Adventsgedanken eines Flüchtlings

Advent, Advent,

ich bin hier fremd.

Daheim herrscht Krieg, Gewalt, Willkür,

deshalb klopf ich an die Tür.

Advent, Advent,

ich bin hier fremd.

 

Advent, Advent,

wir sind getrennt.

Hab‘ Frau und Kinder nicht bei mir,

ich fühle mich so einsam hier.

Advent, Advent,

wir sind getrennt.

 

Advent, Advent,

niemand mich kennt.

Ich seh‘ anders aus als ihr,

viele haben Angst vor mir.

Advent, Advent,

niemand mich kennt.

 

Advent, Advent,

ein Wohnheim brennt

erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier…

Wir sind nicht willkommen hier.

Advent, Advent,

ein Wohnheim brennt.

 

Advent, Advent,

ich bin hier fremd.

Ich bin ein Mensch, genau wie ihr,

will nur in Frieden leben hier.

Advent, Advent,

ich bin hier fremd.


©Text: Monika Falck
Die kostenlose Verwendung des Textes in Schulen ist mit der Autorinnenangabe gestattet
.

©Foto: Monika Falck, Lizenz: CC By-NC-ND 3.0


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(c)Foto: Bernd Kretzer CC BY-NC-ND_3.0

 

 

Mitteilung: Robert Bosch Stiftung

Die meisten Flüchtlinge wollen rasch arbeiten; zugleich besteht großes Interesse, sich zu qualifizieren und weiterzubilden. Das zeigt eine gemeinsame Interviewstudie des Forschungsbereichs beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) und der Robert Bosch Stiftung.

Welcher Weg zu gesellschaftlicher Teilhabe führt, ist dabei individuell verschieden. Deshalb sind flexible Strukturen und passgenaue Maßnahmen für Flüchtlinge nötig. Die Studie zeigt darüber hinaus: Persönliche Begegnungen und zwischenmenschliche Kontakte sind von zentraler Bedeutung für Integration und Teilhabe. … weiter

Quelle: www.bosch-stiftung.de


Direktdownload der Studie


©Foto: Integration, geralt, pixabay.com; Lizenz: CC0

von Imago

Wohl die meisten Menschen ahnen bis heute nicht, wodurch sie sich – zumindest bislang noch – ihr ganzes Leben lang – vorzugsweise – bestimmen lassen und was sie daher als Hauptmerkmal ihrer Denk-, Fühl- und Handlungsweise jeden Tag auf‘ s Neue – einerseits zwar ganz bewusst, zum großen Teil aber eben auch unbewusst – hauptsächlich immer wieder und wieder reproduzieren, nämlich – DAS TRENNEN.

Unser frühester Trennungsschmerz liegt dem wohl zugrunde, an den sich freilich wohl keiner einer von uns so richtig erinnern kann, erstmals von uns erlebt an dem Tag unserer Geburt, als wir unsere uns bis dahin unmittelbar nährende Heimstätten im Bauch unserer Mütter verließen. Mit all der bis dahin erlebten Geborgenheit war es von da an – vorbei, und das grelle Licht des Kreißsaals blendete und erschreckte wohl die meisten von uns zusätzlich. … weiter


©Foto: Engin Akyurt – pixabay.com, Lizenz: CC0

Mitteilung: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Welche Sorgen Menschen plagen, hängt stark von ihrer ökonomischen Lage und ihrem kulturellen Hintergrund ab. Das zeigt eine empirische Studie unter Federführung der Universität Bonn.

Gerade die kulturelle Elite werte zudem mitunter die Befürchtungen anderer Gesellschaftsschichten als illegitim ab, schreiben die Wissenschaftler. Ängste seien insofern auch ein Herrschaftsinstrument. Die Studie ist nun im Fachjournal „The Sociological Review“ erschienen. … weiter

Quell: Uni Bonn | idw-online.de

Menschen suchen Freunde, die einer anderen ethnischen oder religiösen Gruppe als der eigenen angehören, nach deren individuellen Eigenschaften aus

Mitteilung: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Obwohl die Schlagzeilen weltweit vor allem von Uneinigkeit und Konflikten beherrscht werden, schließen Menschen seit jeher Freundschaften über Gruppenzugehörigkeiten hinweg. Doch nach welchen Kriterien wählen sie Freunde aus, die einer anderen Gruppe angehören?

