20. November 2016 · Kommentare deaktiviert für „Zwischen Arbeitswut und Überfremdungsangst“ · Kategorien: Lesezeichen, mens sana in corpore sano · Tags: , , , ,

eisenberg_arbeitswut_und_ueberfremdungangstEine Rezension des gleichnamigen Buches von Götz Eisenberg

von Heinz Kreiselmeyer

Anfang Juli erschien unter dem Obertitel „Zwischen Arbeitswut und Überfremdungsangst“ der zweite Band von Götz Eisenbergs „Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus“. Über den ersten Band schreib Matthias Dell: „Eisenberg kommt aus einer Zeit, in der der Himmel die Grenze des Denkens war. Sein an der Kritischen Theorie geschulter Blick nimmt die Gesellschaft in ihrer ganzen Breite in den Blick.“

So ist es auch diesmal. Die im zweiten Band versammelten Texte stammen aus den letzten Jahren und sind zum größten Teil auf den Nachdenkseiten oder im Online-Magazin Auswege bereits erschienen. … Sie schlagen einen Bogen vom Attentat von Sarajevo, über das Pegida- und AfD-Unwesen, den Flugzeug-Amok in den französischen Alpen, die Debatten um den Verbleib Griechenlands in der Europäischen Union bis hin zu dem, was man als “ islamistischen Terror“ und „Flüchtlingskrise“ bezeichnet…. weiter


zur Rezension des ersten Bandes von Götz Eisenberg: “Zwischen Amok und Alzheimer: Zur Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus”

 

12. Januar 2014 · Kommentare deaktiviert für Die Dienstliche Beurteilung und ihre Wirksamkeit · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , ,

Lupe-VisitationEinschätzungen von Heinz Kreiselmeyer
Rede – gehalten im Rahmen der Personalversammlung des Staatl. Schulamt im Landkreis Ansbach am 19.11.2013

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, heute zu Ihnen und mit Ihnen über das Thema „Dienstliche Beurteilung“ (DB) sprechen zu dürfen. Ein Thema, das die Gemüter aller Beteiligten seit Einführung dieses Instruments zur – ja, wozu eigentlich? – erhitzt.

Unendlich viele Menschen haben sich in unzählig vielen Stunden den Kopf darüber zerbrochen, wie die DB aussehen müsste, um ihrem Zweck, nämlich dem zu Beurteilendem gerecht zu werden, zu entsprechen. Die Anforderungen, die an das Instrument DB gestellt werden, sind hoch: … weiter

09. August 2012 · Kommentare deaktiviert für “Ich kann unter diesen Bedingungen die Schule nicht leiten” · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , ,

Das sagte Andrea Schöffel am 7. August 2012 in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung online. Andrea Schöffel ist (derzeit noch) Rektorin an einer bayerischen Grundschule. Im Interview heißt es weiter:

"Seit Jahren verschlechtern sich die Bedingungen an den bayerischen Grundschulen, sagt die Rektorin. Jetzt hat sie gekündigt, weil ihr nicht genügend Lehrer zugeteilt wurden." … Das ganze Interview in der Süddeutschen lesen

 

Bewegende Vorgänge! Auch wenn Bayern weit weg zu sein scheint von den Nabeln dieser Republik, wollen wir unsere LeserInnen über Andrea Schöffels Kündigung informieren. In anderen Bundesländern geht es im Prinzip nämlich durchaus vergleichbar zu. Es wird Zeit, dass wir anfangen, uns zu wehren. Andrea Schöffels Weg ist sicher keine übertragbare Form des Widerstands, aber sie hat ein Zeichen gesetzt und laut und deutlich NEIN gesagt.

 

Auswege-Autor Heinz Kreiselmeyer, langjähriger Fachlicher Leiter der Schulämter in der Stadt und im Landkreis Ansbach, äußerte sich nach dem Lesen des Interviews in der SZ spontan dazu:

Es ist zum Verzweifeln! Warum gelingt es nicht seit Jahrzehnten

a) die Klassenbildung des nächsten Schuljahres spätestens mit dem Ende des vorausgegangenen Schuljahres abzuschließen?
Gegebenenfalls ist eben ein Eingriff in den Prüfungsturnus vorzunehmen.

b) die Personalplanung professionell zu gestalten?
Seit den 80-igern laboriert man in höchst unprofessioneller Weise an EDV-Systemen, die bis zum heutigen Tag nicht kompatibel sind.
Viele Insider schütteln nur noch den Kopf. Wo ist das EDV-system, das für alle Verwaltungsebenen steht?

c) Schule so zu organisieren, dass Schulprogramme auch kontinuierlich weitergeführt werden können?

und und und ……

… und schrieb dann an Andrea Schöffel einen Brief:

Sehr geehrte Frau Schöffel,

bewundernswert Ihr Mut, konsequent durch Ihren Rücktritt zu bekunden, wie desaströs es um unsere Schule bestellt ist.

Ich hoffe, dass Sie eine weitere berufliche Perspektive haben. Was ich von Ihnen im SZ-Interview las, kann ich nur bestätigen.

