Eine Glosse von Gaby Frydrych

5.30 Uhr. Die Sonne strahlt. Schon 20 Grad im Schatten. Der Radio-Moderator ist begeistert: „Endlich voll Sommer!“ Er singt freudig das Lied von „2raumwohnung“ mit:

„36 Grad, und es wird noch heißer,
mach den Beat nie wieder leiser,
36 Grad, kein Ventilator,
das Leben kommt mir gar nicht hart vor.“

Ja, es gibt Menschen, die brüten und transpirieren gern in dumpfer Wärme. Die fahren in den Sommerferien in den Süden, weil ihre Lebensgeister erst bei 40 Grad erwachen. Meine Lebensgeister sterben dann ab. Mir reichen 20 Grad bei frischem Wind völlig. … weiter

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Den Sündenfall beim Wort genommen

von Stefan Oehm

Der Anfang klang vielversprechend (1.Mose 1): Gott schuf Himmel und Erde, indem er der Welt sein Wort gab und mit ihm Licht ins Dunkel brachte. Sodann schuf Gott mit Eden, sumerisch ‚edin’, Ödnis, Steppe, eine Oase der Ruhe. Einen Garten, umzäunten Bereich, ein Gehege, awestisch ‚pairidaēza’. Und darin den Menschen sich selbst zum Ebenbild – als Mann und Frau. Zwei, die eins sind: Mensch. Im Ursprung wie in ihrem göttlichen Auftrag gleichrangig: Macht euch die Welt untertan. … weiter

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Eine Exkursion
von Stefan Oehm

1.
Heimat. Herz. Ehre. Stolz. Seele. Sehnsucht. Die Köpfe der Menschen sind derzeit voll mit solch irrationalen und emotional aufgeladenen Begrifflichkeiten. Allesamt stehen sie im harten Kontrast zu unserer ansonsten so von instrumenteller Vernunft, von Ökonomisierung, Nutzenorientierung und dem Primat der Verwertbarkeit, Berechenbarkeit und Messbarkeit dominierten Lebenswelt, die unsere Denkstruktur und damit unsere Sicht der Dinge beherrscht.

Eine positivistisch grundierte Zeit, die das Ende der von Horkheimer/Adorno beschriebenen Aufklärung zu markieren scheint, die einst in den Welterklärungen der Mythen ihren Anfang nahm. Sie bedeuteten das Ende unserer ursprünglichen Unmittelbarkeit: Der Mensch verließ die Natur, um in die Kultur zu treten. Er lebte von nun an nicht mehr als Natur in und mit der Natur, sondern stellte sich die Welt vor. Erklärte sie sich. Nannte die Dinge beim Namen. Und bannte sie im Wort: Damit trat der Logos, die Ratio in seine bis dato heile Welt. … weiter

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Hinweis: Aufgrund der Länge des Textes empfehlen wir den Ausdruck des Aufsatzes: kleinere Schrift, geringerer Zeilenabstand (siehe auch „print“). Der reine Text umfasst 19 Seiten. Download der Printfassung

Mitteilung: Kühne Logistics University (KLU)

Charismatische Menschen reißen ihre Anhänger mit, motivieren und beeinflussen sie. Doch was genau ist Charisma? Aktuell kehrt die alte Frage nach der Ausstrahlungskraft zurück in die Politik – gerade in Zeiten eines wachsenden Populismus. Susan Reh und Prof. Dr. Niels Van Quaquebeke von der KLU finden gemeinsam mit Steffen R. Giessner von der Erasmus Universität Rotterdam in einem aktuellen Fachartikel neue Antworten auf die Frage nach dem Charisma. Demnach lässt sich Charisma nicht nur mit rationalen Argumenten und sozialer Kompetenz erklären. Vielmehr bestimmen personen- und umweltbezogene Signale wie Größe, Farben, Temperatur und Entfernung, ob ein Mensch charismatisch wirkt oder nicht. … weiter

Quelle: KLU/idw-online.de

24. April 2017 · Kommentare deaktiviert für Kinder in den Mittelpunkt der Förderung stellen · Kategorien: Kultur- und Lebenswege, Standpunkte · Tags:

Mitteilung: IBKA

Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) in Nordrhein-Westfalen kritisiert die Beschlüsse der „Alternative für Deutschland“ zur Familienpolitik.

