von Götz Eisenberg

Wer mit wachen Sinnen durch die Welt geht, spürt, dass sich um uns herum etwas zusammenbraut. Wenn die Krisen des Finanzkapitalismus sich weiter zuspitzen, die Verelendung voranschreitet und die Unübersichtlichkeit eskaliert, droht die Gefahr einer Faschisierung von Teilen der Bevölkerung – und zwar in ganz Europa. Pegida hat uns in Deutschland einen Vorgeschmack geliefert.

red_flagUmso dringlicher ist es, dass die Linke eine Alternative formuliert und praktiziert, die die Menschen fasziniert und hinter dem Ofen hervorlockt.

„Das, was wirklich zählt – ist das etwa nicht das
Glück? 
Wofür macht man denn die Revolution, wenn
nicht, um glücklich zu sein?“
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Pier Paolo Pasolini

 →  … den ganzen Text lesen

 


logo-text-file  → Hier geht es zum letzten Aufsatz von Götz Eisenberg: 

 Von Grillen und Ameisen. Sozialpsychologische Aspekte des Griechenland-Bashings und der Sparpolitik

water-291506_by_mjthomas_pixabay_CC0Sozialpsychologische Aspekte des Griechenland-Bashings und der Sparpolitik

von Götz Eisenberg

Wer hart arbeiten und sich ständig am Riemen reißen muss, droht zu einem Menschen des Ressentiments zu werden. Die Gewalt, die nötig war, um Menschen in Arbeitswesen zu verwandeln, wird in der Wut spürbar, mit welcher der arbeitende Mensch auf diejenigen reagiert, die es real oder vermeintlich besser haben. Es geht im Folgenden um die sozialpsychologischen Aspekte der Auseinandersetzung der Europäischen Union mit ihrem Außenseiter Griechenland und der dortigen Regierung. Was spielt sich unterhalb der Ebene der offiziellen Texte ab? Von welchen unbewussten psychischen Energien und emotionalen Kräften werden die Debatten angetrieben? … weiter


©Foto: mjthomas, pixabay.com, CC0

01. April 2015 · Kommentare deaktiviert für Alles mitreißen in den Untergang · Kategorien: Essenzen · Tags: , , ,
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©Foto: Janusz Klosowski/www.pixelio.de

„Von dem Vulkan,
der in mir brütet und kocht,
hat kein Mensch eine Ahnung.“
Aus den Memoiren des Amokläufers
Ernst August Wagner

Die nach dem 11. September 2001 entstandene schizoide Großwetterlage begünstigt kollektive und individuelle Amokläufe. Wir leben seither in einem Klima von Gewalt und Krieg. Nach dem mutwillig herbeigeführten Absturz eines Airbus befindet sich Deutschland im Ausnahmezustand.

Seit am Dienstag ein Airbus der Fluglinie Germanwings auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen abgestürzt ist, kennt Deutschland kein anderes Thema mehr.

Götz Eisenberg unternimmt den Versuch einer Annäherung an die Ereignisse. den Aufsatz lesen


logo-text-file  Weitere Texte von Götz Eisenberg:

 Ohne Angst verschieden sein können

Platonischer Ausländer-Hass und die Grenzen der Aufklärung

„Überfremdung“ – Zur Sozialpsychologie eines Gefühls

Rezension:

Zwischen Amok und Alzheimer: Zur Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus. Rezension zu Götz Eisenbergs neuem Buch von Brigitte Pick

 

 

19. Februar 2015 · Kommentare deaktiviert für „Überfremdung“ – Zur Sozialpsychologie eines Gefühls · Kategorien: Standpunkte · Tags: , , , , ,
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(c)Foto: Thomas Max Müller / pixelio.de

Ein Erklärungsversuch von Götz Eisenberg

Pegida ist letztlich ein Ost-Phänomen geblieben. Der Funke ist, trotz eifriger Bemühungen, nicht auf den Westen übergesprungen. Dort protestiert eine Mehrheit von Pegida-Gegnern gegen eine Minderheit von xenophob verstockten Verteidigern des Abendlandes. Wie lässt sich dieses Ost-West-Gefälle erklären? … weiter

Hinweis: Der Text wurde vom Autor stark erweitert!
Die aktuelle Fassung stammt v. 19.2.2015

 


logo-text-file  Weitere Texte von Götz Eisenberg:

 Ohne Angst verschieden sein können

 Platonischer Ausländer-Hass und die Grenzen der Aufklärung

14. Februar 2015 · Kommentare deaktiviert für Zwischen Amok und Alzheimer: Zur Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus · Kategorien: Lesezeichen · Tags: , , , , ,

Eisenberg_Amok_und_AlzheimerRezension zu Götz Eisenbergs neuem Buch

von Brigitte Pick

Götz Eisenberg hat ein sehr lesenswertes Buch – etwas eigenwillig strukturiert – geschrieben, das mit einem klaren Standpunkt aufwartet und ein Angebot zur Orientierung bietet. Er selbst nennt sein Buch „eine Collage von essayistischen Fragmenten, keinen in sich geschlossenen Text.“ (S.28) Das schließt Redundanzen ein.

