Mitteilung: Verwaltungsgericht Berlin

Zwei Schüler einer zehnten Klasse einer Integrierten Gesamtschule in Berlin dürfen vorläufig vom Unterricht suspendiert werden, weil sie heimlich Videos und Fotos von Lehrkräften angefertigt und an einen Mitschüler weitergeleitet haben, der sie auf Instagram verbreitet und teilweise mit sexistischen und beleidigenden Kommentaren versehen hat.

Das hat das Verwaltungsgericht Berlin in zwei Eilverfahren entschieden.


Die Schulleiterin habe die beiden Schüler vorläufig für neun Schultage vom Unterricht suspendieren dürfen. Einer der beiden Schüler hatte zugegeben, heimlich Bilder eines Lehrers aus dem Unterricht angefertigt und an den Betreiber des Instagram-Accounts weitergeleitet zu haben. Der andere Schüler hatte jedenfalls nicht bestritten, dem Mitschüler solche Fotos und Videosequenzen geschickt zu haben. Die Schulleiterin habe davon ausgehen dürfen, dass die beiden Schüler zumindest in Kauf genommen hätten, dass der Mitschüler das Bild- und Videomaterial auf seiner Instagram-Seite veröffentlichen und mit beleidigenden und sexistischen Inhalten versehen würde. Es sei lebensfremd anzunehmen, dass sie nicht gewusst hätten, was der Mitschüler mit dem Bild- und Videomaterial machen würde, zumal einer der Schüler selber einen solchen Account betreibe.

Es liege auch auf der Hand, dass bei der hier nahe liegenden Weiterverbreitung und Kommentierung in den so genannten sozialen Medien durch einen Mitschüler das geordnete Schulleben beeinträchtigt werde und dadurch das Vertrauen der Schülerschaft in einen regelgeleiteten und friedlichen schulischen Rahmen fortwährend erschüttert sei. Das gelte in besonderem Maße, wenn die weiterverbreiteten Inhalte geeignet seien, die betroffenen Lehrkräfte in der Öffentlichkeit bloßzustellen.

Gegen die Entscheidungen kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden.

Beschlüsse der 3. Kammer vom 7. Juni 2019 (VG 3 L 357.19 und VG 3 L 363.19)


PM v. 14.06.2019
Verwaltungsgericht Berlin
www.berlin.de/gerichte/verwaltungsgericht

Potenziale nutzen, Herausforderungen meistern – Neues Forschungsprojekt der Universität Paderborn

Mitteilung: Universität Paderborn

Was früher der Videowagen war, sind heute Tablet und Co.: Die Digitalisierung hat auch in den Klassenzimmern längst Einzug gehalten. Das bringt nicht nur Herausforderungen für die Schüler mit sich, sondern auch für die Lehrkräfte. Welche neuen Formen der Zusammenarbeit sich daraus ergeben und welchen Stellenwert die Kooperation bei Lehr- und Lernprozessen einnimmt, ist jetzt Gegenstand eines Forschungsprojekts an der Universität Paderborn. Zum Projekt gehört auch die Entwicklung eines Instruments, das mit der Digitalisierung verbundene Formen der Lehrerkooperation misst. … weiter


Quelle:
www.idw-online.de
www.uni-paderborn.de

 

von Björn Böhning

Bernd ist Auto-Mechaniker, 46 Jahre alt. Er liebt seinen Beruf. Als junger Mann hatte er einen Opel-Manta, mit Fuchsschwanz. Sein Auto hat er selbst repariert. Mit dem Rücken unter dem aufgebockten Wagen liegend, auch mal in einer Öllache, den Geruch des Öls in der Nase, und den des Benzins. Er liebt es sogar, sich nach getaner Arbeit das Öl mit Kernseife von den Händen zu schrubben, manchmal braucht er fast ein halbes Stück Seife dazu. Sein Hobby hat er zum Beruf gemacht.

Der Opel-Manta wird seit 1988 nicht mehr produziert. Und auch die Arbeit, die Bernd liebt, wird es so irgendwann vielleicht nicht mehr geben. Elektro-Autos riechen nicht. Höchstens nach Duftbäumen. Man macht sich an ihnen auch nicht so die Hände schmutzig. Also hoffen, dass alles gut geht? Dass die Rente schneller kommt als der Fortschritt? … weiter


