Bildungsgewerkschaft GEW zum 50-jährigen Jubiläum der Fachhochschulen und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften

Mitteilung: GEW Hauptvorstand 

Frankfurt a.M./Lübeck – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat sich für eine Aufwertung der Fachhochschulen (FHn) und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) ausgesprochen und in diesem Zusammenhang gefordert, die Lehrverpflichtung der Hochschullehrerinnen und -lehrer zu reduzieren.

„50 Jahre nach Gründung der ersten Fachhochschulen nehmen diese heute vielfältige und anspruchsvolle Aufgaben im deutschen Hochschulsystem wahr. Über die Ausbildung der Studierenden hinaus engagieren sie sich in der angewandten Forschung, der Fort- und Weiterbildung, im Wissenstransfer sowie zunehmend auch in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Es ist daher nicht nachzuvollziehen, dass Fachhochschullehrerinnen und -lehrer die doppelte Lehrverpflichtung haben wie ihre Kolleginnen und Kollegen an Universitäten: Höchste Zeit, die Lehrverpflichtung von derzeit 18 auf zwölf Semesterwochenstunden zu senken“, sagte Andreas Keller, stellvertretender GEW-Vorsitzender und Vorstandsmitglied für Hochschule und Forschung, aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums der FHn und HAW.

Keller betonte, dass die Reduzierung der Lehrverpflichtung nur ein Baustein in einem umfassenden  Reformkonzept sei, das die Bildungsgewerkschaft zur Aufwertung der FHn und HAW für erforderlich hält. „Darüber hinaus brauchen wir einen zügigen Auf- und Ausbau des akademischen Mittelbaus neben den FH-Professuren. Die FHn und HAW dürfen aber nicht den Fehler der Unis kopieren und vor allem befristete Beschäftigungsverhältnisse etablieren. Sie brauchen eine aufgabenadäquate Personalstruktur, die Dauerstellen für Daueraufgaben in Lehre und Forschung vorsieht.“ Weiter müssten FH-Abschlüsse endlich mit Universitätsabschlüssen gleichstellt werden, betonte Keller. „Sowohl FHn und HAW als auch Unis bieten heute Bachelor- wie Masterstudiengänge an, deren Abschlüsse dem gleichen Qualifikationsniveau entsprechen. Ein FH-Bachelor muss daher den Zugang zu Masterstudiengängen an Unis, ein FH-Master den Zugang zur Promotion eröffnen. Arbeitgeber – private Unternehmen ebenso wie der öffentliche Dienst – müssen FH-Absolventinnen und -absolventen die gleichen Karrierewege und Verdienstmöglichkeiten eröffnen wie Menschen mit Uni-Abschluss“, mahnte der GEW-Vize.

Info: 1969 wurden in Flensburg, Kiel und Lübeck die ersten Fachhochschulen gegründet. Heute ist  bundesweit über eine Million Studierende an einer FH oder HAW eingeschrieben. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und mit einem Grußwort der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek (CDU), feiert der „Bad Wiesseer Kreis“ der Fachhochschulen in der Hochschulrektorenkonferenz heute in Lübeck das 50-jährige Jubiläum der FHs und HAWs. GEW-Vize Andreas Keller nimmt als Gast an der Festveranstaltung teil.


PM v. 13.6.2019
Ulf Rödde
Pressesprecher
Redaktionsleiter „Erziehung und Wissenschaft“
GEW Hauptvorstand
www.gew.de

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