27. Januar 2012 · Kommentare deaktiviert für GEW: “Demokratisches Engagement stärken statt Gesinnungsschnüffelei” · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: ,

Bildungsgewerkschaft zum 40. Jahrestag des Radikalenerlasses

Mitteilung: GEW Hauptvorstand

Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnt Politik in Bund, Ländern und Kommunen anlässlich des 40. Jahrestages des Radikalenerlasses am Samstag, demokratisches Engagement zu fördern und die menschenunwürdige Gesinnungsschnüffelei gegen politisch aktive Menschen mit linker Orientierung zu stoppen. "Politik muss aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und demokratisches Denken in einer pluralistischen Gesellschaft zulassen und stärken. Radikalenerlass und Berufsverbote waren ein verhängnisvoller politischer Fehler, der sich nicht wiederholen darf. Er hat das Leben zahlreicher Menschen massiv beeinträchtigt, ihnen Berufs- und Lebenschancen genommen. Der Staat schuldet den Opfern bis heute eine Rehabilitation. Die Demokratie hat erheblichen Schaden genommen", sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne am Freitag in Frankfurt a.M.

Mehr als 20 Jahre nach dem Ende des Ost-West-Konflikts laute die Devise der Verfassungsschutzbehörden und vieler Politiker offenbar jedoch immer noch "Der Feind steht links." "Das eklatante Versagen der Sicherheitskräfte im Fall der rechtsextremistischen Zwickauer Terrorzelle fördert einen blinden Fleck gegenüber der Gefahr von rechts zu Tage", unterstrich Thöne. Es sei an Zynismus kaum zu überbieten, dass sich auch jene, die sich im Kampf gegen Rechts engagieren, einem Generalverdacht der Verfassungsuntreue ausgesetzt sähen. Der GEW-Vorsitzende forderte die Bundesregierung auf, die so genannte "Extremismusklausel" unverzüglich zu streichen. Als besorgniserregend bezeichnete Thöne darüber hinaus die Offensive von Familienministerin Kristina Schröder (CDU) gegen vermeintlichen "Linksextremismus" in den Medien. "Wer ein derartiges politisches Klima fördert, braucht dringend Nachhilfe in Geschichte. Frau Schröder sollte sich mit der erschreckenden Tatsache befassen, dass gut ein Fünftel der jungen Menschen unter 30 Jahren mit dem Begriff Auschwitz nichts anfangen kann."

Info: Durch einen Beschluss des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt (SPD) und der Regierungschefs der Länder vom 28. Januar 1972 ist der Druck auf die politische Linke zu Beginn der 1970er Jahre deutlich verschärft worden. 3,5 (nach anderen Quellen 1,4) Millionen Regelanfragen beim Verfassungsschutz, 11.000 Verfahren wegen Tätigkeitsverbot, 2.200 Disziplinarverfahren, 1.250 (nach anderen Quellen 1.100) Ablehnungen von Bewerberinnen und Bewerbern sowie 265 Entlassungen aus dem öffentlichen Dienst waren die Folge.

Pressemitteilung v. 27.1.2012
Ulf Rödde
GEW-Hauptvorstand
Pressesprecher
Reifenberger Str. 21
60489 Frankfurt
www.gew.de

siehe auch den Aufruf in Auswege: 28. Januar 2012: 40 Jahre Berufsverbot – Betroffene fordern: endlich Aufarbeitung und Rehabilitierung!

20. Januar 2012 · Kommentare deaktiviert für Janusc Korczak: Achtung haben · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , ,

"Wir sollten Achtung haben
vor den Geheimnissen und Schwankungen der schweren Arbeit des Wachsens!

Wir sollten Achtung haben
vor der gegenwärtigen Stunde, vor dem heutigen Tag.

Wie soll das Kind imstande sein, morgen zu leben,
wenn wir ihm heute nicht gestatten, ein verantwortungsvolles, bewusstes Leben zu führen?

In unserer Bequemlichkeit möchten wir,
dass kein Kind aus der Rolle fällt,
dass in den zehntausend Sekunden einer Unterrichtsstunde
keine einzige uns aus unserer Ruhe bringt ….

