von Manfred Henle

Dass politische Bildung sei, darüber herrscht Einmütigkeit. Über die formale, die schulische ohnehin, über die außerschulische inmitten der Trägervielfalt kaum weniger. Über das Wie der politischen Bildung gehen die Meinungen auseinander. Aber nicht soweit, als gäbe es neben der Übereinstimmung über das Sollen politischer Bildung nicht auch eine wesentliche Übereinstimmung über gewisse Maximen politischer Bildung.

Im Beutelsbacher Konsens von 1976 sind sie zusammengefasst: Überwältigungsverbot, Kontroversitätsgebot, Schüler- resp. Teilnehmerorientierung. So ist politische Bildung nicht nur eine Rede, nicht nur ein Diskurs mit einer ansehlichen Diskursgemeinde, sondern über die Jahrzehnte hinweg längst eine, wie vielfältig auch immer, gewachsene und anerkannte, auch außerschulische Institution. Eben: politische Bildung. … weiter

12. Juni 2019 · Kommentare deaktiviert für Die freitäglichen ‚Klimastreiks‘ und was dazu nicht im Schulbuch steht · Kategorien: Bildungs- und Sozialpolitik, Lebens- und Kulturwege · Tags: , , , , , , ,

Bisher sind zwei Teile des Aufsatzes veröffentlicht worden. Georg Schuster hat sie nun zusammengefasst und gleichzeitig erweitert. Der Aufsatz kann ab sofort in einer Datei heruntergeladen werden.


Von Georg Schuster*

Sorry I can’t clean my room; I have to save the Planet.” (Schülerdemo-Parole)

Klimapolitik ist auch Wirtschafts-, Sicherheits- und Außenpolitik.
Die Energiewende entscheidet
über Deutschlands Rolle in einer post-fossilen Welt.“ (Außenminister Maas)

Die Jugend will im ‚Klimastreik‘ nichts Geringeres als den Planeten retten. Und es ist ja zunächst richtig, dass die immensen Schäden des Klimas und anderer Lebensgrundlagen, welche die einzelnen gewinnorientierten Volkswirtschaften kollektiv verursachen, weder an ihren Staatsgrenzen aufhören noch innerhalb der Gattung Mensch physiologische Unterschiede machen. Georg Schuster schreibt nicht nur über Klimastreiks, sondern auch über das, was dazu nicht im Schulbuch steht.

Der Aufsatz gliedert sich in vier Kapitel, von denen jedes auch für sich zu lesen ist:

1. Vom fraglichen Wert des ‚Menschheitswerts Klima‘

2. Vom Zwiespalt im klimarettenden Aufbegehren einer idealistischen Jugend

3. Von den wirklichen Gründen der „German Energiewende“ und der Klima-Diplomatie

4. Von den Paradoxien bei einer marktwirtschaftlich geplanten Energie-Umwälzung

P.S. zu zwei Blüten der ‚grünen Wende‘ am weltwirtschaftlichen Rand

Download des gesamten Textes


*Es handelt sich um ein Pseudonym. Der richtige Name des Autors ist der Redaktion bekannt.
Foto: Jasmin Sessler auf Pixabay.com

 

08. Juni 2019 · Kommentare deaktiviert für Vom Recht auf neue Chancen – Digitalisierung verlangt die Neuorganisation von Bildungsphasen · Kategorien: Bildungs- und Sozialpolitik, Virtuelles und Reales · Tags: , , , , , , ,

von Björn Böhning

Bernd ist Auto-Mechaniker, 46 Jahre alt. Er liebt seinen Beruf. Als junger Mann hatte er einen Opel-Manta, mit Fuchsschwanz. Sein Auto hat er selbst repariert. Mit dem Rücken unter dem aufgebockten Wagen liegend, auch mal in einer Öllache, den Geruch des Öls in der Nase, und den des Benzins. Er liebt es sogar, sich nach getaner Arbeit das Öl mit Kernseife von den Händen zu schrubben, manchmal braucht er fast ein halbes Stück Seife dazu. Sein Hobby hat er zum Beruf gemacht.

