Auswege im Gespräch mit der Grundschullehrerin Heike Wagner

Im Schuljahr 2014/15 gab es in Bayern zum ersten Mal die Gelegenheit, mit den SchülerInnen der 1. bis 3. Klasse ein Lernentwicklungsgespräch zu führen. Das LEG ersetzt dabei das Zwischenzeugnis. Ein Zwischenzeugnis wird nur auf besonderen Wunsch der Eltern, die nicht zum LEG kommen wollen, ausgestellt.

Heike Wagner ist langjährige Grundschullehrerin, vor allem in den Klassen 3 und 4. Mit ihr sprach Günther Schmidt-Falck.  Das Interview lesen

 

Wozu nationale Identität?

von Götz Eisenberg

Zeiten der Krise lassen den privaten Wahn und die Idiosynkrasien üppig ins Kraut schießen. Der forcierte gesellschaftliche Wandel lockert traditionelle Anpassungsgefüge und lässt lebensgeschichtlich erworbene Orientierungsmuster und Modi der Selbstwertregulation hinfällig werden.

Das wachsende Auseinanderklaffen der lebensgeschichtlichen Prägungen und aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen macht krank und verrückt: Menschen, die an tradierten Denk- und Verhaltensmustern festhalten, die von außen nicht mehr gestützt und bestätigt werden, geraten schnell in eine Position abseitiger Starrheit, die wahnhafte Züge annehmen kann. Der Wahnsinnspegel innerhalb der Bevölkerung steigt, bis eines Tages einer kommt und den Privatwahn zum Prinzip erhebt und politisch in Gang setzt.

Der Privatwahn verschwindet in der Verrücktheit des Ganzen. Dem einzelnen Halbirren wird, nach den Worten von Ernst Simmel, auf diese Weise erspart, ein ganzer zu werden. Die Menschen, jene kleinen überspannten Säugetiere, über die die Katastrophe des Denkens hereingebrochen ist, haben das unabweisbare Bedürfnis, sich in Raum und Zeit, Geschichte und Gesellschaft zu lokalisieren, eine Ortsbestimmung ihres Lebenszusammenhangs vorzunehmen. … weiter


 

Alle Texte von Götz Eisenberg im Magazin Auswege


 

Leseempfehlung:
Götz Eisenberg hat im Juli 2017 in der Tageszeitung „Junge Welt“ einen zweiteiligen Artikel über Ängste und Neurosen geschrieben.

 Teil 1: Dunkelkammern des Ich

 Teil 2: Im Abseits

16. Juni 2017 · Kommentare deaktiviert für Alternative politische Bildung für Deutschland · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie · Tags: , , ,

Die AfD und ihr bildungspolitischer Aufbruch

von Johannes Schillo

Die AfD – die „Alternative für Deutschland“ – macht nicht nur im Parteienstreit, sondern auch im Bildungswesen von sich reden. Ihre Anliegen und Aktivitäten in Sachen politische Bildung hat jetzt eine Recherche untersucht, die im Auftrag des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten (AdB) durchgeführt und im Juni 2017 veröffentlicht wurde.

Sie kommt zu dem Schluss, dass das Movens der Partei ein nationalistisches Denunziationsinteresse ist, passend zum Idealismus alternativer politisch-pädagogischer Indoktrination. Die Ergebnisse der Untersuchung „Für einen schwarzrotgoldenen Schlussstrich“ finden sich in Nr. 2/17 der Zeitschrift Außerschulische Bildung (dort auch genauere Quellenangaben): https://www.adb.de/zeitschrift_ab.

Die wichtigsten Punkte werden im Folgenden resümiert. … weiter

von Brigitte Pick

Im Hauptstadtblatt Tagesspiegel, dessen Leitmotto rerum cognoscere causas lautet, ist gerade eine Debatte um Problemlehrer entbrannt, die es neben Problemschülern und Problemschulen, Problembären und –wölfen nun auch geben soll.

Versuchen wir, den Sachen auf den Grund zu gehen.

Die Autorin schreibt u.a. über die subtile und offene Diskriminierung in Schule als Alltag, über das Bestrafen von Verhalten mit Zensuren, über die fehlende Würdigung von Schülerleistungen, über den Optimierungs- und Konkurrenzwahn an Schulen, über das Sortieren nach Konkurrenzverlierern und über das Fehlen von Geld an den Schulen.