Während meiner gesamten Dienstzeit, 38 Jahre im bayerischen Schuldienst, habe ich es nicht anders erlebt. Und dies in sehr unterschiedlichen Funktionen: als Lehrer, als Seminarleiter, als Seminarbeauftragter an der Regierung von Mittelfranken (1980 – 1990), als Fachlicher Leiter der Schulämter im Landkreis und in der Stadt Ansbach. Als Fachlicher Leiter war ich von 1990 – 2006 tätig. Seit 2006 bin ich im vorzeitigen Ruhestand.

Die von Ihnen geschilderte Problematik ereilte uns Jahr für Jahr: Die Stunden fehlten. Die Lehrer fehlten. Diskontinuität allerorten: Schulprogramme mussten von Jahr zu Jahr geändert werden, da die personelle Kontinuität fehlte. Viele Projekte wurden nach kurzer Zeit zu Projektruinen. Idealismus wurde überstrapaziert. Schließlich schämte ich mich, "meine" Schulleiter Jahr für Jahr zu ermutigen Ihre Schule weiterzuentwickeln, da ich nicht garantieren konnte, dass viel versprechende Innovationen weitergeführt werden können. Ein Trauerspiel! Ihre zentrale Aussage, wonach Sie Ihre Schule nicht mehr so leiten können, dass es Kindern, Lehrern und Ihnen dabei gut geht, sollten sich möglichst viele Menschen, die mit Schule zu tun haben, stellen.

Wer wie Sie diese Entscheidung trifft, achtet sich selber und stärkt sich letztendlich und andere und bewahrt sich vor lebenslanger Nivellierung und Entpersönlichung. Respekt!

Möge Ihre Entscheidung vielen, vielen Menschen in unserem Land Anlass sein, gründlich nachzudenken.
Möge Ihre Entscheidung den Menschen Mut machen, auf die Missstände an unseren Schulen öffentlich hinzuweisen.
Möge Ihre Entscheidung den verantwortlichen Schulpolitikern erkennen lassen, wie unverantwortlich sie mit unserem höchsten Gut, unseren Kindern, umgehen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, großes Standvermögen und eine mutige und hoffnungsvolle Zuversicht.

Herzliche Grüße
Heinz Kreiselmeyer

P.S.: Ganz herzliche Grüße auch an Ihre engagierten Lehrkräfte und insbesondere an Ihre Verwaltungsangestellte. Ihnen , den VAs,  spielt man ja ganz übel mit.

Wer sich mit dem bayerischen Bildungsdesaster vertiefter beschäftigen will, kann dies auf den Seiten der GEW Ansbach tun.Brandbrief der Schulräte

18. Februar 2011 · Kommentare deaktiviert für „Anleitung“ zum Mutigsein · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , ,

Ein ehemaliger Schulrat berichtet

von Heinz Kreiselmeyer

Seit dem Jahre 2002 erlebte ich viele Varianten der Demütigung, der Zermürbung, der Androhung, der Zügelung – bis zum Mobbing.

Welche Kräfte waren es, die mich durchhalten ließen? Rückblickend betrachtet zeigte sich als bestimmende Größe die Fähigkeit, an Grundüberzeugungen festhalten zu können. Anders gesagt: Wie gelingt es mir, auch gegen Widerstände, mir treu zu bleiben. Ob als Lehrer, Seminarleiter, Schulrat: Immer ging es mir darum, Menschen gerecht zu werden, sie zu verstehen, sich in die Situation einfühlen, ja mitfühlen zu können. … weiter

Bisher erschienene Aufsätze von Heinz Kreiselmeyer

06. Oktober 2009 · Kommentare deaktiviert für Dürfen unsere Kinder noch Kinder sein? · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , , , , ,

kinderZeitzeichen
von Heinz Kreiselmeyer

Heinz Kreiselmeyer hat in einem Zeitzeichengottesdienst diesen Vortrag gehalten und Antworten auf die Frage gegeben: Dürfen Kinder heute noch Kinder sein? Der Autor fordert in einem engagierten und berührenden Aufruf das Recht unserer Kinder auf ein Zuhause, das Recht, noch bzw. wieder Kinder sein zu dürfen, das Recht auf Akzeptanz mit allen Eigenschaften. Die Kinder sollen von ihren Eltern zwei Dinge bekommen: Wurzeln und Flügel. … weiter

15. Dezember 2007 · Kommentare deaktiviert für Gemeinschaftsschule · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie · Tags: , , , ,

Wenn nicht jetzt, wann dann?
von Heinz Kreiselmeyer

Um es gleich vornweg zu sagen: Unser seit den letzten 40 Jahren kaum verändertes Schulsystem ist nicht mehr zu retten! Die vielen von Schule betroffenen und gekränkten Eltern und Lehrer können Tag für Tag erleben, wie bei vielen, zu vielen Kindern die Freude am Lernen erdrückt wird und die gesunde Entwicklung kindlicher Persönlichkeit durch unser negativ selektives Schulsystem nicht zur Entfaltung kommen darf und kann. Viele Eltern und Lehrer leiden darunter und zerbrechen. … weiter