„Sina, gib Gas!“ – Zur Unsitte der Abi-Transparente

von Götz Eisenberg

Als ich mit meinem Freund Klaas nach dem Besuch einer Veranstaltung in Marburg zum Auto zurückgingen, kamen wir an einem Gymnasium vorbei. Der gesamte Eingangsbereich war mit Plakaten und bemalten Bettlaken vollgestellt und –gehängt.

Zunächst dachten wir an eine Form des Schülerprotestes gegen Klimawandel, Schulstress und Leistungsterror, aber bei genauerem Hinsehen begriffen wir, dass es sich um Aufmunterungs- und Durchhalteparolen für die Schüler handelte, die dieser Tage mit den Abiturprüfungen beginnen. „Toi,toi,toi, Anna-Lena“ , „Ganz viel Glück, Kevin !„, „Sina, gib Gas!“ , „Du schaffst es, Leon!“, „Hau rein, Lisa“, „Wir denken an Dich, Jessica“, hatten Eltern und Geschwister auf Tücher und Transparente gemalt. … weiter


 

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Inklusion und das Gymnasium

Juristische Anfragen und erste Antworten

von Hans Wocken

Die nicht unbeträchtlichen Mängel in der Umsetzung der schulischen Inklusion haben die einstige „Willkommenskultur“ gekippt. Eltern, Lehrer und Schulen, die vormals die schulische Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen als eine „gute Idee“ ansahen und begrüßten, sind angesichts der nennenswerten Umsetzungsprobleme enttäuscht, hegen nun Zweifel und Skepsis oder agieren sogar offen oder verdeckt gegen die schulische Inklusionsreform. Bei den Landtagswahlen 2017 in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein war Inklusion ein zentrales Wahlkampfthema.

Im April 2018 hat die eh aufgeregte und aufgekratzte Inklusionsdebatte einen neuen Höhepunkt erreicht. Auslöser war ein sorgfältig recherchierter Bericht in der Regionalzeitung „Weser-Kurier“, der im Lokalteil Bremen platziert war und deshalb keine umgehende Beachtung fand. Diesem ersten Bericht folgte schon zwei Tage später ein Artikel im publizitätsträchtigen SPIEGEL: „Gymnasium in Bremen: Schulleiterin verklagt Senat wegen Inklusion“.

Der folgende Beitrag dreht sich um die juristischen Fragen, die die Bremer Klage gegen Inklusion am Gymnasium aufwirft. … weiter mit dem Text zum Lesen am Bildschirm (pdf-Datei, 16 S.)

Text für einen Ausdruck aufbereitet (kleinere Schrift und Zeilenabstände, verkleinertes Foto), pdf-Datei, 13 S.


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Wer‘s hinter sich hat, wird erstmal durchatmen

Eine Buchbesprechung von Susanne Giebelers Roman „Gymnasium“

von Günther Schmidt-Falck

Der schlichte Titel des Romans von Susanne Giebeler lässt keinen Zweifel an seinem Inhalt: In „Gymnasium“ geht es um den Alltag an deutschen Bildungsstätten. Am Beispiel des fiktiven „Goethe-Gymnasiums“ schildert die Autorin das Leben, Lernen und Leiden von SchülerInnen, Lehrkräften und Eltern. Sie beleuchtet detailliert und hintergründig die Innen- und Außenwelt der Institution und hat ein sehr berührendes, aber auch beklemmendes Panorama gymnasialer Schulwirklichkeit geschaffen. … weiter

Grundschule: Früher Englischunterricht weniger effektiv als erhofft

Studie: Ruhr-Universität Bochum

Kinder, die in der ersten Klasse mit dem Englischunterricht beginnen, sind sieben Jahre später schlechter in diesem Fach als Kinder, die erst in der dritten Klasse in die Fremdsprache einsteigen.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Team um Dr. Nils Jäkel und Prof. Dr. Markus Ritter von der Ruhr-Universität Bochum. Die Forscher werteten Daten aus einer großen nordrhein-westfälischen Längsschnittstudie aus, die zwischen 2010 und 2014 durchgeführt wurde. … weiter

Quelle: www.rub.de/idw-online.de
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Soll Henri aufs Gymnasium?

Nach der Einführung ins Thema kommt das Statement der „Aktion Humane Schule“ zum Übertritt von Henri. Daran schließt sich ein Kommentar von Frieda Röhl an:

gsf – Henri ist ein Junge mit Down-Syndrom. Nach dem Besuch der Grundschule in seinem Heimatort Walldorf – einer Kleinstadt mit rund 15000 Einwohnern im Rhein-Neckar-Kreis nahe Heidelberg – soll Henri nun im Herbst das örtliche Gymnasium besuchen. Sein bisheriges soziales Umfeld soll erhalten bleiben, sagt die Mutter, die seit seiner Geburt für Henri kämpft. Die Schule, das Gymnasium Walldorf, hat jedoch abgelehnt.

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Langzeitstudie: Gute Noten für Hochbegabtenklassen

gluehbirne.jpgMitteilung: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Seit etlichen Jahren gibt es an Gymnasien in Bayern und Baden-Württemberg spezielle Klassen für hochbegabte Schüler. Ob sie die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen, haben Wissenschaftler aus Würzburg, Trier und Erlangen untersucht. Die Ergebnisse sprechen eine eindeutige Sprache.

„Spezielle Klassen für hochbegabte Schüler an Gymnasien haben ganz klare Vorteile. Überall dort, wo es genügend Bevölkerung gibt – also vor allem in Großstädten – ist ihre Einrichtung empfehlenswert“. Dieses Fazit zieht der Würzburger Psychologieprofessor Wolfgang Schneider aus den Ergebnissen einer aktuellen Studie, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. … weiter

Quelle: PM v. 8.3.2013, Uni Würzburg/idw

Zu der verheerenden Rolle des Gymnasiums im deutschen Schulwesen

hg – Nachdem die Kultusminister aus Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen wieder mal die Diskussion über das Bildungswesen mit einem Grundsatzpapier („Wir setzen auf individuelle Förderung statt auf Einheitsschule“) befrieden wollen, lohnt es sich gerade bei diesem Thema bewusst zu machen, dass politische Positionen nicht auf Naturgesetzen beruhen, sondern bestimmte Interessen wiederspiegeln. Wir möchten ein weiteres Grundsatzpapier dagegen stellen und damit die Diskussion wieder anfeuern.

Rolf Jüngermann

Auch wenn das Gymnasium seine Monopolstellung als Schule zur Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife ein Stück weit verloren hat, so ist doch der angestrebte Übergang von der Grundschule ans Gymnasium für die meisten SchülerInnen nach wie vor die erste Schlüsselstelle ihrer Karriere. An dieser Stelle manifestiert sich in aller Deutlichkeit die zentrale Stellung des Gymnasiums als Institut zur Verteilung von Lebenschancen und – im Ergebnis – als Garant für den Erhalt des Bildungsprivilegs der Bourgeoisie.

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