„Die Familienpolitik eines modernen und säkularen Staates muss in erster Linie das Wohl der unter ihrem Schutz lebenden Kinder verwirklichen“, so Rainer Ponitka, Sprecher des IBKA in NRW. „Hierzu gehört die Garantie auf Gesundheitsfürsorge, Bildung und finanzielle Sicherheit – unabhängig davon, ob die unmittelbaren Bezugspersonen homo-, bi-, hetero- oder autosexuell leben wollen.“ Weiterlesen »

06. April 2017 · Kommentare deaktiviert für Neue Studie zu Kommunikationsfähigkeiten zweisprachig aufwachsender Kinder · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , ,

Mitteilung: Deutsche Gesellschaft für Psychologie

Zweisprachig aufwachsende Kinder sind eher in der Lage, sprachliche Missverständnisse richtig zu stellen als einsprachig aufwachsende Kinder. Sie profitieren dabei von ihren Erfahrungen mit schwierigen Kommunikationssituationen.

Das zeigen Psychologen in einer Studie mit 111 Kindern im Alter von zwei bis drei Jahren. Die Ergebnisse sind aktuell in der Fachzeitschrift „Journal of Experimental Child Psychology“ veröffentlicht worden. … weiter

Quelle: www.dgps.de

05. April 2017 · Kommentare deaktiviert für Das wahre Leben · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , ,

Eine Glosse von Gaby Frydrych

Der Jugendfreund ist in den letzten vierzig Jahren (auch) nicht schöner geworden. Vermutlich hätten wir uns im Vorbeigehen auf der Straße nicht erkannt. Er schiebt die letzten drei Scampi auf seinem Teller hin und her und gibt sich Mühe, mir zuzuhören. Aber das fällt ihm schwer. Er redet gerne selber. Am liebsten von sich und seinen Krankheiten.

Als ich einen Moment innehalte, bricht es aus ihm heraus: „Ach ja, Lehrer wollte ich auch mal werden. Habe die Kurve nach dem ersten Staatsexamen aber noch rechtzeitig gekriegt. Gottseidank. In der Schule bekommt man vom wahren Leben ja überhaupt nichts mit!“ … weiter


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15. März 2017 · Kommentare deaktiviert für Als Europa sich von den Arabern abwandte · Kategorien: Kultur- und Lebenswege, Lesezeichen · Tags: , ,

Mitteilung: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

In der Renaissance begannen die Europäer, die arabischen Wurzeln ihrer Kultur zu verdrängen: Damit befasst sich das neue Buch des Würzburger Philosophie-Professors Dag Nikolaus Hasse. … weiter

Quelle: Uni Würzburg/idw-online.de

04. März 2017 · Kommentare deaktiviert für Strafaktion im Schulgarten – Teil 2 · Kategorien: Kultur- und Lebenswege, Standpunkte · Tags: , , , ,

von Gaby Frydrych
Ich muss das Projekt „Schulgarten“ betreuen. Das ist die Strafe des Schulleiters, weil ich seine intensiven Bemühungen um die Außenwirkung unserer Anstalt verspottet habe. Hinter der Cafeteria liegt das verwilderte Gelände, das mal ein Schulgarten war. Den ehemaligen Geräteschuppen benutzt der Hausmeister jetzt als Garage. Auf keinen Fall wird er ihn für mich räumen! Eine pensionierte Kollegin hat den Garten einst angelegt.

Angeblich gab es mal einen Froschteich, eine Kräuterspirale, ein Freiluft-Klassenzimmer und ertragreiche Hochbeete. In den Sommerferien ist die Kollegin nicht verreist, sondern hat stattdessen den Schulgarten gewässert. Eine richtige Nachfolge fand sich nicht. Aber Interessenten für Büsche und Stauden… … weiter

Strafaktion im Schulgarten – Teil 1 downloaden


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01. März 2017 · Kommentare deaktiviert für Assoziationen zur Frage: Ist das Kunst? · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , ,

von Stefan Oehm

Man möchte meinen, dies sei eine Frage des Geschmacks. Aber weit gefehlt: Es ist schlicht eine unsinnige Frage.

Die eigentliche Frage hinter der Frage, ob ein Werk Kunst ist, lautet: Was ist Kunst? Denn nur wenn diese Frage hinreichend beantwortet werden kann, wäre eine Zuschreibung eines einzelnen Werkes als ‚Kunst’ überhaupt denkbar. Die Bedingung der Möglichkeit der Beantwortbarkeit dieser Frage ist jedoch die Annahme der wie auch immer gearteten Existenz einer abstrakten Idee: dem Wesen einer Sache.

Dieses Wesen ist ein sehr praktikables, jedoch rein gedankliches Konstrukt, bei dem wir gewisse allgemeinverbindliche Merkmale imaginieren, um etwas als etwas benennen zu können. In unserem Falle: als ‚Kunst’. Versucht man nun aber ihr Wesen zu benennen, an dem ein Werk in irgendeiner Form teilhat und es, so geadelt, als ‚Kunst’ bezeichnet werden kann, dann wird es diffus. … weiter

©Grafik: GDJ, openclipart.org, PD