Der Autor, der uns auch an seiner politischen Sozialisation Ende der 1960er teilhaben lässt, bekennt sich weiter als freischwebender Linker und ist nicht zum Wertekonservativen mutiert. „Die Erzeugung des Menschlichen ist das Kriterium von Emanzipation, weniger die abstrakte politische Entscheidung zwischen links und rechts.“ (S.129)

Er beschreibt an vielen Beispielen eine Gesellschaftsform, die zu zerbrechen scheint. Seine Beobachtungen aus dem Alltag, die man als bereichernd, nachvollziehbar und teilweise sehr komisch empfindet, untermauert er mit sozialpsychologischen Erklärungen. Man kann auf der Straße lernen, wenn man die Augen offen hält und die Sinne wach hält. Andere stellen sich taub und nennen ihre Gehörlosigkeit Realismus. … weiter

von Götz Eisenberg

„Es gibt die Ungeheuer, aber sie sind zu wenig,
als dass sie wirklich gefährlich werden könnten.
Wer gefährlicher ist, das sind die normalen Menschen.“
Primo Levi

Solange die wöchentlichen Pegida-Aufmärsche stattfinden, müssen wir dazu Stellung beziehen. Das Verheerendste an der gegenwärtigen Entwicklung ist, dass sich im Schlagschatten von Pegida und weit über diese hinaus eine Diskussion entwickelt, die eine Definition sozialer Zugehörigkeit vornimmt, die festlegt, wer „zu uns gehört“ und wer nicht. Die Lage derer, die aus dem eigenen sozialen und moralischen Bezugssystems ausgeschlossen werden, ist prekär. … weiter

Bemerkungen zum grassierenden Rassismus

von Götz Eisenberg

Randnotizen.gif4,7 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden sind Ausländerinnen und Ausländer. Den Anteil der Muslime an der Bevölkerung Dresdens beträgt 0,4 Prozent. Warum sind dort die anti-islamischen, ausländerfeindlichen und rechtsextremen Demonstrationen am stärksten? … weiter


logo-text-file  Götz Eisenberg schreibt regelmäßig im Magazin Auswege.

 ► Hier geht es zu seinen anderen Aufsätzen und Rezensionen

09. Dezember 2014 · Kommentare deaktiviert für Unzeitgemäße Anmerkungen zum Umgang mit Menschen – nicht nur im Gefängnis · Kategorien: Essenzen · Tags: , , , , ,

faces_by_geralt_pixabay.com_CC0Götz Eisenberg schreibt in seinem neuen Aufsatz

Unzeitgemäße Anmerkungen zum Umgang mit Menschen – nicht nur im Gefängnis

… Wenn meine Grundannahme richtig ist, dass Kriminalität (überwiegend) die Folge negativer Beziehungserfahrungen ist, würde sich daraus ein ganz anderes Konzept des Umgangs mit den Gefangenen ergeben. Nämlich eines, das auf Kontinuität und Verlässlichkeit setzt. Ich könnte mich mit dieser Annahme sogar auf Resultate der Hirnforschung berufen, die nachgewiesen hat, das Lernen in emotional besetzten Kontexten und mit emotionaler Begleitung leichter und besser in Gang kommt. Es braucht also persönliche Übertragung zwischen lebendigen Menschen, damit nachhaltiges Lernen in Gang kommt. Fehlt sie, ist Unterricht nur eine Dressur und seine Inhalte bleiben den Schülern äußerlich. …

Der Text ist eine Aufforderung an Menschen in Beratungsprozessen – in Gefängnissen und Bildungseinrichtungen gleichermaßen -,   sich aufeinander einzulassen, In-Beziehung-zu-treten, Bindungen aufzubauen, Empathie und Akzeptanz zu entwickeln. Eisenberg sagt: „Die stärkste Motivationsdroge für den Menschen ist der andere Mensch.“

Lesen ist angesagt! Weiterlesen »

28. Oktober 2014 · Kommentare deaktiviert für Die Transparenz-Hölle · Kategorien: Lesezeichen, Virtuelles und Reales · Tags: , , , , ,

Dave_Eggers_CircleDer amerikanische Autor Dave Eggers hat einen Roman über ein fiktives, weltweit operierendes IT-Unternehmen namens „Der Circle“ geschrieben, das wie eine Verschmelzung von Facebook, Apple, Google, Amazon und Twitter anmutet.