Wir fordern Achtung vor ihren (der Kinder) hellen Augen,
glatten Stirnen, ihren Bemühungen, ihrem Vertrauen in die Zukunft.

Warum sollte
ihnen weniger Achtung gebühren als den erloschenen Blicken,
den gerunzelten Stirnen, den grauen Haaren, der gebeugten Resignation?

Entsagen wir also der trügerischen Sehnsucht nach vollkommenen Kindern."

*

Janusc Korczak, geboren am 22.07.1878 oder 1879. Genaues Todesdatum unbekannt, nach dem 05. August 1942. Umgebracht im Vernichtungslager Treblinka

Am 22.07.2010, am Geburtstag von J. K. im Droste-Hülshoff-Gymnasium bei der Zertifizierung als unesco-project-schule zitiert

*

Otto Herz
Im Buchenwalde 2
D-33617 Bielefeld
www.otto-herz.de

 

17. Januar 2012 · Kommentare deaktiviert für Abschiedsvortrag von Schulz von Thun · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: ,

hg – Friedemann Schulz von Thun (geb. am 6.8.1944)  ging in den Ruhestand und hielt seine Abschlussrede an der Universität Hamburg. Sein Thema: Was ich noch zu sagen hätte. Ein Rück- und Ausblick!

Film ansehen

17. Januar 2012 · Kommentare deaktiviert für In Zukunft gilt: Nichts über uns ohne uns · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , ,

Das SPD-Netzwerk „Selbst Aktiv“ behinderter Menschen im Schwalm-Eder-Kreis

von Ralf Wenzel

Das Netzwerk “Selbst Aktiv“ ist ein Netzwerk behinderter Menschen in der SPD. Das Netzwerk gibt es seit 2006 auf Bundesebene. Mittlerweile haben sich in vielen Bundesländern Landes-, Bezirks- und Kreisgruppen gegründet mit dem Ziel die Behindertenarbeit in der SPD voranzubringen und zu unterstützen. Behinderte wollen ihre Belange selbst voranbringen und mitentscheiden, wenn es um Gesetze geht. … weiter

Im Anhang der Datei befindet sich auch der Inklusionsbeschluss auf dem SPD-Parteitag v. 3.12.2011

14. Januar 2012 · Kommentare deaktiviert für Michael Sommer: “Eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt ist überfällig!” · Kategorien: Standpunkte und Kommentare

Mitteilung: DGB

Im Zentrum der Arbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes steht 2012 der Kampf um Solidarität und soziale Gerechtigkeit in Deutschland und Europa. "Wir wollen für alle Menschen Gute Arbeit — sicher und gerecht!", sagte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer bei der Pressekonferenz zum Jahresauftakt. Eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt sei überfällig, "Menschen müssen von ihrer geleisteten Arbeit leben können — auch im Alter", forderte Sommer bei der Jahresauftaktspressekonferenz des Deutschen Gewerkschaftsbundes 2012

Michael Sommers Rede im Film:

Die Rede als pdf-Datei zum Download

 

22. Dezember 2011 · Kommentare deaktiviert für Der Weihnachts- und Neujahrsbrief 2011 von Gerald Hüther · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , , ,

Liebe Freunde, Mitstreiter oder einfach nur Interessenten an dem, was mich interessiert,

man braucht keinen Maja-Kalender um zu begreifen, dass ein Zeitalter zu Ende geht. 2012 steht vor der Tür. Die Welt wird nicht untergehen, höchstens die Vorstellungen mancher Zeitgenossen, worauf es im Leben ankommt. In einer Welt begrenzter Ressourcen werden sie wohl von der Idee Abschied nehmen müssen, dass man ewig weiter wachsen kann. Sie werden verstehen lernen, dass es neben dem quantitativen noch ein anderes, ein qualitatives Wachstum gibt.

