02. März 2017 · Kommentare deaktiviert für Die Bildungsmesse – ein Maßstab für Bildung? · Kategorien: Standpunkte und Kommentare, Termine und Aktionen · Tags: , ,

von Detelf Träbert

Jedes Jahr besuche ich die Bildungsmesse „didacta“, die vom 14.-18. Februar wieder einmal in Stuttgart stattfand. Immer schaue ich nach den neuesten Trends. 2017 verlief die nach einer Pressemitteilung des Veranstalters „größte Bildungsfachmesse der Welt“ erneut wirtschaftlich sehr erfolgreich.

Der didacta-Verband gibt sich zufrieden: 75.000 qm Ausstellungsfläche, 860 Aussteller aus 47 Ländern, 1.500 Veranstaltungen im überwiegend fortbildenden Rahmenprogramm, 85.000 Besucherinnen und Besucher. Deren Interesse richtete sich laut Veranstalter zunehmend auf digitale Medien: Mit 34 Prozent lag die Nachfrage hier um sieben Prozent höher als im Vorjahr. Doch ob diese offiziellen Zahlen realistisch sind, lässt sich nicht überprüfen. … weiter

25. Februar 2017 · Kommentare deaktiviert für Künstliche Intelligenz und digitale Bildung · Kategorien: Standpunkte und Kommentare, Virtuelles und Reales · Tags: , , , ,

gsf – Hasso Rosenthal hat in den letzten Wochen und Monaten die Aufregung über selbstfahrende Autos mit einer scheinbaren künstlichen Intelligenz und die Schwerpunktsetzung der KMK zur “Digitalen Bildung” zum Anlass genommen, einen Aufsatz darüber zu verfassen:

von Hasso Rosenthal

Künstliche Intelligenz und digitale Bildung

Fritz Lang zeigt ihn in seinem Film „Metropolis“, Charly Chaplin in seinen „Modern Times“. Zu sehen ist die Idee des faustischen Homunculus, der Maschinenmensch. Öde und getaktet nach dem Diktat der Maschine hilft er im Produktionsprozess. Das deutet an, wohin die Arbeitswelt gehen kann. Im Grunde soll der Produktionsfaktor Mensch überflüssig gemacht werden. Der Arbeiter der Zukunft heiße Roboter.

„Künstliche Intelligenz“ ist das Zauberwort, von dessen Möglichkeiten ein Raymond Kurzweil unterhaltsam berichtet. Maschinen, gesteuert von „künstlicher“ Intelligenz, würden „das Leben besser machen“. Das klingt erst einmal wie die Aussage eines Astronomen, dessen Horoskop mir verspricht: „Sie werden erfolgreich Ihren Schwarm ansprechen!“ oder „Sie werden Ihren Kräftehaushalt ins Gleichgewicht bringen“. An Horoskope glaubt, wer Verantwortung abgeben will, delegiert, um sein Schicksal nicht selbst gestalten zu müssen. … weiter

©Foto: icr3cr, pixabay, CC0

27. Januar 2017 · Kommentare deaktiviert für Über die selbstgerechten und skandalisierenden öffentlichen Debatten · Kategorien: Peripherie, Standpunkte und Kommentare · Tags: , , ,

von Brigitte Pick

In dem Gebäude, in dem ich täglich schwimme, befindet sich auch eine florierende Einrichtung für Fortbildungen und Deutschkurse für Flüchtlinge. Mir fallen immer wieder junge Männer auf, die Höflichkeiten pflegen, die hier längst verloren gegangen zu sein scheinen. Sie grüßen freundlich zurück, lassen einem an der Tür, die sie offen halten, den Vortritt u.ä.m. Ein gemeinsamer Fahrstuhl führt jeden an seinen Ort. Kürzlich – das Attentat mit dem LKW am Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg war nicht lange her – war ich entsetzt über meine eigenen Gedankenspiele, die sich aus einer von mir beobachteten Situation im Fahrstuhl ergaben, einer Hysterie, vermittelt durch die Medien, der man sich kaum entziehen kann. Zwei gut angezogene arabische Männer mittleren Alters schauen sich auf einem Handy WhatsApp-Mitteilungen in arabischer Sprache an. Der eine wollte nicht darüber sprechen, der andere las eine Nachricht in Deutsch vor: Pass auf, dass sie nicht abhauen. Sie entfleuchen in ihre Unterrichtsräume, ich schwimme und entledige mich der unseligen Gedanken über Terroristen oder ihre Helfer.

