Bildungsgewerkschaft zur OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“

Mitteilung: GEW Hauptvorstand

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnt Bund, Länder und Kommunen, ihre Anstrengungen für ein qualitativ besseres und zukunftsfähiges Bildungssystem massiv zu steigern. „Auf dem Dresdener ‚Bildungsgipfel‘ haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten 2008 vereinbart, ab 2015 zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Bildung und Forschung zu investieren. Sieben Prozent in Bildung und drei in Forschung. Von diesem Ziel sind wir immer noch meilenweit entfernt“, sagte Ansgar Klinger, GEW-Vorstandsmitglied für Berufliche Bildung und Weiterbildung, mit Blick auf die heute veröffentlichten Daten der OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2018“. Hätte Deutschland für die Grund- bis Hochschulen nicht 4,2 Prozent, sondern – wie Norwegen – 6,4 Prozent des BIP investiert, stünden alleine diesen Bildungseinrichtungen 66,9 Milliarden Euro mehr zur Verfügung, um ihre gesellschaftlich wichtigen  Aufgaben zu lösen. Weiterlesen »

Gewerkschaften zur Fortbildungsstudie von Peter Daschner

Mitteilung: GEW Hauptvorstand

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) kritisieren, dass das Thema Fortbildung bei der Diskussion um die Bildungsqualität in Deutschland seit Jahren „stiefmütterlich behandelt wird“. Sie mahnen höhere Investitionen in die Fortbildung an, damit diese quantitativ und qualitativ ausgebaut wird. Zudem müsse dem Thema Fortbildung von Kultusministerkonferenz (KMK) und Ländern mehr Bedeutung beigemessen werden. „Integration, Inklusion und Digitalisierung stellen Anforderungen an Lehrkräfte, denen sie nur mit einer qualitativ hochwertigen Vorbereitung angemessen begegnen können. Engagement und Motivation der Lehrkräfte allein reichen dafür nicht aus. Die Politik ist gefordert, Lehrkräfte endlich ausreichend zu unterstützen. Es kann nicht sein, dass ihnen immer mehr abverlangt wird, die Politik aber die notwendige Unterstützung durch Fortbildung verweigert“, bemängelt Udo Beckmann, VBE-Bundesvorsitzender. Weiterlesen »

04. September 2018 · Kommentare deaktiviert für #WirSindMehr: Gewerkschaften gegen rassistische Hetze – für Solidarität! · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , ,

Resolution des Geschäftsführenden DGB-Bundesvorstandes zu Chemnitz

Zu den Ereignissen in Chemnitz hat der Geschäftsführende DGB-Bundesvorstand am Dienstag in Berlin folgende Resolution verabschiedet:

Aus der Erfahrung mit dem Faschismus gibt es für uns Gewerkschaften keinen Zweifel, dass wir jede Form von Rechtsextremismus, Rassismus, Nationalismus und jede Form der Menschenfeindlichkeit mit Nachdruck bekämpfen. Wir setzen uns ein für Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit. Es ist gut und richtig, dass viele Menschen in den letzten Monaten und Tagen gegen rechte Hetze und hassgetriebene Aufmärsche Haltung gezeigt haben. Weiterlesen »

03. September 2018 · Kommentare deaktiviert für Ausbildungsreport 2018 – Auszubildende besser schützen! · Kategorien: Paragraphenreiter, Standpunkte und Kommentare · Tags: ,

Mitteilung: DGB Bundesvorstand

Über die Hälfte der Auszubildenden muss auch nach der Arbeit für den Betrieb erreichbar sein, mehr als ein Drittel der Befragten leistet regelmäßig Überstunden, jeder Vierte macht Schichtarbeit. Von Flexibilisierungsdruck ist bereits ein Großteil der jungen Menschen betroffen, die wir für unseren inzwischen dreizehnten Ausbildungsreport befragt haben, den die DGB-Jugend jetzt vorgelegt hat.