Der Opel-Manta wird seit 1988 nicht mehr produziert. Und auch die Arbeit, die Bernd liebt, wird es so irgendwann vielleicht nicht mehr geben. Elektro-Autos riechen nicht. Höchstens nach Duftbäumen. Man macht sich an ihnen auch nicht so die Hände schmutzig. Also hoffen, dass alles gut geht? Dass die Rente schneller kommt als der Fortschritt? … weiter


Quelle: spw 2/2019

29. Mai 2019 · Kommentare deaktiviert für “Das neoliberale Denken ist in Schulen längst da” · Kategorien: Bildungs- und Sozialpolitik

So lautet die Überschrift eines Interviews von Thomas Gesterkamp mit Frits Fraanje, das am 29.05.2019 im DGB-Debattenmagazin “Gegenblende” erschienen ist – Ehrenamtliche werden für die gewerkschaftliche Mitarbeit gewonnen:

“Das neoliberale Denken ist in Schulen längst da”

Der niederländischen Bildungsgewerkschaft AOb (Algemene Oderwijsbond) gelingt es seit Jahren mit einem innnovativen Modell, Ehrenamtliche für die Mitarbeit zu gewinnen: Lehrer oder Lehrerinnen werden dafür tageweise vom Unterricht freigestellt. Mit Erfolg. Die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder wächst. Den ganzen Artikel lesen

 

Bildungsgewerkschaft GEW: Wie der Digitalpakt umgesetzt werden sollte

Mitteilung: GEW Hauptvorstand

Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat Empfehlungen erarbeitet, wie der Digitalpakt Schule in den Ländern in die Praxis übersetzt werden sollte. Kernbotschaft: Es gilt der Primat der Pädagogik! „Die Technik muss genutzt werden, um das pädagogische Konzept einer Schule bestmöglich umzusetzen. Der Digitalpakt darf nicht dazu führen, dass Schulen sich einseitig an die technischen Möglichkeiten und die Digitalisierung der Lernprozesse anpassen müssen“, stellte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Donnerstag in Frankfurt a.M. fest. Schulen wünschten sich mehr Zeit, Unterstützung und Fortbildungsangebote, um gute Medienkonzepte zu entwickeln und in den Unterricht zu integrieren. Ziel sei, digitale Medien sinnvoll in den Unterrichtsfächern einzusetzen. Weiterlesen »

05. Mai 2019 · Kommentare deaktiviert für Die Ganztagsschule kann noch mehr · Kategorien: Bildungs- und Sozialpolitik · Tags: ,

Mitteilung: DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation

Eine repräsentative Befragung von Schulleitungen macht deutlich: Die Ganztagsschule bildet eine zentrale Grundlage für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Sie stellt vor allem für jüngere Kinder ein verlässliches und vielfältiges Betreuungsangebot bereit.

Die Ganztagsschule hat auch das Potenzial, Inklusion und Integration gezielt zu unterstützen und Kindern aus allen Bevölkerungsschichten die Teilhabe an ihren Angeboten zu ermöglichen. Gerade hier besteht aber Verbesserungsbedarf – genau wie bei der Schulqualität. Besondere Probleme bereitet es, Personal zu gewinnen, was auch Implikationen für den Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung im Grundschulalter mit sich bringen könnte.

An der bundesweit repräsentativen Online-Befragung – der dritten ihrer Art nach 2012 und 2015 – haben insgesamt 1.355 Schulleitungen von Ganztagsschulen aus drei Gruppen teilgenommen: Grundschulen, Schulen der Sekundarstufe I (ohne Gymnasien) und Gymnasien. Die Befragung wurde im Rahmen der langfristig angelegten Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG) von März bis Mai 2018 durchgeführt. Die Ergebnisse liegen jetzt in einem Bericht vor. Hier eine Auswahl zentraler Befunde: … weiter


Quelle:
www.dipf.de
www.idw-online.de

01. Mai 2019 · Kommentare deaktiviert für GEW: „Mehr Geld für Bildung! Bessere Lern- und Arbeitsbedingungen“ · Kategorien: Arbeit und Moneten, Bildungs- und Sozialpolitik, Standpunkte und Kommentare · Tags:

Vorsitzende Tepe spricht in Frankfurt a.M. zum „Tag der Arbeit“ unter dem Motto „Europa. Jetzt aber richtig!“

