Archiv für den Themenbereich 'Standpunkte'

Erziehungscamps

"Zu den „Erziehungs“-Camps mit ihrem militärischen Drill noch ein paar Worte. (…) Nun soll die Rückfallquote bei Camp-Absolventen in der Tat vergleichsweise niedrig sein – natürlich hat da jeder seine eigenen Zahlen – ; die delinquenten Jugendlichen sollen – so hört man – mit „Begeisterung bei der Sache sein“, also bei Drill, Schikane, bedingungsloser Unterwerfung unter Regeln und Autoritäten und unter körperliche Zucht bis zum Umfallen engagiert mitmachen.
Wie das? Wie kann es sein, dass gerade die heranwachsenden „Looser“, die auf der Straße oder in der Schule alles tun, um sich als der Größte, Stärkste, Schönste brutal zu präsentieren, plötzlich an ziemlich brutalen Unterwerfungshandlungen, deren Opfer sie sind, Gefallen finden?
Meine Antwort heißt: Deswegen! Das Prinzip, dem sie auf der Straße, in der U-Bahn oder auf dem Schulhof huldigen, wenn sie andere zusammentreten, findet nämlich in diesen militaristischen Camps organisiert und staatlich begrüßt ebenfalls Anwendung: Wenn sie gnadenlos gedrillt werden, dann wollen diese Heranbwachsenden im Vergleich mit den anderen kasernierten „Kameraden“ beweisen, was sie alles an Schmerz, Demütigung, Bestrafung etc. aushalten können; dass sie nicht klein beigeben, dass sie vielmehr zu denen gehören, die – wie hieß das mal – „hart wie Kruppstahl“ sind; kurz: dass sie wer sind, wenn sie das Camp ungebrochen überstehen. Das faschistische Ideal, das sie ohnehin im Kopf haben, das brutale Ideal von der Stärke, die erst den Wert des (deutschen) Menschen (Mannes) ausmacht, wird an ihnen jetzt als Erziehungskonzept zur Anwendung gebracht."

Freerk Huisken,
em. Prof. Uni Bremen, zum Thema "Erziehungscamps" in einem sehr empfehlenswerten Interview 2008 mit dem Titel "Das aktuelle Feindbild: Ausländisch, jugendlich, kriminell". Quelle: GegenStandpunkt Marburg

Wie kann man das Ungeheuerliche verstehen?

Stellungnahme der Fachgesellschaften DGPPN und DGKJP zur Problematik von Kindstötungen

In den letzten Monaten sind in Deutschland ein Reihe von Kindstötungen durch Mütter bekannt geworden. Es geht dabei um zwei psychologisch und kriminologisch unterschiedliche Sachverhalte: zum einen um Tötungen gleich nach der Geburt, zum anderen um die Tötung von Kindern, die bereits Jahre bei ihren Müttern lebten. … weiter

Kein guter Tag!

Kommentar.gifAufregung um zwei diametral verschiedene Auswertungen zur Untersuchung an Berliner Grundschulen
von Joscha Falck

Es war doch eigentlich alles prima! Vergangene Woche wurde die „Element-Studie“des Berliner Senats über die Leistungsfähigkeit der sechsjährigen Grundschule veröffentlicht. Untersucht wurden dabei Schulen in der Bundeshauptstadt.

In einer Pressemitteilung des Bayerischen Philologenverbands dazu hieß es: Längere gemeinsame Schulzeit verstärkt soziale Disparitäten und bremst Lernentwicklung aller Kinder. Rechte Kreise jubelten. Eine Woche später kam heraus, dass die Interpretationen des Verfassers, Prof. Rainer Lehmann ( siehe Link "beide Pressemeldungen" unten), durch die Daten der Untersuchung widerlegt würden (GEW, siehe nachfolgenden Link "beide Pressemeldungen").

Wir veröffentlichten beide Pressemeldungen. Unser Autor verfasste einen Kommentar zu diesem leidigen Thema. … weiter

Wer die Original Element-Studie lesen will, kann sie sich hier von der Berliner Senats-Seite runterladen: Element-Studie

Spick lieber nicht!

Eine Internet-Reise in die Ländereien von „spickmich.de“
von Günther Schmidt-Falck

AUSWEGE loggte sich bei "Spickmich" ein – in gespannter Erwartung? Was ist angeblich so bedrohlich an dem Lehrerbeurteilungsportal, dass Lehrkräfte sogar die Gerichte bemühten? Um es vorweg zu sagen: Es blieb nur ein lauwarmes, abgestandenes Gefühl. Einen zweiten Besuch wird es nicht mehr geben. … weiter

Privatschule – ein klares „Jein“

Das unentschiedene Plädoyer eines Vaters anonymer Verfasser

"Die Debatte um die gute Schule wird seit PISA und der Kritik der OECD am deutschen Schulsystem zunehmend heftiger. Immer mehr Eltern sehen in der Privatschule einen Ausweg aus der Misere. Fast jede Woche wird in Deutschland eine neue Privatschule gegründet, sogar von Prominenten wie der Sängerin Nena in Hamburg." So beginnt der engagiert und authentisch geschriebene Aufsatz eines betroffenen Vaters über das staatliche Schulsystem und seine zum Teil unsäglichen "Missstände". Der Autor formuliert offen seine Erwartungen an eine für ihn positive Schule und misst seine Vorstellungen am Angebot von Privatschulen. … weiter

Weniger Fördermittel – bessere Erziehung

glosse.gifDer Bayerische Erziehungs- und Bildungplan spornt ErzieherInnen zu Höchstleistungen an
Eine Glosse von Wolfgang Nördlinger

Die Landesfachgruppe Sozialpädagogische Berufe in der GEW Bayern gratuliert dem Bayerischen Sozialministerium und dem Institut für Frühpädagogik zu ihrer gemeinsamen Meisterleistung, durch „wirtschaftliche Verwendung der Fördermittel“ und „ohne Erhöhung des Fördervolumens“ völlig unabhängig voneinander die Qualität der Kinderbetreuung in Bayern entscheidend weiter entwickelt zu haben.
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Welche Plakette möchten’s denn gern?

LAA.gifGedanken zur dienstlichen Beurteilung
von Hans Grillenberger

Die KollegInnen an den bayerischen Grund- und Hauptschulen sind seit kurzem von den Umstellungen bei den dienstlichen Beurteilungen betroffen. Dieser Umstand war der Stichwortgeber für den Autoren, sich Gedanken über die Hierarchie in Schulen, über psychische Hintergründe von Beurteilungssystemen, die Probleme von SchulleiterInnen und über Alternativen zu machen. Wenn jemand meint, dies betreffe nur die bayerischen KollegInnen, könnte er sich täuschen. … weiter

Schule ohne Zukunft

Kommentar.gifEin Kommentar von Ursula Walther

"Die Hauptschule ist nicht zu retten", meint die Autorin. "Daran werden ein paar Ganztagsklassen und die beruflichen Profile an bayerischen Hauptschulen ebenso wenig ändern wie Baden-Württembergs 300 pädagogische Assistenten." … weiter