„Nach wie vor gibt es große Probleme bei der Qualität der Ausbildung. Deshalb muss die Bundesregierung endlich das Berufsbildungsgesetz reformieren, die Mindestausbildungsvergütung einführen und die Qualifizierungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten der Ausbilder in den Betrieben verbessern“, sagt die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. „Die alte Leier der Arbeitgeber über fehlenden Nachwuchs kommt vor allem aus solchen Branchen, die für miserable Ausbildungsbedingungen und schlechte Vergütung bekannt sind.“ Der Ausbildungsreport nennt hier das Hotel- und Gaststättengewerbe, den Einzelhandel und Teile des Handwerks.

Zur Situation auf dem Ausbildungsmarkt sagte Hannack: „Die Lage bleibt angespannt. Mehr als 290.000 junge Menschen stecken in den zahlreichen Maßnahmen im Übergang von der Schule in den Beruf fest. Dem gegenüber konnten im letzten Jahr 48.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. Hier sind die Unternehmen aufgefordert ihre Praxis der Bestenauslese zu beenden und auch Jugendlichen ohne mittleren Schulabschluss oder Abitur eine Chance zu geben. Es stehen genügend ausbildungsbegleitende Hilfen wie die Assistierte Ausbildung zur Verfügung, um die Betriebe zu unterstützen. Sie müssen diese aber auch nutzen.“

Auf das Thema Arbeitszeit in der Ausbildung, diesjähriger Schwerpunkt des Ausbildungsreports, ging DGB-Jugendreferent Daniel Gimpel ein: „Insbesondere Schichtarbeit ist ein Problem. Bei den Hotelfachleuten und den FachverkäuferInnen im Lebensmittelhandwerk sind fast 80 Prozent der Auszubildenden im Schichtdienst tätig. Bei jedem, bzw. jeder Zweiten wird die gesetzliche Ruhezeit nicht eingehalten, viele von ihnen müssen öfter am Wochenende arbeiten, obwohl das nur die Ausnahme sein sollte. Die Ausbildungsbetriebe sind hier aufgefordert, die geltenden Gesetze einzuhalten. Auszubildende dürfen nicht als billige Arbeitskräfte missbraucht werden. Eine Ausbildung ist ein Lernverhältnis“, sagt Gimpel. „Schichtarbeit, überlange Ausbildungstage und unregelmäßige Arbeitszeiten sind belastend und hinderlich für Lernerfolge. Darunter leidet letztlich auch die Ausbildungsqualität.“

Zwar sind immer noch die meisten Auszubildenden (70,2 Prozent) mit ihrer Ausbildung zufrieden, die Tendenz sinkt jedoch und es gibt erhebliche Branchenunterschiede: Verwaltungsfachangestellte, Mechatroniker und Industriemechaniker sind über Durchschnitt zufrieden. Hotelfachleute, Zahnmedizinische Fachangestellte sowie Auszubildende im Einzelhandel und in Teilen des Handwerks bewerten ihre Betriebe dagegen mangelhaft. „Hier sind die Abbruchquoten hoch und die Arbeitgeber haben Schwierigkeiten ihre Ausbildungsstellen zu besetzen“, sagt Daniel Gimpel.

An der repräsentativen Befragung haben sich 14.959 Auszubildende aus den laut Bundesinstitut für Berufsbildung 25 häufigsten Ausbildungsberufen beteiligt.


Ausbildungsreport 2018: Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick
DGB-Jugend: Ausbildungsreport 2018


PM v. 3.9.2018
DGB Bundesvorstand
www.dgb.de

03. September 2018 · Kommentare deaktiviert für Bildungsgewerkschaft zur Studie „Unterwegs zur inklusiven Schule“: „Bund und Länder müssen sich dringend weiter anstrengen“ · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags:

