von Gaby Frydrych
„Was hast du dir bloß dabei gedacht?!“ Der Schulleiter wedelt wütend mit ein paar Blättern herum. „Schon 20 Schülerinnen waren bei mir, weil sie unbedingt am Projekt ,Fallschirmspringen für Mädchen‘ teilnehmen wollen!“

Ich drehe mich zur Seite, damit der Schulleiter mein Grienen nicht sieht. Schon lange stört mich, dass ihm die „Außenwirkung“ seiner Schule wichtiger ist als der alltägliche Frondienst. Er liebt Kollegen, die mit ihren Klassen Wettbewerbe der Bäckerei-Innung oder der Sparkasse gewinnen, und Verdienstmedaillen umgehängt bekommen. … weiter

Mitteilung: Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)

Mit IQ-Tests und systematischen Interviews hat eine Studie des DIPF bei 129 Sechs- bis Neunjährigen untersucht, ob sich die Intelligenz der Kinder auf ihren moralischen Entwicklungsstand auswirkt. Dabei konnte kein Zusammenhang festgestellt werden.

Von besonders intelligenten Kindern wird gerne erwartet, dass sie sich anständiger als ihre Altersgenossen verhalten. Einige Studien, die einen Zusammenhang zwischen Intelligenz und moralischen Urteilen bei Jugendlichen und Erwachsenen festgestellt haben, scheinen diese Haltung zu bestätigen. Aber lässt sich der Befund auch auf jüngere Kinder übertragen? … weiter

Quelle: DIPF/ idw-online.de

von Stefan Oehm

Ende November 2016 gab der derzeitige Vorsitzende des Kulturrats NRW, der ehemalige deutsche Innenminister Gerhart Baum, der Rheinischen Post ein Interview, das nachdenklich machte. Kultur zu fördern, so bedeutet er darin den kulturpolitisch Verantwortlichen Düsseldorfs, heiße nichts anderes, als „die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft“ zu sichern.

Stefan Oehm beschreibt in seinem neuen Aufsatz „Kunst als lebenslanges Bildungsprogramm“. Kunst ist „das Herz der Demokratie. Freiheit und Autonomie: Das ist das, was die Kunst demjenigen mit auf den Weg gibt, der sich mit ihr auseinandersetzt.“

Den Aufsatz lesen


 

©Foto: by Sascha Ruß – jugendfotos.de – CC-Lizenz(by-nd)

von Gaby Frydrych

Emma wird acht. „Was wünschst du dir denn zum Geburtstag?“, frage ich. „Alle Wünsche sind schon vergeben“, teilt Emma mit, „ich habe keine mehr übrig.“ Ich staune. Ich hatte als kleines Mädchen immer ein paar unerfüllte Wünsche.

So beginnt Gaby Frydrychs Glosse über Kindergeburtstage und die Wünsche der lieben Kleinen. Die Eltern leiden unter dem Stress der richtigen pädagogischen Förderung und ihrer eigenen Stellung in der Familie. Wenn dann noch die Geschenk- und Konkurrenznöte von Patschworkgroßeltern und allen Tanten und Onkel dazu kommen, wird es anstrengend für alle Beteiligten.

Lesen ist angesagt!

©Foto: gifts by blickpixel, pixabay, CC0


 

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von Stefan Oehm

„Was wollt ihr denn noch von der Kunst?“ Niklas Maak stellt Kulturschaffenden wie Kunstinteressierten in einem bemerkenswerten Artikel in der F.A.S. die Sinnfrage angesichts einer Kunst, die zunehmend mehr in die Fänge einer globalen Ökonomisierung gerät. Einer Kunst, die allerdings an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig ist, begibt sie sich doch bisweilen freiwillig dort hinein und beraubt sich, derart kommerziell gleichgeschaltet, weitgehend selbst der ihr innewohnenden Kritikfähigkeit.

Aber wovon spricht man überhaupt, wenn man von ‚der Kunst’ spricht? … weiter


©Foto: man by 3dman_eu, pixabay, CC0

 Weitere Aufsätze von Stefan Oehm im Magazin Auswege

 

18. Januar 2017 · Kommentare deaktiviert für Der gekränkte kleine Junge und die digitale Welt · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , , , , , ,