Quelle: spw 2/2019

Warum es riskant ist, im Stress ins Online-Universum zu flüchten

Mitteilung: Ruhr-Universität Bochum

Freunde in sozialen Netzwerken wie Facebook können in Stressphasen eine große Hilfe sein. Fehlt es aber an Unterstützung offline, besteht die Gefahr, dass gestresste Nutzerinnen und Nutzer eine pathologische Bindung an das soziale Netzwerk entwickeln – eine Art Facebooksucht.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Team des Forschungs- und Behandlungszentrums für psychische Gesundheit der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Julia Brailovskaia. Die Gruppe hat ihre Ergebnisse in der Zeitschrift „Psychiatry Research“ vom 13. Mai 2019 veröffentlicht. … weiter


Quelle: www.news.rub.de
Foto: Simon Steinberger auf Pixabay.com

Mitteilung: Universität Bremen

Frank J. Müller ist Juniorprofessor für Inklusive Pädagogik im Fachbereich Bildungs- und Erziehungswissenschaften der Universität Bremen. In einer aktuellen Studie hat er Open Educational Resources in Norwegen untersucht. Aus keinem anderen Land der Welt liegen Erfahrungen mit staatlich finanzierten, frei verfügbaren Bildungsmaterialien in dieser Größenordnung vor. Könnte die Verbindung von Digitalisierung und Heterogenität auch ein Weg in die Zukunft für deutsche Schulen werden? … weiter


Quelle:
www.uni-bremen.de
www.idw-online.de

Bildungsgewerkschaft GEW: Wie der Digitalpakt umgesetzt werden sollte

Mitteilung: GEW Hauptvorstand

Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat Empfehlungen erarbeitet, wie der Digitalpakt Schule in den Ländern in die Praxis übersetzt werden sollte. Kernbotschaft: Es gilt der Primat der Pädagogik! „Die Technik muss genutzt werden, um das pädagogische Konzept einer Schule bestmöglich umzusetzen. Der Digitalpakt darf nicht dazu führen, dass Schulen sich einseitig an die technischen Möglichkeiten und die Digitalisierung der Lernprozesse anpassen müssen“, stellte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Donnerstag in Frankfurt a.M. fest. Schulen wünschten sich mehr Zeit, Unterstützung und Fortbildungsangebote, um gute Medienkonzepte zu entwickeln und in den Unterricht zu integrieren. Ziel sei, digitale Medien sinnvoll in den Unterrichtsfächern einzusetzen. Weiterlesen »

Im WDR wurde ein Hintergrundtext zum Unkrautbekämpfungsmittel “Glyphosat” veröffentlicht, verfasst von Christiane Gorse.

Am Ende des Textes ist ein 10-Minuten-Planet-Wissen-Video (SWR) verlinkt mit dem Titel “Manfred Ladwig über Monsanto”. Der Fernsehjournalist Manfred Ladwig vom Südwestrundfunk wird darin interviewt. Er beobachtet Monsanto seit vielen Jahren und weiß viel über die Geschäftspraktiken des Unternehmens zu berichten.

Der Text und der Film können sehr gut zum Erarbeiten der Problematik im Unterricht ab Klasse 9 eingesetzt werden.


zum Text “Glyphosat – Geschichte und Wirkungsweise” inkl. Film

direkt zum Film “Manfred Ladwig über Monsanto”

 

Mitteilung: DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation

„Bildung und Digitalisierung: Was verändert sich an unseren Schulen?“, so lautete der Titel einer Vortragsreihe wissenschaftlicher Expertinnen und Experten in Frankfurt am Main, die soeben zu Ende gegangen ist. Alle Vorträge stehen jetzt als Videos frei zur Verfügung. Weiterlesen »

Wer eine Abmahnung wegen eines angeblichen (?) Urheberrechtsverstoßes erhalten hat, weiß meist nicht, was zu tun ist. Der Chaos Computer Club (CCC) hat einen Schriftsatz-Generator für ein Antwortschreiben entwickelt. Das Antwortschreiben setzt die abmahnende Kanzlei über die Unrechtmäßigkeit der Abmahnung in Kenntnis.

Hier geht zum Schriftsatz-Generator des CCC

 

Über die aktuelle Diskurskultur und die Rolle der digitalen Medien, über Populisten und freie Kommunikation

von Hasso Rosenthal

  • Die gegenwärtige Diskurskultur spiegelt scheinbar eine „tiefe Krise der Demokratie“.
  • In der ganzen Republik treffen sich regelmäßig Bürgerinnen und Bürger, um in Vereinen, Gewerkschaften und Parteiuntergliederungen miteinander zu diskutieren. Demokratie funktioniert bei uns.
  • Dagegen stehen Dresden, Chemnitz usw. für Aufmärsche der Feinde des Diskurses, des Dialogs, weil sie mit gegenteiligen Auffassungen nicht leben wollen.
  • weiter

Grafik: geralt auf pixabay.com (Lizenz)