.10 und 2.11

aus: einblick – gewerkschaftlicher Info-Service (DGB) 5/2012

29. März 2012 · Kommentare deaktiviert für Forschungsoffensive gegen Leseschwäche in der Grundschule · Kategorien: Daten und Fakten · Tags: ,

Mitteilung: Uni Kassel/Uni Gießen

Wissenschaftler der Universitäten Kassel und Gießen entwickeln ein psychologisch fundiertes Trainingsprogramm, um die Lesefähigkeit von Schülern in der Primarstufe zu fördern und zu verbessern. … weiter

Quelle: PM v. 19.3.2012 – Uni Kassel/Uni Gießen

 

weitere Artikel zum Thema: 

Mit Training im Kinderhirn die Lesefähigkeit aufbauen

28. März 2012 · Kommentare deaktiviert für Größe: Auf den Hunger kommt es an · Kategorien: Standpunkte · Tags:

Mitteilung: Uni Würzburg

Macht Fasten sensibel? Beeinflusst Hunger die Wahrnehmung? Und wenn ja, wie? Diese Fragen haben die Würzburger Sozialpsychologen Sascha Topolinski und Philippe Türk Pereira experimentell untersucht. Das Ergebnis ihrer Studie dürfte die Anhänger des Fastens bestärken.

Menschen, die fasten, schwärmen davon: Hungern erhöhe die Sensibilität für Gerüche und Geschmäcker. Selbst ein Stück Apfel werde zum Festmahl, habe man vor dem Verzehr nur ausreichend gehungert. Ob das tatsächlich stimmt, haben die Sozialpsychologen Dr. Sascha Topolinski und Dr. Philippe Türk Pereira untersucht. … weiter

Quelle: PM v. 28.2.2012 – Uni Würzburg/idw

28. März 2012 · Kommentare deaktiviert für Sinus-Studie: Jugendliche aus prekären Verhältnissen werden ausgegrenzt · Kategorien: Daten und Fakten, Lesezeichen · Tags: , , ,

Sinus-Studie „Wie ticken Jugendliche 2012“ erschienen / qualitative Studie identifiziert sieben Lebenswelten von 14- bis 17-Jährigen in Deutschland

Mitteilung: Bundeszentrale für politische Bildung

Auf unsichere Berufsaussichten und Leistungsdruck reagieren Jugendliche in Deutschland mit Pragmatismus statt Protest – und dem Streben nach mehr Sicherheit. Sozial benachteiligte, leistungsschwächere Jugendliche bekommen eine zunehmende Entsolidarisierung zu spüren. Das sind zentrale Ergebnisse der neuen Sinus-Jugendstudie, die von den auftraggebenden Organisationen und den Autoren am 28.3.2012 in Berlin vorgestellt wird. … weiter

Download des Factsheets der Sinus-Jugendstudie

Quelle: PM v. 28.3.2012 – bpb
www.bpb.de


siehe auch die Pressemitteilung der bpb mit Bestellhinweisen: ► Sinus-Studie: Wie ticken Jugendliche? 2012

27. März 2012 · Kommentare deaktiviert für Babys können früh gezielt handeln – Augenbewegungen erlauben Einblicke in frühkindliche Entwicklung · Kategorien: Daten und Fakten · Tags: ,

Mitteilung: Bernstein Koordinationsstelle/Nationales Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience

Frankfurt – Säuglinge können viel früher gezielt handeln, als dies die Entwicklungspsychologen bisher wussten: Schon im Alter von sechs Monaten ist das Gehirn von Babys weit genug entwickelt, damit diese durch Blickbewegungen zielgerichtete Handlungen durchführen können. … weiter

26. März 2012 · Kommentare deaktiviert für Unterrichtsmaterial zu überlebenden NS-Kinderopfern · Kategorien: G-So-Ek, Materialsammlungen · Tags: , , ,

Mitteilung: Uni Kassel und Internationaler Suchdienst (ITS) Bad Arolsen

Salek Benedikt ist 15 Jahre alt, als der Kindersuchdienst 1945 für ihn nach überlebenden Verwandten sucht: Schicksale wie seines stehen im Zentrum der jetzt vom Internationalen Suchdienst Bad Arolsen und Uni Kassel entwickelten Unterrichtsmaterialien. … weiter