Unser Gehirn macht uns vor, wie das geht: Nicht indem es so lange weiter wächst, bis uns die Schädeldecke zerplatzt, sondern indem es seine Konnektivität, also die Beziehungen zwischen den Nervenzellen intensiviert. Wer im Hirn besser vernetzt ist, der findet sich auch im Leben besser zurecht, der muss nicht immer wieder versuchen, die Probleme, die er mit seinen alten Denkweisen geschaffen hat, mit genau den Denkweisen zu lösen, die ihn in diese Sackgasse geführt haben. Das ist engstirnig. Um das zu erkennen, muss man kein Hirnforscher sein. … weiter

15. Dezember 2011 · Kommentare deaktiviert für Das hat gerade noch gefehlt: Schulfach ‘Glück’! · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , ,

GegenRede 19 von Freerk Huisken

Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde, träumen Mädchen vom Ponyhof. In der Schule ist schulfrei das größte Glück für Schüler. Und sind sie groß, wissen sie, dass sie Glück gehabt haben, wenn die Entlassung nicht sie, sondern die Kollegen getroffen hat. Bergleute fahren mit einem 'Glückauf' in den Schacht, nicht weil sie meinen, unten einen Goldklumpen zu finden, sondern in der Hoffnung, heil wieder das Tageslicht zu erblicken. So schmieden alle ihr Glück, wohl wissend, dass ihre Anstrengungen um Lohn und Gehalt wenige Sieger und viele Verlierer hervorbringen. … weiter

 

Alle bisher erschienenen GegenReden von Freerk Huisken ansehen

 

13. Dezember 2011 · Kommentare deaktiviert für GEW: „Spionagesoftware hat an Schulen nichts zu suchen“ · Kategorien: Standpunkte und Kommentare, Virtuelles und Reales

Bildungsgewerkschaft: Vertragspartner sollen tragfähige Alternativen entwickeln

Mitteilung: GEW Hauptvorstand

Frankfurt a. M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat betont, dass Spionagesoftware an Schulen nichts zu suchen habe. 2012, so das Ergebnis des heutigen Gesprächs im Sekretariat der Kultusministerkonferenz (KMK), werde keine Schnüffelsoftware eingesetzt. „Diese Zeit sollten die Vertragspartner, die Länder und die Verlagsvertreter, nutzen, um Alternativen zu prüfen und anzubieten, die allen Interessen Rechnung tragen. Wir brauchen eine tragfähige Lösung, die den Lehrkräften guten Unterricht ermöglicht, die Autorenrechte schützt und den Anforderungen des Datenschutzes genügt. Ziel ist, auf den Einsatz des ‚Schultrojaners’ dauerhaft zu verzichten“, betonte Marianne Demmer, Leiterin des GEW-Vorstandsbereichs Schule, am Dienstag in Frankfurt a. M. „Die Vertragspartner sind gut beraten, die Meinung der Bildungsgewerkschaften einzuholen.“

„Die Schulträger müssen endlich ihrer Aufgabe gerecht werden und ausreichend Gelder für die Anschaffung von Lehr- und Lernmaterial bereitstellen. Dieser Haushaltposten ist in der Vergangenheit von Jahr zu Jahr gekürzt worden. Hier liegt der Hund begraben“, machte Demmer deutlich.

Pressemitteilung v. 13.12.2011
Ulf Rödde
GEW-Hauptvorstand
Pressesprecher
Reifenberger Str. 21
60489 Frankfurt
www.gew.de

25. November 2011 · Kommentare deaktiviert für GEW: “Inklusion ist Chance zur Weiterentwicklung des Schulsystems – aber KMK nutzt die Chancen nicht!” · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , , , , ,

Bildungsgewerkschaft zum KMK-Fachgespräch "Inklusive Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Schulen" – Kultusminister nicht konsequent genug

Mitteilung: GEW Hauptvorstand

Frankfurt a.M./Berlin – "Inklusion ist die Chance zu Umbau und Weiterentwicklung des Schulsystems in Deutschland", betonte Marianne Demmer, Leiterin des Vorstandsbereichs Schule der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), mit Blick auf ein presseöffentliches Fachgespräch der Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag in Berlin. Während der Tagung werden die KMK-Empfehlungen zur "Inklusiven Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Schulen" diskutiert. Demmer warf den Kultusministern vor, beim Thema Inklusion bisher "nicht konsequent" zu agieren. "Es bleibt dabei: Jedes große Bildungsthema in Deutschland endet in Kleinstaaterei und föderalem Chaos – zum Schaden der Kinder und Jugendlichen, zu Lasten der Lehrkräfte. Die KMK vertagt den Abschied vom selektiven Schulsystem erneut", sagte die GEW-Schulexpertin.