Ein Kommentar von Götz Eisenberg

In der Sonntagsausgabe der FAZ, die diesmal wegen der Wetterverhältnisse erst am Montag ausgeliefert wurde, las ich einen Artikel über das Twittern von Donald Trump. Nachdem  Mitte Dezember ein chinesisches Kriegsschiff eine amerikanische Forschungsdrohne beschlagnahmt hatte, protestierte das Pentagon und es folgten Verhandlungen über die Rückgabe der Drohne. Zwei Tage nach dem Vorfall setzte der gewählte Präsident Trump folgenden Tweet ab: „China stiehlt in internationalen Gewässern eine Forschungsdrohne der US-Navy – reißt sie aus dem Wasser und nimmt sie in einem präzedenzlosen Akt mit nach China.“ Staat „unprecedented“ hatte Trump zunächst „unpresidented“ geschrieben, und diesen Verschreiber finde ich viel interessanter als den Sachverhalt selbst. Weiterlesen »

11. Januar 2017 · Kommentare deaktiviert für Was bedeutet Teilhabe für die Kunst? · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , , , , , , , , ,

von Stefan Oehm

… Gerade vor dem Hintergrund der Bedeutung von Kunst und Kultur als konstituierende und stabilisierende Kraft für eine offene, zivilisierte Gesellschaft, bekommt der erweiterte Gebrauch des Wortes Teilhabe eine Bedeutung, deren Dimension sich einem erst nach und nach eröffnet: Teilhabe bedeutet da nicht mehr passiver Konsum, sondern aktive Auseinandersetzung mit dem Werk – KünstlerInnen zwingen den Einzelnen durch ihre inspirierende Nötigung zur spontanen, selbstverantworteten Stellungnahme.

Somit wären es nicht Kunst und Kultur, die „Werte jenseits der Maßstäbe ökonomischer Verwertbarkeit“ schaffen – dank ihrer inspirierenden Kraft schaffen Kunst und Kultur diese Werte durch und mit uns: In einem steten Prozess der Rezeption und Inspiration konstituieren sich alle Beteiligten mit ‚unsichtbarer Hand’ (Adam Smith) gemeinsam ihre gemeinsamen kulturellen Werte, ihre gemeinsame Geschichte und Identität. Diese stellen sich somit, von niemandem beabsichtigt, als kollektives Resultat der individuellen Beiträge dar. … weiter


 

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©Foto: twinlili / www.pixelio.de

 

22. Dezember 2016 · Kommentare deaktiviert für Die Mühsal der Eigenverantwortung · Kategorien: Kultur- und Lebenswege, Standpunkte · Tags: , , , , , ,

von Stefan Oehm

Im August 1975 kam es in Erfurt zu gewalttätigen Übergriffen auf algerische Vertragsarbeiter. Ein fremdenfeindlicher Vorfall, der von der Führung der DDR ebenso unter den Tisch gekehrt wurde wie der Mord an zwei Kubanern in Merseburg 1979 und all die anderen Taten, die sich dort in den 70er und 80er Jahren ereigneten. Es konnte ja nicht sein, was nicht sein durfte. Schließlich baute man in internationaler Solidarität gemeinsam am großen proletarischen Projekt „Sozialismus“. Und da hatte man längst jene völkisch-atavistischen Denk- und Verhaltensstrukturen überwunden, die dem kapitalistischen Bruder im Westen noch zu eigen waren.

Denkste. Wo keine selbstkritische Aufarbeitung stattfindet, kann auch nichts überwunden werden. Das Gegenteil war der Fall: Diese Denk- und Verhaltensstrukturen überlebten und manifestierten sich in weiten Teilen der Bevölkerung unterhalb der Wahrnehmungsgrenze. … weiter

 

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14. Dezember 2016 · Kommentare deaktiviert für „Wer faul ist, muss bestraft werden“ · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , ,

Am 13.12.2016 erschien in der taz ein Interview mit dem Soziologen Hans-Albert Wulf über „Müßiggänger und Arbeitsscheue“ und über das Nichtstun und die gesellschaftliche Ächtung von „faulen Arbeitslosen“, Hartz-IV-Empfängern und der Geschichte der Demütigung der Unterschicht. Lesenwert! Mit einer dicken Empfehlung für die Bearbeitung des Textes im Unterricht.

„Wer faul ist, muss bestraft werden“
Interview: Sonja Vogel

Das Interview lesen

12. Dezember 2016 · Kommentare deaktiviert für „Mama, ich möchte Fußballstar werden“ · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , , ,

Wie können Eltern und LehrerInnen mit Berufswünschen von Grundschulkindern umgehen? Das untersucht Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Iris Baumgardt von der Universität Siegen

Mitteilung: Universität Siegen

Berufsorientierung schon in der Grundschule – ist das übertrieben früh oder sinnvoll? Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Iris Baumgardt von der Uni Siegen hat Dritt- und ViertklässlerInnen befragt, was sie mal werden wollen. Weiterlesen »