Quelle: PM v. 21.3.12 – Uni Kassel/ITS

Folgende Lernstationen werden als pdf-Dateien (kostenlos) angeboten:

„Ich wusste nicht, wer meine Eltern waren.“

Station 1: Der Lebensborn und die NS-Rassenideologie
Station 2: „Ich bin ins Dunkle gefahren." Zwangsarbeit im NS-Deutschland
Station 3: UNRRA – eine Hilfsorganisation der Vereinten Nationen
Station 4: Displaced Persons und alliierte Nachkriegspolitik
Station 5: Sofia und Janusz Karpuk – nach Deutschland verschleppt
Station 6: Elfriede Kolbakowska – Kind einer Zwangsarbeiterin
Station 7: Salek Benedikt – Überlebender des Holocaust
Station 8: Jankiel Klaimann – ein Neuanfang im Kinderzentrum Indersdorf

zur Downloadseite der Lernstationen

 

26. März 2012 · Kommentare deaktiviert für Aktion 18. März · Kategorien: Peripherie

Die Aktion 18. März ist eine Bürgerinitiative, die 1978 unter der Schirmherrschaft des ehemaligen Regierenden Bürgermeisters von Berlin-West, Heinrich Albertz und der Schriftstellerin Ingeborg Drewitz gegründet wurde. Sie schlug vor, den 18. März in Erinnerung an die Märzrevolution von 1848 in beiden deutschen Staaten zum gemeinsamen Feiertag zu erklären. … Jetzt kommt es darauf an, den 18. März wenigstens zum Nationalen Gedenktag zu erstreiten.

 

Antragsvorschlag

Erklärung des 18. März zum Nationalen Gedenktag in Deutschland

Ich möchte dich über einen Aufruf informieren, dass der 18. März Nationaler Gedenktag in Deutschland wird.

Ich/wir möchte(n) dich/euch auf einen Aufruf hinweisen, dass der 18. März Nationaler Gedenktag in Deutschland werden soll.

Wir (der Landtag/die Bürgerschaft) fordern die Landesregierung/den Senat auf, eine Initiative in den Bundesrat einzubringen, damit der 18. März zum nationalen Gedenktag erklärt wird.

Begründung

Der 18. März 1848 ist einer der bedeutendsten Tage in der deutschen Demokratiegeschichte. Er steht stellvertretend für den 27. Mai (Hambacher Fest 1832), den 18. Mai (Frankfurter Paulskirche 1848), den 27. Dezember (Verabschiedung der Grundrechte 1848) und nicht zu vergessen: die vielen Daten der Revolution in Baden 1848/49. Der 18. März ist ein Tag, auf den sich alle demokratisch gesinnten Menschen leidenschaftlich berufen können. Er war zugleich ein Höhepunkt des Kampfes für ein freies parlamentarisches Leben in Deutschland. – Dieser Tag ist ein Symbol für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.

Am 18. März 1848 kapitulierte das Militär des preußischen Königs vor den Kämpfern für Freiheit und Demokratie. Die Märzrevolution war Teil einer europaweiten Bewegung gegen Fürstenwillkür und Absolutismus. Diese Epoche ist als Völkerfrühling bekannt.

Der Revolutionsdichter Ferdinand Freiligrath hat den Geist dieser Zeit zusammengefasst: „Es kommt dazu trotz alledem, dass rings der Mensch die Bruderhand dem Menschen reicht“ und „Wir sind das Volk, die Menschheit wir“.

Mit der Forderung, den 18. März zum Gedenktag zu erklären, soll an diesen humanen Geist angeknüpft werden.

Erklärung der Unterstützung über das Kontaktformular

Weitere Informationen zur Aktion 18. März

 

25. März 2012 · Kommentare deaktiviert für Unterrichtsmaterial zu den Tarifverhandlungen · Kategorien: AL-Wirtschaft-Technik, Werkzeugkiste: · Tags: ,

Der Artikel wurde überarbeitet und verlegt nach:

►http://www.magazin-auswege.de/2013/02/tarifverhandlungen-2/

Die bearbeitbaren Dateien "Tarifverhandlungen.doc" und "Tarifverhandlungen.odt" finden sich auf der Seite des neuen Links!

 

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