Mitteilung: GEW Bundesvorstand

Frankfurt a.M. – Für mehr Geld für die Bildung sowie bessere Lern- und Arbeitsbedingungen hat sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) stark gemacht. GEW-Vorsitzende Marlis Tepe hat am „Tag der Arbeit“ in Frankfurt a.M. die „vier Großbaustellen im Bildungsbereich“ vorgestellt. Sie warb um Unterstützung, die Herausforderungen mit Blick auf die beste Bildung für alle Kinder zu lösen. Weiterlesen »

05. April 2019 · Kommentare deaktiviert für Bundesvertretung der Studierenden kritisiert BAföG-Änderung · Kategorien: Arbeit und Moneten, Bildungs- und Sozialpolitik, Standpunkte und Kommentare · Tags:

„Ein Tropfen auf dem heißen Stein – Karliczek hat scheinbar wenig Interesse an Chancengleichheit.“

Mitteilung: freier zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V.

Am Freitag behandelt der Bundestag die erste Lesung zur BAföG-Änderung, die im November 2018 angekündigt wurde. Schon im Vorfeld hatten der fzs und andere Interessensverbände die Reformpläne als nicht ausreichend kritisiert.

Kevin Kunze aus dem Vorstand des fzs fasst die Kritik zusammen: „Das BAföG soll Chancengleichheit schaffen und das Studium zugänglicher machen, unabhängig vom Geldbeutel. Diese Rolle hat es jedoch nicht mehr, die Studierenden haben das Vertrauen in die Förderung schon lange verloren. Ein gerechtes BAföG würde mindestens eine deutlich weitergehende Erhöhung der Elternfreibeträge und eine Halbierung des Schuldendeckels bedeuten. Diese Maßnahmen wären erste Schritte zu einem umfassenden Strukturwandel beim BAföG. Die vorgelegte Änderung ist ein Tropfen auf dem heißen Stein, der ‚untere Mittelstand‘ fällt weiterhin durchs Raster.“ Weiterlesen »

25. März 2019 · Kommentare deaktiviert für DGB und GEW zur UN-Behindertenrechtskonvention: „Stillstand statt Weiterentwicklung“ · Kategorien: Bildungs- und Sozialpolitik, Standpunkte und Kommentare

Gewerkschaften DGB und GEW zu zehn Jahren UN-Behindertenrechtskonvention

Mitteilung: GEW Hauptvorstand

Berlin/Frankfurt a.M. – Die Bilanz des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nach zehn Jahren Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN-BRK) in der Bildung fällt ernüchternd aus. „Zwar haben einige Bundesländer Anstrengungen unternommen, um die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu verbessern. Unter dem Strich ist die UN-BRK im Bildungsbereich aber zu zögerlich und ohne großen Elan umgesetzt worden. Aktuell erleben wir Stillstand und in einigen Ländern sogar einen Rückwärtsgang statt Weiterentwicklung“, sagte Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied für Schule, am Montag in Frankfurt a.M. Weiterlesen »

25. März 2019 · Kommentare deaktiviert für „Guter Ganztag – vom Kind aus denken!“ · Kategorien: Bildungs- und Sozialpolitik, Standpunkte und Kommentare · Tags: ,

Bildungsgewerkschaft GEW zur Studie „Zwischen Bildung und Betreuung“: Qualität und Finanzierung sichern 

Mitteilung: GEW Hauptvorstand

Frankfurt a.M. – Gute Ganztagsangebote werde es nur geben, wenn Politik für hohe Qualitätsstandards und eine solide Finanzierung des Projekts der Bundesregierung sorge. Das stellte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit Blick auf die am 25.3.2019 veröffentlichte Studie „Zwischen Bildung und Betreuung“ der Bertelsmann Stiftung fest. „Gute Ganztagsangebote müssen sich zuerst an den Bedürfnissen der Kinder orientieren“, sagte Björn Köhler, GEW-Vorstandsmitglied für Jugendhilfe und Sozialarbeit, am Montag  in Frankfurt a.M. „Kinder brauchen vor allem Raum für die persönliche Entwicklung. Dafür müssen gute Bedingungen für den Ganztag gesichert sein.“ Deshalb müsse die Regierung bei der Umsetzung des Koalitionsvertrags unbedingt bundesweite Qualitäts-Standards verankern, um allen Kindern gleiche Chancen auf gute Bildung und Erziehung zu eröffnen. Weiterlesen »