Archiv für den Themenbereich 'Standpunkte'

Der Justizprügel sitzt schön locker

der Freitag berichtete:

In Texas ist die Polizeipräsenz an Schulen inzwischen ebenso normal wie Gerichtstermine oder Gefängnisstrafen für aufsässige Schüler. Oft geht es um Lappalien

Die Polizei spricht in ihren Aufzeichnungen von „Unterrichtsstörung“. Sarah Bustamantes, die festgenommen wurde, weil sie sich im Unterricht parfümiert hatte, nachdem die anderen Kinder ihr zuriefen, dass sie stinke, sieht das anders: „Ich bin komisch, die anderen mögen mich nicht“, sagt die Zwölfjährige, bei der eine Aufmerksamkeitsschwäche diagnostiziert wurde. „Sie haben gemeine Sachen zu mir gesagt. Also habe ich mich mit Parfüm eingesprüht. Dann haben sie gesagt: ‚Tu‘ es weg. Wir haben noch nie so was Widerliches gerochen.‘ Und dann hat der Lehrer die Polizei gerufen.“ Den ganzen Artikel lesen

GEW: “Demokratisches Engagement stärken statt Gesinnungsschnüffelei”

Bildungsgewerkschaft zum 40. Jahrestag des Radikalenerlasses

Mitteilung: GEW Hauptvorstand

Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnt Politik in Bund, Ländern und Kommunen anlässlich des 40. Jahrestages des Radikalenerlasses am Samstag, demokratisches Engagement zu fördern und die menschenunwürdige Gesinnungsschnüffelei gegen politisch aktive Menschen mit linker Orientierung zu stoppen. "Politik muss aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und demokratisches Denken in einer pluralistischen Gesellschaft zulassen und stärken. Radikalenerlass und Berufsverbote waren ein verhängnisvoller politischer Fehler, der sich nicht wiederholen darf. Er hat das Leben zahlreicher Menschen massiv beeinträchtigt, ihnen Berufs- und Lebenschancen genommen. Der Staat schuldet den Opfern bis heute eine Rehabilitation. Die Demokratie hat erheblichen Schaden genommen", sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne am Freitag in Frankfurt a.M.

Mehr als 20 Jahre nach dem Ende des Ost-West-Konflikts laute die Devise der Verfassungsschutzbehörden und vieler Politiker offenbar jedoch immer noch "Der Feind steht links." "Das eklatante Versagen der Sicherheitskräfte im Fall der rechtsextremistischen Zwickauer Terrorzelle fördert einen blinden Fleck gegenüber der Gefahr von rechts zu Tage", unterstrich Thöne. Es sei an Zynismus kaum zu überbieten, dass sich auch jene, die sich im Kampf gegen Rechts engagieren, einem Generalverdacht der Verfassungsuntreue ausgesetzt sähen. Der GEW-Vorsitzende forderte die Bundesregierung auf, die so genannte "Extremismusklausel" unverzüglich zu streichen. Als besorgniserregend bezeichnete Thöne darüber hinaus die Offensive von Familienministerin Kristina Schröder (CDU) gegen vermeintlichen "Linksextremismus" in den Medien. "Wer ein derartiges politisches Klima fördert, braucht dringend Nachhilfe in Geschichte. Frau Schröder sollte sich mit der erschreckenden Tatsache befassen, dass gut ein Fünftel der jungen Menschen unter 30 Jahren mit dem Begriff Auschwitz nichts anfangen kann."

Info: Durch einen Beschluss des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt (SPD) und der Regierungschefs der Länder vom 28. Januar 1972 ist der Druck auf die politische Linke zu Beginn der 1970er Jahre deutlich verschärft worden. 3,5 (nach anderen Quellen 1,4) Millionen Regelanfragen beim Verfassungsschutz, 11.000 Verfahren wegen Tätigkeitsverbot, 2.200 Disziplinarverfahren, 1.250 (nach anderen Quellen 1.100) Ablehnungen von Bewerberinnen und Bewerbern sowie 265 Entlassungen aus dem öffentlichen Dienst waren die Folge.

Pressemitteilung v. 27.1.2012
Ulf Rödde
GEW-Hauptvorstand
Pressesprecher
Reifenberger Str. 21
60489 Frankfurt
www.gew.de

siehe auch den Aufruf in Auswege: 28. Januar 2012: 40 Jahre Berufsverbot – Betroffene fordern: endlich Aufarbeitung und Rehabilitierung!

Janusc Korczak: Achtung haben

"Wir sollten Achtung haben
vor den Geheimnissen und Schwankungen der schweren Arbeit des Wachsens!

Wir sollten Achtung haben
vor der gegenwärtigen Stunde, vor dem heutigen Tag.

Wie soll das Kind imstande sein, morgen zu leben,
wenn wir ihm heute nicht gestatten, ein verantwortungsvolles, bewusstes Leben zu führen?

In unserer Bequemlichkeit möchten wir,
dass kein Kind aus der Rolle fällt,
dass in den zehntausend Sekunden einer Unterrichtsstunde
keine einzige uns aus unserer Ruhe bringt ….