Download


©Foto re.: geralt, pixabay.com, Lizenz: CC0

26. Februar 2017 · Kommentare deaktiviert für Wem nutzt Lob? · Kategorien: Daten und Fakten, Essenzen aus Pädagogik & Psychologie · Tags: , , , ,

Konstanzer Wirtschaftswissenschaftler veröffentlicht Studie zum Motivationseffekt von Anerkennung

Mitteilung: Universität Konstanz

Verbale Anerkennung von Leistung funktioniert. Allerdings funktioniert sie auf eine unerwartete Weise: Von der Anerkennung motiviert werden nicht diejenigen, denen das Lob ausgesprochen wird, sondern umgekehrt gerade diejenigen, deren Leistung nicht hervorgehoben wird. Gemeinsam mit Nicky Hoogveld vom Niederländischen „Ministry of Economic Affairs“ hat Prof. Nick Zubanov, Ph.D., Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Konstanz, 2012 ein Experiment durchgeführt, dessen Ergebnisse jetzt im Journal of Behavioral and Experimental Economics veröffentlicht wurden. … weiter

Quelle: Uni Konstanz/idw-online.de

13. Januar 2017 · Kommentare deaktiviert für Hass – Zur Geschichte eines Gefühls und eines politischen Kampfbegriffs · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie, Peripherie, Standpunkte · Tags: , , , ,

von Hasso Rosenthal

Blankes Entsetzen bestimmt die Nachrichten, wenn wieder einmal ein Attentäter willkürlich Bürgerinnen und Bürger ermordet. Unerklärlich, woher der Hass gegen wildfremde Menschen kommt, der offensichtlich die natürliche Tötungs- und Gewaltschwelle aufhebt. Da metzeln Täter in Zügen, töten Feiernde, jagen sich und Kunden eines Wochenmarkts in die Luft. … weiter

©Foto: Lisa Spreckelmeyer / www.pixelio.de

07. Dezember 2016 · Kommentare deaktiviert für Über die unselige Testeritis im Bildungsbereich als Grundlage für das „ Armenbashing“ · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie, Standpunkte · Tags: , , , , ,

von Brigitte Pick

„Hoch motiviert, weniger erfolgreich“  lautet eine der Schlagzeilen zum Ergebnis des Leistungsvergleichs der Viertklässler im internationalen Vergleich, der TIMS Studie (Trends in International Mathematics and Science Study). Schon 2007 und 2011 fiel Deutschland im internationalen Vergleich zurück. Auf den vorderen Rängen bewegen sich asiatische Länder sowie Russland. Mantraartig wird auf die sozialen Disparitäten hingewiesen, ohne dass sich irgendetwas ändert. Der soziale Hintergrund hängt Schüler im Bildungsbereich ab. …

Am 6. Dezember wurde die neue Pisa-Studie veröffentlicht, die eigentlich- so Schleicher- der Frage nachgeht, ob der Schule gelingt, eine wissenschaftlich gebildete Generation zu erziehen und wie die Zukunftschancen von benachteiligten Jugendlichen verbessert werden können. Verrät das schon eine Missachtung der Arbeiter und des Handwerks? … weiter


logo-text-file

weitere Aufsätze von Brigitte Pick

02. Dezember 2016 · Kommentare deaktiviert für Dem Saar sein Spinoza · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie · Tags: , , ,

So geht moderne Geisteswissenschaft, Teil II: „Immanenz der Macht“

von Georg Schuster

„Negris Spinoza ist in der Tat einzigartig – und
zunächst kaum wiederzuerkennen.“ (Martin Saar)

Zur Erinnerung: Anlass für die zwei Teile dieses Aufsatzes (Teil I findet sich hier:
www.magazin-auswege.de/data/2016/11/Schuster_Dem_Saar_sein_Nietzsche.pdf)
war mein Interesse, nach einer recht langen Zeit der Abwesenheit aus Deutschland wieder einen Einblick in sein universitäres Geistesleben zu gewinnen. In dieser Absicht ging ich dem Literaturhinweis eines Alternativseminars in Frankfurt vom Sommersemester 2016 nach: Saar, Martin: Genealogie als Kritik. Geschichte und Theorie des Subjekts nach Nietzsche und Foucault. 2007. Davon handelte der erste Teil.

