Studie mit Konstanzer Beteiligung belegt, dass geringerer Bildungserfolg muslimischer Kinder weder an ihrer Religiosität noch an Diskriminierungen an Schulen liegt

Mitteilung: Universität Konstanz

Eine am 23.10.2017 in Berlin vorgestellte Studie der Universitäten Konstanz und Göttingen zeigt: Das schlechtere Abschneiden einzelner Konfessionsgruppen im deutschen Bildungssystem ist nicht mit religiösen Faktoren zu erklären. Entscheidend für den Bildungserfolg sind in erster Linie der sozioökonomische Status des Elternhauses sowie sprachliche und kognitive Kompetenzen. Autoren der Studie sind die beiden Soziologen Prof. Dr. Claudia Diehl von der Universität Konstanz und Prof. Dr. Matthias Koenig von der Universität Göttingen. Gefördert wurde die Untersuchung von der Stiftung Mercator. … weiter

Quelle: Uni Konstanz | idw-online.de

Mitteilung: Hans Böckler Stiftung

Wenn Menschen beruflich absteigen, leidet häufig die Gesundheit, belegt eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Untersuchung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Das lässt sich besonders bei ostdeutschen Männern beobachten. … weiter

Quelle: www.boeckler.de

Forscher gehen davon aus, dass die unbekannte Art deutlich kleiner gewesen sein könnte als bisher gedacht

Mitteilung: Eberhard Karls Universität Tübingen

Gibbon

Der letzte gemeinsame Vorfahr von Menschenaffen und Menschen ist ein rätselhaftes Wesen. Dr. Mark Grabowski vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen beschreitet gemeinsam mit seinem Kollegen William L. Jungers von der University of Stony Brook, New York, einen neuen Weg, um die Größe dieser unbekannten Art und ihrer Verwandten zu bestimmen und Rückschlüsse auf ihre Lebensweise zu ziehen: Sie haben die Evolution der Körpermasse in der und vor der Abstammungslinie der Menschen rekonstruiert. Grundlage sind durchschnittliche und geschätzte Körpermassen einer großen Zahl von lebenden und ausgestorbenen Arten von Menschen, Menschenaffen und anderen Primaten, welche die Forscher mithilfe neuer vergleichender Methoden untersucht haben. … weiter

Quelle: Uni Tübingen | idw-online.de


© Grafik: Gibbon by Firkin, openclipart, CC0

Israelische Psychologin erforscht an der Universität Jena Dynamiken hinter Ideologien

Mitteilung: Friedrich-Schiller-Universität Jena

Der Nationalismus hat sich breitgemacht im vereinten Europa. Das zeigen nicht nur die diesjährigen Wahlergebnisse in Staaten wie den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und Österreich. Immer deutlicher gelingt es bestimmten politischen Gruppierungen, mit scheinbar einfachen Antworten auf komplizierte Fragestellungen Menschen für sich zu vereinnahmen. Populistische Ideologien gewinnen an Einfluss auf Politik und Gesellschaft. Doch warum sind eigentlich so viele Menschen empfänglich für diese simple Sicht auf die Dinge? Wie funktionieren Ideologien und welche psychologischen Prozesse liegen ihnen zugrunde? … weiter

Quelle: Universität Jena | idw-online.de

Studie: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP)

Wenn Menschen finanziell absteigen und nur noch ein Einkommen unter der Armutsgrenze zur Verfügung haben, führt das dazu, dass sich ihre sozialen Beziehungen verschlechtern. Das belegt nun erstmals eine für Deutschland repräsentative Studie auf Basis der Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) am DIW Berlin.

Demnach treffen sich in Armut geratene Menschen seltener als zuvor mit Bekannten, Kollegen und Kolleginnen oder Menschen in ihrer Nachbarschaft. Außerdem verändert sich ihr Freundeskreis. Dort finden sich immer weniger Menschen mit einem festen Job. Die Studie wurde kürzlich in der Fachzeitschrift „European Sociological Review“ veröffentlicht. … weiter

Quelle: SOEP | idw-online.de

 

Buchpräsentation: Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)

Buchstaben bekommen eine Bedeutung, Zahlen werden mit Mengen verknüpft, die Sichtweisen anderer Personen werden verständlicher und das spielerische Lernen wandelt sich zu einem gezielt angeleiteten Aneignen von Fertigkeiten: Kinder im Vor- und Grundschulalter vollziehen enorme Lernfortschritte.