Die Angst vor Attentaten und Terroristen beherrscht über Wochen die Medienlandschaften und führt zu nachgerade hysterischen Kampagnen unter dem Motto: Jetzt erst recht, wir lassen uns nicht spalten und uns unsere Art zu leben nicht nehmen. Es gibt eine höchst ungleiche Freiheit und Sicherheit. … weiter

©Foto: Mediations, pixabay, Lizenz: CC0


weitere Aufsätze von Brigitte Pick im Magazin Auswege

20. Januar 2017 · Kommentare deaktiviert für Achtsamkeit hilft Lehrern · Kategorien: mens sana in corpore sano, Standpunkte und Kommentare · Tags: , , ,

In der Zeitschrift “Wirtschaftspsychologie Aktuell” haben wir den Bericht “Achtsamkeit hilft Lehrern” (20.1.2017) gefunden:

Achtsamkeit hilft Lehrern
Ein achtwöchiges Achtsamkeitstraining hilft nachweislich gestressten Lehrern. Sie sorgen sich danach weniger um ihren Job, sind zufriedener, besser gelaunt, schlafen fester und länger als jene, die nicht trainiert wurden. Das ist das Ergebnis einer US-amerikanisch-kanadischen Studie. Den ganzen Bericht lesen

13. Januar 2017 · Kommentare deaktiviert für Hass – Zur Geschichte eines Gefühls und eines politischen Kampfbegriffs · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie, Peripherie, Standpunkte und Kommentare · Tags: , , , ,

von Hasso Rosenthal

Blankes Entsetzen bestimmt die Nachrichten, wenn wieder einmal ein Attentäter willkürlich Bürgerinnen und Bürger ermordet. Unerklärlich, woher der Hass gegen wildfremde Menschen kommt, der offensichtlich die natürliche Tötungs- und Gewaltschwelle aufhebt. Da metzeln Täter in Zügen, töten Feiernde, jagen sich und Kunden eines Wochenmarkts in die Luft. … weiter

©Foto: Lisa Spreckelmeyer / www.pixelio.de

10. Januar 2017 · Kommentare deaktiviert für Was ist Faschismus? – Eine Definition nach Umberto Eco · Kategorien: Lesezeichen, Peripherie, Standpunkte und Kommentare · Tags:

hg – Wir haben im Netz auf Kritiknetz.de eine Kurzzusammenfassung des Buches „Vier moralische Schriften“ (1999) des italienischen Schriftstellers und Philosophen Umberto Eco gefunden. In dem Buch ist eine 14 Punkte umfassende Definition des Faschismus  abgedruckt.
Gerade fürs neue Jahr eine hilfreiche Denkübung.

zur Definition “Was ist Faschismus”

22. Dezember 2016 · Kommentare deaktiviert für Die Mühsal der Eigenverantwortung · Kategorien: Lebens- und Kulturwege, Standpunkte und Kommentare · Tags: , , , , ,

von Stefan Oehm

Im August 1975 kam es in Erfurt zu gewalttätigen Übergriffen auf algerische Vertragsarbeiter. Ein fremdenfeindlicher Vorfall, der von der Führung der DDR ebenso unter den Tisch gekehrt wurde wie der Mord an zwei Kubanern in Merseburg 1979 und all die anderen Taten, die sich dort in den 70er und 80er Jahren ereigneten. Es konnte ja nicht sein, was nicht sein durfte. Schließlich baute man in internationaler Solidarität gemeinsam am großen proletarischen Projekt „Sozialismus“. Und da hatte man längst jene völkisch-atavistischen Denk- und Verhaltensstrukturen überwunden, die dem kapitalistischen Bruder im Westen noch zu eigen waren.

