Die AfD und ihr bildungspolitischer Aufbruch

von Johannes Schillo

Die AfD – die „Alternative für Deutschland“ – macht nicht nur im Parteienstreit, sondern auch im Bildungswesen von sich reden. Ihre Anliegen und Aktivitäten in Sachen politische Bildung hat jetzt eine Recherche untersucht, die im Auftrag des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten (AdB) durchgeführt und im Juni 2017 veröffentlicht wurde.

Sie kommt zu dem Schluss, dass das Movens der Partei ein nationalistisches Denunziationsinteresse ist, passend zum Idealismus alternativer politisch-pädagogischer Indoktrination. Die Ergebnisse der Untersuchung „Für einen schwarzrotgoldenen Schlussstrich“ finden sich in Nr. 2/17 der Zeitschrift Außerschulische Bildung (dort auch genauere Quellenangaben): https://www.adb.de/zeitschrift_ab.

Die wichtigsten Punkte werden im Folgenden resümiert. … weiter

von Brigitte Pick

Im Hauptstadtblatt Tagesspiegel, dessen Leitmotto rerum cognoscere causas lautet, ist gerade eine Debatte um Problemlehrer entbrannt, die es neben Problemschülern und Problemschulen, Problembären und –wölfen nun auch geben soll.

Versuchen wir, den Sachen auf den Grund zu gehen.

Die Autorin schreibt u.a. über die subtile und offene Diskriminierung in Schule als Alltag, über das Bestrafen von Verhalten mit Zensuren, über die fehlende Würdigung von Schülerleistungen, über den Optimierungs- und Konkurrenzwahn an Schulen, über das Sortieren nach Konkurrenzverlierern und über das Fehlen von Geld an den Schulen.

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©Foto re.: geralt, pixabay.com, Lizenz: CC0

26. Februar 2017 · Kommentare deaktiviert für Wem nutzt Lob? · Kategorien: Daten und Fakten, Essenzen aus Pädagogik & Psychologie · Tags: , , , ,

Konstanzer Wirtschaftswissenschaftler veröffentlicht Studie zum Motivationseffekt von Anerkennung

Mitteilung: Universität Konstanz

Verbale Anerkennung von Leistung funktioniert. Allerdings funktioniert sie auf eine unerwartete Weise: Von der Anerkennung motiviert werden nicht diejenigen, denen das Lob ausgesprochen wird, sondern umgekehrt gerade diejenigen, deren Leistung nicht hervorgehoben wird. Gemeinsam mit Nicky Hoogveld vom Niederländischen „Ministry of Economic Affairs“ hat Prof. Nick Zubanov, Ph.D., Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Konstanz, 2012 ein Experiment durchgeführt, dessen Ergebnisse jetzt im Journal of Behavioral and Experimental Economics veröffentlicht wurden. … weiter

Quelle: Uni Konstanz/idw-online.de

13. Januar 2017 · Kommentare deaktiviert für Hass – Zur Geschichte eines Gefühls und eines politischen Kampfbegriffs · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie, Peripherie, Standpunkte · Tags: , , , ,

von Hasso Rosenthal

Blankes Entsetzen bestimmt die Nachrichten, wenn wieder einmal ein Attentäter willkürlich Bürgerinnen und Bürger ermordet. Unerklärlich, woher der Hass gegen wildfremde Menschen kommt, der offensichtlich die natürliche Tötungs- und Gewaltschwelle aufhebt. Da metzeln Täter in Zügen, töten Feiernde, jagen sich und Kunden eines Wochenmarkts in die Luft. … weiter

©Foto: Lisa Spreckelmeyer / www.pixelio.de

07. Dezember 2016 · Kommentare deaktiviert für Über die unselige Testeritis im Bildungsbereich als Grundlage für das „ Armenbashing“ · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie, Standpunkte · Tags: , , , , ,

von Brigitte Pick

„Hoch motiviert, weniger erfolgreich“  lautet eine der Schlagzeilen zum Ergebnis des Leistungsvergleichs der Viertklässler im internationalen Vergleich, der TIMS Studie (Trends in International Mathematics and Science Study). Schon 2007 und 2011 fiel Deutschland im internationalen Vergleich zurück. Auf den vorderen Rängen bewegen sich asiatische Länder sowie Russland. Mantraartig wird auf die sozialen Disparitäten hingewiesen, ohne dass sich irgendetwas ändert. Der soziale Hintergrund hängt Schüler im Bildungsbereich ab. …