Jetzt steht erstmals ein Buch zur Verfügung, das den Stand der psychologischen Forschung zum Lernen in diesem Altersbereich systematisch aufbereitet. Damit möchten die Autoren des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) die pädagogische Praxis dabei unterstützen, die Perspektive der Kinder nachzuvollziehen. … weiter

Quelle: www.dipf.de | idw-online.de

Tagung „45 Jahre ‚Radikalenerlass‘“ der Bildungsgewerkschaft GEW 

Mitteilung: GEW Hauptvorstand

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Landesregierungen und Landtage gemahnt, die Berufsverbote-Opfer des sog. „Radikalenerlasses“ von 1972 endlich zu rehabilitieren und zu entschädigen. Die Bildungsgewerkschaft verwies auf das positive Beispiel des Landes Niedersachsen. „Es wird Zeit, das Berufsverbotsthema politisch und wissenschaftlich aufzuarbeiten. Politische und juristische Fehlentscheidungen, die im Zuge dieser Arbeiten festgestellt werden, müssen in Vorschlägen für Rehabilitationsmaßnahmen und Entschädigungsleistungen münden. Das ist ein wichtiger und notwendiger Beitrag zur Stärkung der Demokratie und der demokratischen Kultur“, betonte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Sonntag nach einer Tagung ihrer Organisation zum Thema „45 Jahre ‚Radikalenerlass‘: Aus der Geschichte lernen – Betroffene rehabilitieren – Zivilcourage stärken – politische Bildung aufwerten!“ in Kassel. Sie erläuterte, dass sich der sog. „Radikalenerlass“ zwar formal gegen Links- und Rechtsextremisten gerichtet habe, in der Praxis aber politisch Aktive des linken Spektrums, darunter viele Lehrerinnen und Lehrer, getroffen habe. Weiterlesen »

Eltern intersexueller Kinder in Nordrhein-Westfalen machen teils haarsträubende Erfahrungen

Studie: Ruhr-Universität Bochum

Ein Kind, das weder Mädchen noch Junge ist: Für manche Eltern ist das ein Schock. Für andere ist es viel schwieriger, wie das Medizinsystem reagiert. Anike Krämer und Prof. Dr. Katja Sabisch vom Lehrstuhl Gender Studies der Ruhr-Universität Bochum haben mit Eltern sowie Medizinerinnen und Medizinern gesprochen. Sie zeichnen in ihrer jetzt erschienenen Studie ein Bild des Schicksals der Familien intersexueller Kinder und machen Vorschläge, um deren Situation zu verbessern. Dazu gehören neben dem Verbot kosmetischer Operationen die Einrichtung von Kompetenzzentren, die Behandlung des Themas im Schulunterricht und eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit. … weiter

Quelle: www.rub.de | idw-online.de

Ab 1. November 2017 können sich Schüler*innen, Lehrer*innen und interessierte Erwachsene zum Mitspielen registrieren

Mitteilung: Forschungszentrum MATHEON ECMath

Am 1. November startet die Registrierung für die Mathe-Adventskalender unter mathekalender.de. Das diesjährige Motto: Mathe ist mehr als Rechnen! Vom 1. bis 24. Dezember steht täglich für die Klassenstufen 4 bis 6, 7 bis 9 sowie 10+ je eine spannende Aufgabe bereit, welche die mathematische Kreativität der Teilnehmer*innen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum fördert und herausfordert.

Zusätzlicher Ansporn sind viele attraktive Preise und eine mögliche Einladung zur Preisverleihung am 26. Januar 2018 nach Berlin. Die drei digitalen Mathe-Adventskalender stehen unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung. … weiter


 

Direktlink zum Mathe-Adventskalender MatheON:
www.mathekalender.de

Direktlink zu Mathe im Advent 2017 der deutschen Mathematiker-Vereinigung:
www.mathe-im-advent.de


Quelle: MatheON | idw-online.de

Freiheit, die Unfreiheit bedeutet – Warum Günther Anders aktueller denn je ist

von Stefan Oehm

Der deutsche Philosoph und Schriftsteller Günther Anders hielt 1958 vor der Lessing-Gesellschaft Hannover einen Vortrag, der in den euphorisierten Jahren des Wirtschaftswunders in seiner gegenläufigen Grundstimmung befremdlicher kaum sein konnte.

In diesem Vortrag – Akustische Nacktheit, später unter dem Titel Die Antiquiertheit der Privatheit veröffentlicht (Anders 2013) – beschreibt er eine Entwicklung, deren furioses Finale wir derzeit beobachten können: Die Selbst-Aufgabe des modernen Menschen, seine konformistisch geprägte Schamlosigkeit, die Umwertung moralischer Werte, die Dialektik der Unfreiheit bedeutenden Freiheit, der fast widerspruchslos akzeptierte sanfte Totalitarismus privatwirtschaftlicher Mächte, an deren digitaler Leine wir hängen. … weiter


 

weitere Aufsätze von Stefan Oehm im Magazin Auswege


©Foto: Bernd Kretzer, Lizenz: CC_BY-NC-ND_3.0