GEW: „Kein Grund zum Jubeln“

Mitteilung: GEW Hauptvorstand

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat von Bund, Ländern und Kommunen mehr Anstrengungen bei der Umsetzung der Inklusion angemahnt. „Es gibt keinen Grund zum Jubeln. Politik muss mehr Geld in die Hand nehmen sowie Konzepte und Strukturen entwickeln, damit Inklusion erfolgreich sein kann“, betonte Ilka Hoffmann, für Schule verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied, mit Blick auf die heute veröffentlichte Studie „Unterwegs zur inklusiven Schule“ der Bertelsmann Stiftung. „Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass der Fortschritt bei der Inklusion bescheiden ist. Das gilt insbesondere, wenn man bedenkt, dass die Bundesregierung die UN-Behindertenkonvention bereits vor fast zehn Jahren unterzeichnet hat.“ Hoffmann kritisierte, dass Bund und Länder weder eine Strategie noch Standards vorgelegt hätten, wie Inklusion in den Schulen umgesetzt werden solle. Weiterlesen »

31. August 2018 · Kommentare deaktiviert für Wie Kinder den Erziehungsstil ihrer Eltern beeinflussen · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags:

Unter dieser Überschrift erschien am 31.8.2018 auf der Seite des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e. V. ein sehr informativer Artikel. Wir empfehlen unseren LeserInnen die Lektüre:

Wie Kinder den Erziehungsstil ihrer Eltern beeinflussen
Es gibt viele Überlegungen über die Auswirkungen verschiedener Erziehungsstile auf Kinder. Einer aktuellen amerikanischen Studie zufolge ist das gar so bedeutsam, denn auf den Erziehungsstil haben Kinder anscheinend auch einen beträchtlichen Einfluss. Den ganzen Artikel lesen

29. August 2018 · Kommentare deaktiviert für Der fzs solidarisiert sich mit Besetzer*innen des Hambacher Forstes und ruft zur Unterstützung der Proteste auf (fzs Vorstand) · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: ,

Mitteilung: freier zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V.*

In diesen Tagen steigt die Polizeipräsenz im Hambacher Forst. Deutlich vor der Rodungssaison soll der Wald abschnittsweise geräumt und somit Druck auf jene ausgeübt werden, welche die fortlaufende Umweltzerstörung durch Rodung, Kohleabbau und immer weiter steigenden CO2-Ausstoß nicht einfach hinnehmen wollen. Der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) spricht sich auf Basis der erdrückenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zum anthropogenen Klimawandel für einen schnellen Kohleausstieg und damit gegen die Rodung des Hambacher Forstes aus und solidarisiert sich mit den Aktivist*innen im Wald. Weiterlesen »

22. August 2018 · Kommentare deaktiviert für Es reicht – Verbände gegen Ausgrenzung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , ,

22.500 UMF wurden 2017 in Obhut genommen

Mitteilung: terre des hommes

Osnabrück – In einem gemeinsamen Appell fordern 54 Fachverbände der Kinder- und Jugendhilfe, Menschenrechtsorganisationen und Flüchtlingsräte, den Schutzbedarf von Flüchtlingskindern in den Mittelpunkt zu stellen. Weiterlesen »

20. August 2018 · Kommentare deaktiviert für Deutsche hegen gemischte Gefühle gegenüber Geflüchteten · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , , , , ,

Mitteilung: Ruhr-Universität Bochum

Während in der öffentlichen Diskussion die Extrempositionen am lautesten geäußert werden, sieht die große Mehrheit der Deutschen die Aufnahme von Flüchtlingen differenziert: Nur sieben Prozent lehnen jeden weiteren Zuzug von Flüchtlingen ab. 70 Prozent befürworten einen geregelten Zuzug.

Esra Eichener hat in seiner Masterarbeit am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie, Arbeit und Wirtschaft von Prof. Dr. Rolf Heinze an der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum (RUB) die Gründe für die Haltung zur Flüchtlingsfrage untersucht und sie in den Emotionen gefunden: … weiter


Quelle:
www.ruhr-uni-bochum.de
www.idw-online.de

14. August 2018 · Kommentare deaktiviert für Überwachung und Beeinflussung durch Internet-Giganten · Kategorien: Standpunkte und Kommentare, Virtuelles und Reales · Tags: , , , , ,

 

Ein Kommentar von Hasso Rosenthal*

Überwachung
01. Die Bürger sind verstärkt nach orwellscher Prägung der Überwachung und Manipulation durch die Algorithmen der Internetgiganten wie Facebook oder Google ausgeliefert.

