gsf – … das schrieb Thomas Gebauer in seinem Eingangskommentar "Mehr soziales Eigentum" im Rundschreiben 1/2013 von medico international:
… Die Ökonomisierung von Mensch und Gesellschaft ist nahezu abgeschlossen, die ökologischen Grenzen erreicht. Allein der Raubbau an den natürlichen Ressourcen sowie die kulturelle Erosion versprechen noch Rendite. Zu letztem zählten die Kapitalisierung von Gesundheitseinrichtungen, der häuslichen Pflege, genossenschaftlicher Wohnformen, der Wasserversorgung, mithin die Enteignung des durch Umverteilung gebildeten „sozialen Eigentums“. Wer heute Umverteilen fordert, verlangt mehr als Fairness. Er fordert zugleich ein Eigentumsmodell jenseits von Privateigentum als institutionelle Grundlage dafür, dass Menschen nicht in Armut und Krankheit verrecken müssen. …
Zahlreiche neoliberale Politiker und Mitbürger wollen uns seit vielen Jahren weismachen, dass jeder seines Glückes Schmied sei. Die Entsolidarisierung der Gesellschaft wird vorangetrieben: In Deutschland gäbe es zu viel Sozialneid, Hartz-IV würde missbraucht werden und die "Nichtsnutze" lebten in weiten Teilen ihre Faulheit in der sozialen Hängematte aus. Nichtsdestotrotz sollten sie wenigstens lieb, tolerant und dankbar sein, so wird gesagt. Fördern und – vor allem – Fordern heißt die Devise des neoliberalen Denkens!
Die Realität sieht anders aus: Weltweit gigantische Ausmaße der Umverteilung von unten nach oben – in Griechenland, in Spanien, aktuell gerade auch in Zypern; milliardenschwerer Steuerbetrug von Reichen; eine sich weiter verschärfende Arbeitslosigkeit in Europa, aber auch die zunehmende Armut in Deutschland. Wir sollten uns nicht einlullen lassen, sondern genau hinsehen und uns auf den Weg des Protestes machen.
Es kann sein, dass wir angesichts einer zunehmend stärker spürbaren Klimaveränderung, Privatisierungswellen (z.B. die drohende Wasserprivatisierung durch die EU), einer irrsinnigen Umweltgefährdung durch neue AKWs in China, durch Krisenherde und Bürgerkriege wie derzeit in Mali und Syrien, einem unvorstellbaren Elend in der Massentierhaltung, einer gigantischen Ausbeutung in Entwicklungsländern u.a.mehr gelähmt und entmutigt sind.
Der Weg heraus wird uns aber nur gelingen, wenn wir gerade jetzt verstärkt hinsehen, die Eigentumsfrage wieder und wieder stellen und Aktionen auf allen Ebenen planen. In dem Sinn ist dem Kommentar von Thomas Gebauer nichts hinzuzufügen: unbedingt lesen und das ganze medico-Heft weiterverteilen.
Weitere lesenwerte Themen im neuen Heft:
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Krank gespart (Gesundheitssystem in Griechenland)
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Kein Ende in Sicht (Bürgerkrieg in Syrien)
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Unterlassene Hilfeleistung – Interview mit Jean Ziegler
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Die Stadt der Blockierten (Migranten aus Mauretanien)
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und Beschreibungen diverser medico-Projekte
Die Texte können aus der pdf-Datei herausgezogen werden und sind gut geeignet zum Einsatz im Unterricht – als Informationsquelle bzw. als Diskussionsgrundlage.
►Das ganze medico-Heft 1/2013 downloaden (pdf-Datei, 939 kb)
►Siehe dazu auch den Aufsatz von Brigitte Pick "Wie hältst du es mit dem Kapitalismus?" im Magazin AUSWEGE
►Außerdem empfehlen wir die Webseite: umFAIRteilen-Reichtum besteuern und den Aktionstag am 13. April
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