Von Hilmar Vogel

Anna ist 10 Jahre alt und kommt in die 4. Klasse – und wie sagen ihre Eltern so schön: „Jetzt geht’s um die Wurscht!“. Der Druck auf Eltern, Kinder und Lehrer wächst: So wird gelernt, gepaukt, geübt und manchmal fließen auch Tränen, wenn eben gar nichts mehr geht. Am Schluss muss der nötige Durchschnitt her, ansonsten landet Anna vielleicht in der falschen „Bildungsschublade“ und nicht auf dem Gymnasium. Muss das so sein? … weiter

1 Kommentar

  1. FRANZ ANGER

    Arbeitsmarktkonforme Schule? Weil die "Arbeitswelt" flexible, spezialisierte und gut ausgebildete Menschen erwarte, engagiert sich der Kollege Hilmar Vogel als Ausbildungspirat für ein "flexibles Schulsystem". Mittels Kurssytem ab der 7. Klasse sollen die Schülerinnen und Schüler gemäß ihren Fähigkeiten auf drei "Levels" für die Anforderungen des Arbeitsmarktes ausgebildet werden. Dergestalt emanzipiert der Ausbildungstechnokrat das hiesige Schulsystem piratenmäßig von den kümmerlichen Resten des Humboldt'schen Bildungsideals, wonach die Schule die jungen Menschen dergestalt "bilden" (sic!) soll, dass sie als vielseitige Individuen ihr Leben bewältigen können. Mit diesem antiquierten Bildungsideal will Kollege Vogel, der in der Piratenpartei engagiert ist, anscheinend radikal und marktkonform zugleich aufräumen. Seine Flexibilisierung des Schulsystems ist nämlich eine Radikalisierung dessen, was der Staatsapparat den Lehranstalten der Marktwirtschaftsdemokratie als zentrales Lehrziel ohnehin verordnet hat: Die Schülerinnen und Schüler sollen so zugerichtet und selektiert werden, dass sie in den qualitativ verschiedenen Berufen der marktwirtschaftlichen Arbeitswelt als Humankapital effizient vernutzt werden können, um die Unternehmerpofite zu maximieren.

    PS: Dass Kollege Vogel dieses marktkonforme Ungemach bewusst befördern will, vermag ich allerdings nicht zu glauben.