Kooperation
02. Diese Firmen kooperieren ungebremst mit staatlichen Ausspähern.

Schutzpflicht des Staates
03. Seit 2008 gibt es vom BVG das IT-Grundrecht Es wird mit den Datengeschäften mit Füßen getreten. Obwohl das Urteil die Schutzpflicht des Staates definiert.

Persönlichkeitsrechte
04. Es müssen die Menschenrechte auf Privatsphäre mit der Innovationswut und den wachsenden Eingriffen in das Persönlichkeitsrecht abgeglichen werden.

Manipulation
05. Durch die Algorithmen der „sozialen“ Medien werden des Bürgers Werteentscheidungen manipuliert. Bei Suchanfragen werden nur die Informationen gefiltert, die dem Erfahrungshorizont des Kunden (Nutzer) entsprechen. So wird er in seiner Nachrichtenblase gefangen. So werden abwägende, widersprüchliche Informationen und Wertungen weggeblendet.
Die Forderungen des Europäischen Gerichtshofs und des Verfassungsgerichts werden vernachlässigt. Der Staat reagiert hier später und langsamer als jeder funktionierende Feuermelder.
In der Datenschutzverordnung wird zwar bestimmt, dass nur eine informierte und unmissverständlich abgegebene Einwilligung in Form einer Erklärung oder einer sonstigen eindeutigen Handlung wirksam ist. Darüber hinaus muss, wenn die Verarbeitung auf einer Einwilligung beruht, der für die Verarbeitung Verantwortliche nachweisen können, dass die betroffene Person ihre Einwilligung zu der Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten erteilt hat.
Doch in der Praxis geht der ungefragte Datenhandel ungebremst weiter.

Politische Willensbildung
06. So nehmen Facebook und Co. Einfluss auf die politische Willensbildung.

Jeder Feuermelder arbeitet besser
07. Die Forderungen des Europäischen Gerichtshofs, des Verfassungsgerichts und der Datenschutzverordnung werden vernachlässigt. Der Staat reagiert hier später und langsamer als jeder funktionierende Feuermelder. Auch wirkt der Staat zu wenig präventiv. Der Bundesinnenminister („Heimat, liebe Heimat“) schweigt sich zum Thema aus.

Persönlichkeitsprofile
08. Doch die Arbeit mit Persönlichkeitsprofilen „dringt tief in unsere Privatheit ein“. Sie vermitteln oft ein verfälschtes, gezielt zu manipulierendes Bild.

Grenzziehung
09. Zu fordern ist eine Grenzziehung, die die Datensammelwut und die Aufhebung der Privatsphäre verhindert.

Völkerrecht auf Privatheit
10. Auch die UNO hat das Problem auf ihre Tagesordnung gesetzt Die Generalversammlung fordert die Respektierung des Völkerrechts auf Privatheit (seit 1948).

Grundrechtscharta
11. Grundgesetz und europäische Grundrechtscharta sprechen gegen die „wuchernde weltweite Überwachung“ eine klare Sprache.

Gegen Manipulation
12. Unsere Demokratie darf nicht durch manipulative Eingriffe geschwächt werden

Schutz der Grundrechte
13. Grundrechte dürfen nicht durch technische Innovationen ausgehebelt werden.

Quelle. „Grenzen der Innovation“; Gerhard Baum; Süddeutsche Zeitung; 4. 4. 2018


*Hasso Rosenthal ist Vorsitzender des OV Rheiderland der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Bis 2018 war er Pressesprecher und Vorstandsmitglied der Ostfriesischen Hochschultage der GEW. Er schreibt regelmäßig für das Magazin Auswege.