Teil II befasst sich nun mit einem weiteren Werk, genauer der überarbeiteten Habilitationsschrift des Leipziger Professors für Politische Theorie und Didaktik der Gemeinschaftskunde: Die Immanenz der Macht. Politische Theorie nach Spinoza. 2013 (nachfolgend mit IdM abgekürzt).

Damit, dass mir ausgerechnet Herr Saar in den Blick geraten ist, hat es keine besondere Bewandtnis. An seinem Fall lässt sich lediglich etwas ‚Orientierungswissen‘ über die Strickmuster im zeitgemäßen bürgerlichen Wissenschaftsbetrieb vermitteln, wie dies auch bei anderen Repräsentanten einer modernen Hochschullehrerschaft möglich wäre. Dass daraus keine leichte Lektüre resultiert, liegt an der Sache.

weiter

17. November 2016 · Kommentare deaktiviert für Dem Saar sein Nietzsche · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie, Lesezeichen · Tags: , , , , ,

So geht moderne Geisteswissenschaft, Teil I: „Genealogie als Kritik“

von Georg Schuster

„Negris Spinoza ist in der Tat einzigartig – und
zunächst kaum wiederzuerkennen.“ (Martin Saar)

Negri (geb. 1933) heißt mit Vornamen Antonio, ist ein linker Politikwissenschaftler aus Italien und kommt in den beiden folgenden Texten nur am Rande (dafür in einem geplanten Aufsatz zum sog. Postkapitalismus ausführlicher) vor. Vom niederländischen Philosophen Baruch de Spinoza (1632-1677) wird im zweiten Text die Rede sein. Und Martin Saar (Jg. 1970), Professor für Politische Theorie an der Universität Leipzig, gab zufälligerweise den Anlass zu diesen Ausführungen.

Seit meiner Rückkehr nach Deutschland* nutze ich die sich nun bietende Gelegenheit, schrittweise und genauer nachzusehen, was sich im universitären Geistesleben – auch bei den Studieninhalten für humanwissenschaftliche Lehrämter – inzwischen so tut oder getan hat.

Dabei geht es mir weniger um große Namen (Prof. Herfried Münkler von der Humboldt-Universität war hier 2015 mein Thema gewesen: www.magazin-auswege.de/2015/07/die-muenkler-watch), sondern eher um den akademischen Normalbetrieb. In dieser Absicht griff ich einen Literaturhinweis auf, den ich per Zufall im alternativen Veranstaltungsverzeichnis des Asta Frankfurt vom Sommersemester 2016 fand:
Saar, Martin: Genealogie als Kritik. Geschichte und Theorie des Subjekts nach Nietzsche und Foucault. Frankfurt/M./New York 2007: Campus. 380 Seiten.

Es handelt sich dabei um die überarbeitete Fassung einer Dissertation, die sich das Frankfurter Alternativseminar ganz freiwillig zu lesen vornahm. Und weil der Professor zudem für die Didaktik der Gemeinschaftskunde verantwortlich zeichnet, also davon auszugehen ist, dass Lehramtsstudierende an seinem Schrifttum auch nolens volens nicht vorbeikommen, sah ich mir auch noch seine editierte, ebenfalls bei einem ausgewiesenen Verlag erschienene Habilitation an:
Die Immanenz der Macht. Politische Theorie nach Spinoza. Berlin 2013: Suhrkamp. 460 Seiten.weiter


* Wer am Hintergrund dieser persönlichen Bemerkung interessiert ist, den verweise ich gerne auf meinen „pädagogischen Reisebericht“ bei AUSWEGE: www.magazin-auswege.de/2016/10/verkauft-nach-singapur.

11. November 2016 · Kommentare deaktiviert für Kinder entwickeln erst im Grundschulalter ihr Zeitgefühl · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie

Auf der Seite der Kinder- & Jugendärzte im Netz wurde am 10.11.2016 folgender Artikel veröffentlicht:

Kinder entwickeln erst im Grundschulalter ihr Zeitgefühl
Ein Gefühl für Zeit bekommen die meisten Kinder erst in der Grundschule. Für Kindergartenkinder ist Zeit noch zu abstrakt, um sie begreifen zu können. Eltern können ihren Vorschulkindern aber mithilfe von konkreten Erfahrungen bestimmte Zeitspannen erklären. Den ganzen Artikel lesen