Götz Eisenberg hat das Buch gelesen. … weiter


logo-text-file  Götz Eisenberg schreibt regelmäßig für das Magazin Auswege.

Hier sind seine bisherigen Aufsätze

Negt_Philosophie_des_aufrechten_GangsZu Oskar Negts „Streitschrift für eine neue Schule“ 

von Götz Eisenberg

Man wird Oskar Negt den Leserinnen und Lesern des Magazins Auswege nicht vorstellen müssen. Für viele von ihnen wird er seit Studienzeiten ein kritischer Begleiter durchs Berufsleben gewesen sein. … Das neue Buch ist für Negts Verhältnisse ein schmales Bändchen von gerade mal 125 Seiten, das ich im Urlaub an einigen Tagen am Strand gelesen habe. Es ist ein Kompliment für ein philosophisches Buch, wenn man es in Ferienstimmung und in angenehmer Umgebung lesen kann und mag. … weiter


Oskar_NegtAm 1.8.2014 wurde Oskar Negt 80. "Temporär und exklusiv zeigt Faust-Kultur … einen Ausschnitt aus Jonas Englerts Videoarbeit »Zoon Politikon«, in dem Oskar Negt von seinem Leben erzählt." Götz Eisenberg hat uns den Link übermittelt. Wir danken!

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30. September 2014 · Kommentare deaktiviert für Krieg liegt in der Luft. Zur sozialpsychologischen Funktion des Feindes · Kategorien: Standpunkte · Tags: , , , , ,

Sozialpsychologische Anmerkungen von Götz Eisenberg

Klassengespaltene und krisengeschüttelte Gesellschaften bedürfen eines äußeren Feindes, um sich zu einen und ein großes Wir über den inneren Zerreißungen entstehen zu lassen. „Wer keinen Feind mehr hat, begegnet ihm im Spiegel“, hat Heiner Müller lakonisch bemerkt. Und wer will das schon?

Nach dem Untergang des Ostblocks war die Position des Feindes vakant. Spätestens seit dem 11. September 2001 hat diese Funktion „der islamistische Terror“ übernommen. … weiter


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  … und hier geht es zu den anderen Texten von Götz Eisenberg im Magazin Auswege

In der Schule bekamen wir beigebracht: Am 28. Juni 1914 hat in Sarajevo ein fanatischer Serbe den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand feige ermordet. Die Folge war der Erste Weltkrieg. Um 1968 herum hieß es dann: Papperlapapp – der Imperialismus und seine Widersprüche führten zum Krieg. Die Attentäter von Sarajevo kamen in dieser Version der Geschichte gar nicht mehr oder nur als willenlose Marionetten vor.

Heute geht es unserem Autor Götz Eisenberg um die dialektische Vermittlung beider Erklärungen, in der sowohl die konkreten Gestalten der Attentäter und ihre Intentionen, als auch der Imperialismus – als übergreifender Rahmen und Bedingungsgefüge der Ereignisse – vorkommen:

 

quotes_oben  Götz Eisenberg

  Das Attentat von Sarajevo oder: Von der Abdrift der Geschichte

 Besuch am „Vidovdan“

„Was einen Terroristen ausmacht,
ist zunächst einmal eine bestimmte Art der Verzweiflung.
Oder genauer gesagt, das Streben,
über die Verzweiflung hinauszugehen,
indem er sein Leben einsetzt
und so der Verzweiflung einen Sinn gibt.“

John Berger

Es war ein schöner Sommertag, wie es sich für einen 28. Juni gehörte. Der Himmel war von einem makellosen Blau, und die Stadt badete geradezu im klaren Licht der Morgensonne. Ein herrliches Sonntagswetter für alle gebeten und ungebeten Gäste, die heute nach Sarajevo kommen würden“, dachte der Untersuchungsrichter Leo Pfeffer, als er an diesem Morgen in Begleitung einer seiner Töchter das Haus verließ. Sie schlugen den Weg zum Rathaus ein, um die Ankunft des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand mitzuerleben.

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