In Zusammenarbeit mit Gartenbauern aus Bolivien haben Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der University of California Santa Barbara herausgefunden, dass Menschen sehr ähnliche Kriterien anwenden wie bei der Auswahl von Freunden innerhalb der eigenen Gemeinschaft: In beiden Fällen zählen vor allem individuelle kooperative Eigenschaften. Nur wenn es darum geht, begrenzte Ressourcen aufzuteilen, beeinflussen Gruppeneigenschaften die Wahl. … weiter

Quelle: www.mpg.de/de | idw-online.de

Tausend Geschichten wohn(t)en hinter diesen Mauern

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Fotos: Bernd Kretzer, Lizenz: CC BY-NC-ND 3.0
Zusammenstellung: Joscha Falck


 

Forscher gehen davon aus, dass die unbekannte Art deutlich kleiner gewesen sein könnte als bisher gedacht

Mitteilung: Eberhard Karls Universität Tübingen

Gibbon

Der letzte gemeinsame Vorfahr von Menschenaffen und Menschen ist ein rätselhaftes Wesen. Dr. Mark Grabowski vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen beschreitet gemeinsam mit seinem Kollegen William L. Jungers von der University of Stony Brook, New York, einen neuen Weg, um die Größe dieser unbekannten Art und ihrer Verwandten zu bestimmen und Rückschlüsse auf ihre Lebensweise zu ziehen: Sie haben die Evolution der Körpermasse in der und vor der Abstammungslinie der Menschen rekonstruiert. Grundlage sind durchschnittliche und geschätzte Körpermassen einer großen Zahl von lebenden und ausgestorbenen Arten von Menschen, Menschenaffen und anderen Primaten, welche die Forscher mithilfe neuer vergleichender Methoden untersucht haben. … weiter

Quelle: Uni Tübingen | idw-online.de


© Grafik: Gibbon by Firkin, openclipart, CC0

Israelische Psychologin erforscht an der Universität Jena Dynamiken hinter Ideologien

Mitteilung: Friedrich-Schiller-Universität Jena

Der Nationalismus hat sich breitgemacht im vereinten Europa. Das zeigen nicht nur die diesjährigen Wahlergebnisse in Staaten wie den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und Österreich. Immer deutlicher gelingt es bestimmten politischen Gruppierungen, mit scheinbar einfachen Antworten auf komplizierte Fragestellungen Menschen für sich zu vereinnahmen. Populistische Ideologien gewinnen an Einfluss auf Politik und Gesellschaft. Doch warum sind eigentlich so viele Menschen empfänglich für diese simple Sicht auf die Dinge? Wie funktionieren Ideologien und welche psychologischen Prozesse liegen ihnen zugrunde? … weiter

Quelle: Universität Jena | idw-online.de

Freiheit, die Unfreiheit bedeutet – Warum Günther Anders aktueller denn je ist

von Stefan Oehm

Der deutsche Philosoph und Schriftsteller Günther Anders hielt 1958 vor der Lessing-Gesellschaft Hannover einen Vortrag, der in den euphorisierten Jahren des Wirtschaftswunders in seiner gegenläufigen Grundstimmung befremdlicher kaum sein konnte.

In diesem Vortrag – Akustische Nacktheit, später unter dem Titel Die Antiquiertheit der Privatheit veröffentlicht (Anders 2013) – beschreibt er eine Entwicklung, deren furioses Finale wir derzeit beobachten können: Die Selbst-Aufgabe des modernen Menschen, seine konformistisch geprägte Schamlosigkeit, die Umwertung moralischer Werte, die Dialektik der Unfreiheit bedeutenden Freiheit, der fast widerspruchslos akzeptierte sanfte Totalitarismus privatwirtschaftlicher Mächte, an deren digitaler Leine wir hängen. … weiter


 

weitere Aufsätze von Stefan Oehm im Magazin Auswege


©Foto: Bernd Kretzer, Lizenz: CC_BY-NC-ND_3.0