Denkste. Wo keine selbstkritische Aufarbeitung stattfindet, kann auch nichts überwunden werden. Das Gegenteil war der Fall: Diese Denk- und Verhaltensstrukturen überlebten und manifestierten sich in weiten Teilen der Bevölkerung unterhalb der Wahrnehmungsgrenze. … weiter

 

Weitere Texte von Stefan Oehm im Magazin Auswege

 

07. Dezember 2016 · Kommentare deaktiviert für Über die unselige Testeritis im Bildungsbereich als Grundlage für das „ Armenbashing“ · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie, Standpunkte und Kommentare · Tags: , , , , ,

von Brigitte Pick

„Hoch motiviert, weniger erfolgreich“  lautet eine der Schlagzeilen zum Ergebnis des Leistungsvergleichs der Viertklässler im internationalen Vergleich, der TIMS Studie (Trends in International Mathematics and Science Study). Schon 2007 und 2011 fiel Deutschland im internationalen Vergleich zurück. Auf den vorderen Rängen bewegen sich asiatische Länder sowie Russland. Mantraartig wird auf die sozialen Disparitäten hingewiesen, ohne dass sich irgendetwas ändert. Der soziale Hintergrund hängt Schüler im Bildungsbereich ab. …

Am 6. Dezember wurde die neue Pisa-Studie veröffentlicht, die eigentlich- so Schleicher- der Frage nachgeht, ob der Schule gelingt, eine wissenschaftlich gebildete Generation zu erziehen und wie die Zukunftschancen von benachteiligten Jugendlichen verbessert werden können. Verrät das schon eine Missachtung der Arbeiter und des Handwerks? … weiter


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weitere Aufsätze von Brigitte Pick

06. Dezember 2016 · Kommentare deaktiviert für GEW zur neuen PISA-Studie: „Wir brauchen neuen Forschungsansatz, der Rahmenbedingungen von Schule erforscht“ · Kategorien: Daten und Fakten, Standpunkte und Kommentare · Tags:

GEW-Logo_2015_55Bildungsgewerkschaft GEW zu den Ergebnissen der PISA-Studie: „In Deutschland nichts Neues“

Mitteilung: GEW-Hauptvorstand

Frankfurt a.M. – Mit Blick auf die heutige (6.12.2016) Veröffentlichung der PISA-Ergebnisse schlug die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) einen neuen Forschungsansatz vor, der das Umfeld, die Probleme und die Rahmenbedingungen von Schulen genauer beleuchtet. Die Bildungsgewerkschaft hält eine Abkehr von der bisherigen Untersuchungspraxis exemplarischer Messungen der Leistungen der Schülerinnen und Schüler für notwendig. Diese förderten keine neuen Erkenntnisse mehr zu Tage. „Wir brauchen Studien, die die Gelingensbedingungen für eine Schule, die alle Kinder und Jugendlichen zu einer umfassenden Bildung, Verantwortungsbewusstsein und einer demokratischen Grundhaltung führt, herausarbeiten“, betonte Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied Schule, am Dienstag in Frankfurt a.M. Sie zeigte sich von den PISA-Ergebnissen wenig überrascht. „Die Erkenntnisse sind mehr oder weniger immer die gleichen. Was fehlt, sind die entsprechenden politischen Konsequenzen und Handlungsstrategien!“ Weiterlesen »

06. Dezember 2016 · Kommentare deaktiviert für Das Unmögliche versuchen – Positionspapier zu r2g und einer neuen linken Mehrheit · Kategorien: Peripherie, Standpunkte und Kommentare · Tags:

Das Institut Solidarische Moderne hat ein Positionspapier zu Rot-Rot-Grün und dessen Gefahren und Potenzialen entwickelt. Eine empfehlenswerte Lektüre für alle: Weiterlesen »