dgb.jpgDGB-Chef Jena bei Kundgebung: Ungleichheit und Ausgrenzung läuft Grundprinzipien der Gewerkschaften fundamental zuwider

Mitteilung: DGB Bayern

Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, hat heute bei der Kundgebung gegen Antisemitismus auf dem Platz der Opfer des Nationalsozialismus in München klar Position gegen Antisemitismus bezogen: „Die Grenze zwischen Kritik an israelischer Politik und offenem Antisemitismus verwischt dramatisch. Gegen die antisemitischen Attacken hilft nur Solidarität. Deshalb sind wir heute hier.“

Jena stellte heraus, dass Ungleichheit und Ausgrenzung fundamental den Grundprinzipien der Gewerkschaften zuwiderlaufen: „Gewerkschaften setzen auf die Gleichheit der Menschen, in unserem Fall als abhängig Beschäftigte. Die vertreten wir. Egal ob sie katholisch, muslimisch, jüdisch oder buddhistisch sind. Das ist das Prinzip der Einheitsgewerkschaft.“

Dieses Prinzip hat sich bei der Neuaufstellung der Gewerkschaften nach den Erfahrungen in der Weimarer Republik und nach der Zerschlagung im Faschismus als zentral herausgebildet. Jena weiter: „Das ist die wichtigste Lehre für uns. Gemeinsam für unsere Interessen, solidarisch eben. Deshalb werden wir den Kampf gegen Antisemitismus überall führen, wo er aufscheint.“

Jena betont, dass für die Gewerkschaften die Bekämpfung von Antisemitismus und Rechtsextremismus immer zusammengehören: „Beide sind Spielarten des Ungleichheitsgedankens. Beides steht in fundamentalem Widerspruch zum gewerkschaftlichen Grundsatz der Solidarität. Unsere Geschichte zeigt, wir brauchen Wachsamkeit gegenüber allen Ausgrenzungen, Vorurteilen, rechtsextremistischen Entwicklungen und antisemitischen Einstellungen. Deshalb zeigen wir: Wir wehren den Anfängen!“

PM v. 29.7.2014
www.bayern.dgb.de/

►  Komplette Rede von Matthias Jena bei der Kundgebung downloaden


siehe auch: Offener Brief Kulturschaffender in Deutschland zum Krieg in Gaza

siehe auch: Demo ohne Denkverbote, Artikel in der taz v. 11.8.2014

1 Kommentar

  1. Franz Anger

    Mörderischer Antisemitismus

    Wenn bei Demonstrationen gegen die Gaza-Offensive der israelischen Staatsmacht gebrüllt wird: „Ihr Juden seid Bestien!“, dann wird nicht das blutige Vorgehen der israelischen Staatsgewalt gegen die Insassen des Gazastreifens kritisiert, sondern die Verantwortung aller Menschen jüdischen Glaubens für die kriegerische Politik der israelischen Staatsführung herbeiphantasiert, sodass mörderischer Antisemitismus propagiert und zudem der Logik Gewalt angetan wird. Die islamistische Gotteskriegerorganisation namens Hamas, deren Anhänger die Demonstrationen gegen die Gaza-Offensive der israelischen Staatsmacht mitunter dominieren, propagiert den mörderischen Antisemitismus nicht nur, sondern praktiziert ihn in Form von Raketenbeschuss und Selbstmordattentaten, weil es ihr Ziel ist, den Staat Israel zu vernichten und „die Juden ins Meer zu treiben“.