Sie machte deutlich, dass die meisten Länder die Tragweite des Themas Inklusion bisher nicht erkannt hätten und viele Maßnahmen den Anforderungen der Behindertenrechtskonvention (BRK) nicht ausreichend entsprächen. "Inklusion meint nicht nur den Einbezug von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Schulen, sondern das Recht auf diskriminierungsfreien Zugang zu inklusiver Bildung in der allgemeinen Schule für alle, kurz: den generellen Abschied von der Selektion", unterstrich Demmer. Sie schlug den Ländern vor, endlich die teure Doppelstruktur von allgemeinem, gegliedertem Schulsystem und Sonderschulwesen zu beenden: "Wir brauchen die individuelle Förderung aller Kinder und Jugendlichen in einem inklusiven wohnortnahen Regelschulsystem, in der 'einen Schule für alle'. Alle Ressourcen, die in ein inklusives Schulwesen fließen, bringen einen viel reicheren Ertrag als im gegliederten, selektiven System."

"In drei Bereiche müssen wir investieren: In einen Mentalitätswandel in der Bundesrepublik in Richtung Inklusion, die Ressourcen für die individuelle Förderung aller Kinder und Jugendlichen sowie die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Pädagoginnen und Pädagogen an den Schulen", appellierte die GEW-Sprecherin an die Kultusminister.

Pressemitteilung v. 25.11.2011
Ulf Rödde
GEW-Hauptvorstand
Reifenberger Str. 21
60489 Frankfurt
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Fachgespräch zur Empfehlung der Kultusministerkonferenz „Inklusive Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Schulen“: KMK-Meldung downloaden

4. Kleine Worte – große Wirkung – Kommunikation zwischen Lehrkräften und Schülern

von Reinhold Miller

jf – Vieles von dem, was der Berufsalltag von Lehrkräften verlangt, ist leichter gesagt als getan. Dazu gehört auch das Themenfeld der Kommunikation. Gerade hinsichtlich der Beziehung zu Schülerinnen und Schülern soll sie wertschätzend und von Anerkennung geprägt sein. Neben dem Wissen über Kommunikation bedarf es auch kommunikativer Handlungskompetenz. Schließlich stehen Lehrkräfte in der Verantwortung, für eine gedeihliche Atmosphäre zu sorgen, auf deren Basis das schulische Miteinander steht. Hinzu kommt Sensibilität darüber, dass Kinderohren anders hören als Erwachsene. So droht manches noch zarte Pflänzchen bei rauem Wind einzuknicken. Um diesen Sachverhalt zu veranschaulichen verweisen die Schulgeschichten von Reinhold Miller im vierten Teil auf Situationen schulischer Kommunikation. … weiter

©Foto: www.JenaFoto24.de / www.pixelio.de

Bisher von Reinhold Miller in AUSWEGE veröffentlichte Aufsätze:

Schulgeschichten I. Die Welt in den Köpfen der Kinder – Individuelle Konstruktionen der Wirklichkeit

Schulgeschichten II. Auf sich und andere achten

Schulgeschichten III. Wandlungen – Sich selbst und die Umstände verändern

Weitere Artikel zum Thema:

Gewaltfreie Kommunikation – einfühlsame Kommunikation (Joscha Falck)

Verstehen und verstanden werden. Kommunikation und Interaktion in der Schule – Ein Film von Reinhold Miller über ein Trainingsseminar zur Professionalisierung der Kommunikation in der pädagogischen Praxis