Am 6. Dezember wurde die neue Pisa-Studie veröffentlicht, die eigentlich- so Schleicher- der Frage nachgeht, ob der Schule gelingt, eine wissenschaftlich gebildete Generation zu erziehen und wie die Zukunftschancen von benachteiligten Jugendlichen verbessert werden können. Verrät das schon eine Missachtung der Arbeiter und des Handwerks? … weiter


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weitere Aufsätze von Brigitte Pick

02. Dezember 2016 · Kommentare deaktiviert für Dem Saar sein Spinoza · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie · Tags: , , ,

So geht moderne Geisteswissenschaft, Teil II: „Immanenz der Macht“

von Georg Schuster

„Negris Spinoza ist in der Tat einzigartig – und
zunächst kaum wiederzuerkennen.“ (Martin Saar)

Zur Erinnerung: Anlass für die zwei Teile dieses Aufsatzes (Teil I findet sich hier:
www.magazin-auswege.de/data/2016/11/Schuster_Dem_Saar_sein_Nietzsche.pdf)
war mein Interesse, nach einer recht langen Zeit der Abwesenheit aus Deutschland wieder einen Einblick in sein universitäres Geistesleben zu gewinnen. In dieser Absicht ging ich dem Literaturhinweis eines Alternativseminars in Frankfurt vom Sommersemester 2016 nach: Saar, Martin: Genealogie als Kritik. Geschichte und Theorie des Subjekts nach Nietzsche und Foucault. 2007. Davon handelte der erste Teil.

Teil II befasst sich nun mit einem weiteren Werk, genauer der überarbeiteten Habilitationsschrift des Leipziger Professors für Politische Theorie und Didaktik der Gemeinschaftskunde: Die Immanenz der Macht. Politische Theorie nach Spinoza. 2013 (nachfolgend mit IdM abgekürzt).

Damit, dass mir ausgerechnet Herr Saar in den Blick geraten ist, hat es keine besondere Bewandtnis. An seinem Fall lässt sich lediglich etwas ‚Orientierungswissen‘ über die Strickmuster im zeitgemäßen bürgerlichen Wissenschaftsbetrieb vermitteln, wie dies auch bei anderen Repräsentanten einer modernen Hochschullehrerschaft möglich wäre. Dass daraus keine leichte Lektüre resultiert, liegt an der Sache.

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17. November 2016 · Kommentare deaktiviert für Dem Saar sein Nietzsche · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie, Lesezeichen · Tags: , , , , ,

So geht moderne Geisteswissenschaft, Teil I: „Genealogie als Kritik“

von Georg Schuster

„Negris Spinoza ist in der Tat einzigartig – und
zunächst kaum wiederzuerkennen.“ (Martin Saar)

Negri (geb. 1933) heißt mit Vornamen Antonio, ist ein linker Politikwissenschaftler aus Italien und kommt in den beiden folgenden Texten nur am Rande (dafür in einem geplanten Aufsatz zum sog. Postkapitalismus ausführlicher) vor. Vom niederländischen Philosophen Baruch de Spinoza (1632-1677) wird im zweiten Text die Rede sein. Und Martin Saar (Jg. 1970), Professor für Politische Theorie an der Universität Leipzig, gab zufälligerweise den Anlass zu diesen Ausführungen.

Seit meiner Rückkehr nach Deutschland* nutze ich die sich nun bietende Gelegenheit, schrittweise und genauer nachzusehen, was sich im universitären Geistesleben – auch bei den Studieninhalten für humanwissenschaftliche Lehrämter – inzwischen so tut oder getan hat.

Dabei geht es mir weniger um große Namen (Prof. Herfried Münkler von der Humboldt-Universität war hier 2015 mein Thema gewesen: www.magazin-auswege.de/2015/07/die-muenkler-watch), sondern eher um den akademischen Normalbetrieb. In dieser Absicht griff ich einen Literaturhinweis auf, den ich per Zufall im alternativen Veranstaltungsverzeichnis des Asta Frankfurt vom Sommersemester 2016 fand:
Saar, Martin: Genealogie als Kritik. Geschichte und Theorie des Subjekts nach Nietzsche und Foucault. Frankfurt/M./New York 2007: Campus. 380 Seiten.

