21. März 2019 · Kommentare deaktiviert für Die Neue Gesellschaft für Psychologie e.V. zum Venezuela–Konflikt · Kategorien: Peripherie, Standpunkte und Kommentare

Mitteilung: NGfP

Die Neue Gesellschaft für Psychologie e.V. ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus der Psychologie und den Sozialwissenschaften. Ihr gemeinsames Ziel ist die methoden- und gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit psychologischen Themen und politischen und sozialen Gegenwartsproblemen. Zu diesem Zweck bemüht sich die NGfP um eine Fächer übergreifende Zusammenarbeit sowie um die Überwindung der Spaltung von Wissenschaft und Praxis.

Wir sind über die Haltung der deutschen Regierung und der deutschen Medien im Venezuela-Konflikt aufs äußerste besorgt.

Als Bürger dieses Staates, als Psychologen, Wissenschaftler, Sozialwissenschaftler sind wir berechtigt und sehen uns in der Verantwortung, von der deutschen Regierung und den deutschen Medien eine völkerrechtskonforme Haltung und Politik, eine umfassende und wahrheitsgemäße Berichterstattung über die wichtigen internationalen Ereignisse und Konflikte, wie dem in Venezuela, zu erwarten und notfalls zu fordern.

Als Bürger verurteilen wir die Einmischung der deutschen Regierung in die Angelegenheiten eines souveränen Staates, wie dies durch die Anerkennung des selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guido in Venezuela und der Unterstützung der „Regimechange“- Politik der USA der Fall ist.

Wir befürchten, dass mit der völkerrechtswidrigen Einmischung in die Angelegenheiten eines anderen Staates durch die deutsche Regierung auch das politische Klima in unserem Land beschädigt wird. Wenn man dem Muster völkerrechtwidrigen Handelns folgt, könnte im Umkehrfall ebenso unsere Bevölkerung Opfer völkerrechtwidrigen Handelns werden.

Gleichzeitig macht uns die große Anzahl von einseitigen Berichterstattungen bis hin zu Desinformationen zum Venezuela-Konflikt besorgt. Damit wird das Recht des Bürgers auf wahrheitsgetreue, umfassende Information unterlaufen, was das Vertrauen in die Demokratie beschädigt und schnell zu einer Vergiftung des politischen und damit innenpolitischen Klimas und letztlich psychologisch zur Beschädigung des sozialen zwischenmenschlichen Miteinanders führen kann.

Der Vorstand der Neuen Gesellschaft für Psychologie
(Prof. Dr. Klaus-Jürgen Bruder, Dr. Christoph Bialluch, Diplom-Psychologe Bernd Leuterer)

 

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