Wir fordern Achtung vor ihren (der Kinder) hellen Augen,
glatten Stirnen, ihren Bemühungen, ihrem Vertrauen in die Zukunft.

Warum sollte
ihnen weniger Achtung gebühren als den erloschenen Blicken,
den gerunzelten Stirnen, den grauen Haaren, der gebeugten Resignation?

Entsagen wir also der trügerischen Sehnsucht nach vollkommenen Kindern."

*

Janusc Korczak, geboren am 22.07.1878 oder 1879. Genaues Todesdatum unbekannt, nach dem 05. August 1942. Umgebracht im Vernichtungslager Treblinka

Am 22.07.2010, am Geburtstag von J. K. im Droste-Hülshoff-Gymnasium bei der Zertifizierung als unesco-project-schule zitiert

*

Otto Herz
Im Buchenwalde 2
D-33617 Bielefeld
www.otto-herz.de

 

Abschiedsvortrag von Schulz von Thun

hg – Friedemann Schulz von Thun (geb. am 6.8.1944)  ging in den Ruhestand und hielt seine Abschlussrede an der Universität Hamburg. Sein Thema: Was ich noch zu sagen hätte. Ein Rück- und Ausblick!

Film ansehen

In Zukunft gilt: Nichts über uns ohne uns

Das SPD-Netzwerk „Selbst Aktiv“ behinderter Menschen im Schwalm-Eder-Kreis

von Ralf Wenzel

Das Netzwerk “Selbst Aktiv“ ist ein Netzwerk behinderter Menschen in der SPD. Das Netzwerk gibt es seit 2006 auf Bundesebene. Mittlerweile haben sich in vielen Bundesländern Landes-, Bezirks- und Kreisgruppen gegründet mit dem Ziel die Behindertenarbeit in der SPD voranzubringen und zu unterstützen. Behinderte wollen ihre Belange selbst voranbringen und mitentscheiden, wenn es um Gesetze geht. … weiter

Im Anhang der Datei befindet sich auch der Inklusionsbeschluss auf dem SPD-Parteitag v. 3.12.2011

Michael Sommer: “Eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt ist überfällig!”

Mitteilung: DGB

Im Zentrum der Arbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes steht 2012 der Kampf um Solidarität und soziale Gerechtigkeit in Deutschland und Europa. "Wir wollen für alle Menschen Gute Arbeit — sicher und gerecht!", sagte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer bei der Pressekonferenz zum Jahresauftakt. Eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt sei überfällig, "Menschen müssen von ihrer geleisteten Arbeit leben können — auch im Alter", forderte Sommer bei der Jahresauftaktspressekonferenz des Deutschen Gewerkschaftsbundes 2012

Michael Sommers Rede im Film:

Die Rede als pdf-Datei zum Download

 

Der Weihnachts- und Neujahrsbrief 2011 von Gerald Hüther

Liebe Freunde, Mitstreiter oder einfach nur Interessenten an dem, was mich interessiert,

man braucht keinen Maja-Kalender um zu begreifen, dass ein Zeitalter zu Ende geht. 2012 steht vor der Tür. Die Welt wird nicht untergehen, höchstens die Vorstellungen mancher Zeitgenossen, worauf es im Leben ankommt. In einer Welt begrenzter Ressourcen werden sie wohl von der Idee Abschied nehmen müssen, dass man ewig weiter wachsen kann. Sie werden verstehen lernen, dass es neben dem quantitativen noch ein anderes, ein qualitatives Wachstum gibt.

Unser Gehirn macht uns vor, wie das geht: Nicht indem es so lange weiter wächst, bis uns die Schädeldecke zerplatzt, sondern indem es seine Konnektivität, also die Beziehungen zwischen den Nervenzellen intensiviert. Wer im Hirn besser vernetzt ist, der findet sich auch im Leben besser zurecht, der muss nicht immer wieder versuchen, die Probleme, die er mit seinen alten Denkweisen geschaffen hat, mit genau den Denkweisen zu lösen, die ihn in diese Sackgasse geführt haben. Das ist engstirnig. Um das zu erkennen, muss man kein Hirnforscher sein. … weiter

Das hat gerade noch gefehlt: Schulfach ‘Glück’!

GegenRede 19 von Freerk Huisken

Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde, träumen Mädchen vom Ponyhof. In der Schule ist schulfrei das größte Glück für Schüler. Und sind sie groß, wissen sie, dass sie Glück gehabt haben, wenn die Entlassung nicht sie, sondern die Kollegen getroffen hat. Bergleute fahren mit einem 'Glückauf' in den Schacht, nicht weil sie meinen, unten einen Goldklumpen zu finden, sondern in der Hoffnung, heil wieder das Tageslicht zu erblicken. So schmieden alle ihr Glück, wohl wissend, dass ihre Anstrengungen um Lohn und Gehalt wenige Sieger und viele Verlierer hervorbringen. … weiter

 

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