Es handelt sich dabei um die überarbeitete Fassung einer Dissertation, die sich das Frankfurter Alternativseminar ganz freiwillig zu lesen vornahm. Und weil der Professor zudem für die Didaktik der Gemeinschaftskunde verantwortlich zeichnet, also davon auszugehen ist, dass Lehramtsstudierende an seinem Schrifttum auch nolens volens nicht vorbeikommen, sah ich mir auch noch seine editierte, ebenfalls bei einem ausgewiesenen Verlag erschienene Habilitation an:
Die Immanenz der Macht. Politische Theorie nach Spinoza. Berlin 2013: Suhrkamp. 460 Seiten.weiter


* Wer am Hintergrund dieser persönlichen Bemerkung interessiert ist, den verweise ich gerne auf meinen „pädagogischen Reisebericht“ bei AUSWEGE: www.magazin-auswege.de/2016/10/verkauft-nach-singapur.

11. November 2016 · Kommentare deaktiviert für Kinder entwickeln erst im Grundschulalter ihr Zeitgefühl · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie

Auf der Seite der Kinder- & Jugendärzte im Netz wurde am 10.11.2016 folgender Artikel veröffentlicht:

Kinder entwickeln erst im Grundschulalter ihr Zeitgefühl
Ein Gefühl für Zeit bekommen die meisten Kinder erst in der Grundschule. Für Kindergartenkinder ist Zeit noch zu abstrakt, um sie begreifen zu können. Eltern können ihren Vorschulkindern aber mithilfe von konkreten Erfahrungen bestimmte Zeitspannen erklären. Den ganzen Artikel lesen

08. Oktober 2016 · Kommentare deaktiviert für Verkauft nach Singapur · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie, Lesezeichen · Tags: ,

Ein pädagogischer Reisebericht

von Georg Schuster*

Der Titel soll nicht täuschen. Diese Schrift liefert weder Reisetipps noch pädagogische Rezepte. Eine Sammlung von Beschwerden ist sie auch nicht. Ihre 20 Aufsätze fassen vielmehr Beobachtungen und Einsichten zusammen, die der Autor als Lehrkraft in Bayern und danach in langjähriger Tätigkeit an einer Auslandsschule abseits des deutschen Getriebes getätigt und verarbeitet hat. Sie betreffen das Bildungswesen im weiteren Sinn, reichen also von seiner klassengesellschaftlichen Basis über seine politische Betreuung und behördliche Administration bis hin zu seinem ideologischen und akademischen Überbau.

to-write-by_hannibal8height_pixabay_cc0Georg Schuster hat seine Aufsätze, die mit Ausnahme des „erklärenden“ Vorworts einzeln bereits im Magazin AUSWEGE erschienen sind, in einem „Sammelband“ veröffentlicht.

Seine Rückkehr nach Deutschland war sicher einer der wichtigsten Gründe, diese Art Schlusspunkt unter seine Auslandstätigkeit zu setzen und als „Verabschiedung“ alle Texte in ein Format zu gießen – ausgestattet mit Links zu den Aufsätzen und jeweils einem Link zum Start der „Reise“.  Ein beachtliches Stück pädagogischer Literatur.

Die Redaktion empfiehlt, die pdf-Datei herunterzuladen und sich mittels Anker von Text zu Text vorwärtszuklicken und zu lesen. Wir wünschen eine anregende Lektüre!

Download des pädagogischen Reiseberichts (1,7 MB)

* Pseudonym, Name der Redaktion bekannt


©Foto: to wirite by Hannibal8height, pixabay, Lizenz: CC0

 

 

29. September 2016 · Kommentare deaktiviert für Labore für die Schule der Zukunft · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie · Tags:

Auf der Seite des Goethe-Instituts haben wir den Text über „Alternative Bildungskonzepte“ gefunden. Er untersucht die Bedeutung der Alternativschulen und ihre Auswirkungen auf die Regelschulen:

ALTERNATIVE BILDUNGSKONZEPTE
LABORE FÜR DIE SCHULE DER ZUKUNFT

Sie stellen gängige Bildungskonzepte auf den Kopf. Laborschulen, Freie Alternativschulen und andere innovative Ansätze gewähren Schülern in Deutschland mehr Freiraum. Die Potenziale scheinen auch für die Integration von Schülern mit Migrationshintergrund groß. … Den ganzen Aufsatz lesen