GegenRede 22 von Freerk Huisken

In ihren Urteilen über die Bedeutung der Hirnforschung für Schule und Erziehung sind deren Vertreter inzwischen etwas zurückhaltender geworden. Während sie früher wie pädagogische Heilsbringer aufgetreten sind, die alle Lehrerprobleme lösen könnten, scheinen sie inzwischen gemerkt zu haben, dass ihre Ratschläge zu den Allerweltsweisheiten schulischer Erziehung gerechnet werden und gestehen ein, dass „aktuelle Neurowissenschaft auf dem Gebiet der praktisch-pädagogischen Erfahrung bisher nicht mehr herausgebracht hat, als erfahrene Pädagogen schon wussten“. … weiter

 

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3 Kommentare

  1. Gut, dass Auswege immer wieder mal Texte zur Hirnforschung veröffentlicht. Sie erklärt uns viele Vorgänge im Gehirn, ich erkenne aber auch die Gefahren, die der „Hirnforschungsboom“ mit sich bringt und überprüfe kritisch immer wieder die Aussagen der Hirnforscher.
    Was Autor Freerk Huisken in seinem Artikel „Über die Untauglichkeit der Hirnforschung als Ratgeberin in Bildungsfragen“vom 22.5.2012 jedoch verfasst hat, ist schon sehr einfach und liest sich wie ein Glaubensbekenntnis eines religiösen Eiferers. Kaum stößt Huisken auf den Begriff Frustrationstoleranz, schnappt seine ideologische Falle zu. Angeblich sollen die Kinder nur angepasst werden, ihre Interessen unterdrücken und sich unterwerfen müssen, wenn sich ihre Frustrationstoleranz vergrößert.
    In meiner 3. Klasse habe ich 24 Kinder sitzen. Über die Hälfte kann nicht konzentriert im Unterricht mitarbeiten und auf die Mitschüler eingehen. Ich finde, es wird Zeit, dass die Schüler lernen, ihre Impulse besser zu steuern. Die stören sonst nämlich die anderen 12, die selbstbestimmt lernen wollen. Ich habe manchmal den Eindruck, da sitzen nur Egomanen vor mir.
    Kann es sein, dass der Autor keine Ahnung davon hat, was in der Schule abläuft? Ich empfehle jedem Leser den Neujahrsgruß von Hüther in Auswege, damit das Bild, das Huisken von der Hirnforschung gezeichnet hat, relativiert wird.
    Jo G.

    Anm. d. Red.: Gemeint ist der Weihnachts- und Neujahrsbrief 2011 von Gerald Hüther: Lesen

  2. Wirklich, ein „toller“ Kommentar „J.G.“:

    „ist schon sehr einfach“
    „wie ein Glaubensbekenntnis“
    „religiösen Eiferers“
    „ideologische Falle“
    und die Spitze, ein allfälliges Totschlagsargument, das stets zwingend und immer mal wieder kommt, der Praxisbezug:
    „der Autor keine Ahnung davon hat, was in der Schule abläuft“
    Fürwahr, immer mal wieder schön, solch „kompetenten“ Kommentar, eines Lehrers, der mit 24 Schülern offenbar doch etwas mehr als nur ein Problem hat, nämlich genau 12, diese mit exact der Hälfte, mithin 50%, als „Egomanen“ bezeichnet, lesen zu dürfen… Diese Kinder finden wohl mein Bedauern…

  3. Hallo SirToby, in welches Fettnäpfchen bin ich denn da getreten?
    Mir ist es sehr wichtig, dass sich einer auskennt in der Schule, wenn er darüber schreibt. Ich wollte auch auf den Text von Hüther hinweisen, weil ich den für sehr kompetent halte. Nichts für ungut, Jo.