14. Februar 2014 · Kommentare deaktiviert für Schulleitung zwischen Anspruch und Wirklichkeit · Kategorien: Daten und Fakten · Tags:

Größere Autonomie soll auch die Qualität von Schulen verbessern – eine neue Studie des DIPF zeigt, warum das viele Schulleitungen in der Realität überfordert

Mitteilung: Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung

Vom Verwalten zum Gestalten: Nach diesem Motto wird derzeit die Eigenständigkeit vieler Schulen gestärkt. Davon erhofft man sich Qualitätsverbesserungen. Den Schulleiterinnen und Schulleitern kommt dabei eine Schlüsselfunktion zu, doch eine Studie des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) verdeutlicht: „Für die Schulleitungen sind die Voraussetzungen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden und Schulen wirksam weiterzuentwickeln, sehr schwierig“, sagt Dr. Stefan Brauckmann. Er ist Leiter des Projekts „Schulleitungshandeln zwischen erweiterten Rechten und Pflichten“ (SHaRP), das Leiterinnen und Leiter von Grundschulen und Gymnasien in sechs Bundesländern zu ihren Aufgaben und Belastungen befragt hat. … weiter

07. Februar 2013 · Kommentare deaktiviert für Versetzung an die Realschule Georgsmarienhütte ist nicht zu beanstanden · Kategorien: Paragraphenreiter · Tags: ,

JustizMitteilung: Verwaltungsgericht Osnabrück

OSNABRÜCK. Das Verwaltungsgericht Osnabrück hat am 30.01.2013 den Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz abgelehnt, mit dem sich die bisher als Leiterin der Realschule Dissen tätige Antragstellerin gegen ihre zum 01.02.2013 verfügte Versetzung auf die Stelle einer Konrektorin an der Realschule Georgsmarienhütte wandte.

Das Gericht hat ausgeführt, die von der Niedersächsischen Landesschulbehörde zur Begründung der Versetzung genannten "Kommunikationsschwierigkeiten" zwischen der Schulleiterin und einem großen Teil des Kollegiums der Realschule Dissen sowie der daraus resultierende Umstand, dass ein ganz erheblicher Teil der Lehrer sich habe an andere Schulen versetzen lassen, hätten die Versetzung der Antragstellerin aus ihrem Amt und aus ihrer Funktion als Schulleiterin zwingend erforderlich gemacht. Ohne diese Maßnahme habe der Schulfrieden nicht wiederhergestellt und der Bildungsauftrag der Schule nicht erfüllt werden können.

Das schlichte Bestreiten der Spannungen im Kollegium sei nicht geeignet, die Richtigkeit dieses Sachverhaltes ernsthaft in Frage zu stellen. Es unterliege auch keinen rechtlichen Bedenken, dass die Antragstellerin an die Realschule Georgsmarienhütte versetzt und dort mit den Aufgaben einer Konrektorin betraut worden sei. Zwar sei es aufgrund entsprechender Informationen bedauerlicherweise zu einer Situation gekommen, die ihr die Wahrnehmung der Aufgaben voraussichtlich erschweren werde, es habe jedoch in zumutbarer Entfernung keine andere geeignete Stelle zur Verfügung gestanden. Ein Einsatz der Antragstellerin als Schulleiterin sei unter Berücksichtigung aller Umstände des Falles nicht in Betracht gekommen.

Über die entsprechende Klage ist noch nicht entschieden worden.

(Beschluss der 3. Kammer des Verwaltungsgerichtes Osnabrück zum Az. 3 B 8/13; die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig).

Pressemitteilung 3/2013 v. 1.2.2013
Verwaltungsgerichtes Osnabrück
www.verwaltungsgericht-osnabrueck.niedersachsen.de

Hervorhebungen: Red. Auswege

09. August 2012 · Kommentare deaktiviert für “Ich kann unter diesen Bedingungen die Schule nicht leiten” · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , ,

Das sagte Andrea Schöffel am 7. August 2012 in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung online. Andrea Schöffel ist (derzeit noch) Rektorin an einer bayerischen Grundschule. Im Interview heißt es weiter:

"Seit Jahren verschlechtern sich die Bedingungen an den bayerischen Grundschulen, sagt die Rektorin. Jetzt hat sie gekündigt, weil ihr nicht genügend Lehrer zugeteilt wurden." … Das ganze Interview in der Süddeutschen lesen

 

Bewegende Vorgänge! Auch wenn Bayern weit weg zu sein scheint von den Nabeln dieser Republik, wollen wir unsere LeserInnen über Andrea Schöffels Kündigung informieren. In anderen Bundesländern geht es im Prinzip nämlich durchaus vergleichbar zu. Es wird Zeit, dass wir anfangen, uns zu wehren. Andrea Schöffels Weg ist sicher keine übertragbare Form des Widerstands, aber sie hat ein Zeichen gesetzt und laut und deutlich NEIN gesagt.

 

Auswege-Autor Heinz Kreiselmeyer, langjähriger Fachlicher Leiter der Schulämter in der Stadt und im Landkreis Ansbach, äußerte sich nach dem Lesen des Interviews in der SZ spontan dazu:

Es ist zum Verzweifeln! Warum gelingt es nicht seit Jahrzehnten

a) die Klassenbildung des nächsten Schuljahres spätestens mit dem Ende des vorausgegangenen Schuljahres abzuschließen?
Gegebenenfalls ist eben ein Eingriff in den Prüfungsturnus vorzunehmen.

b) die Personalplanung professionell zu gestalten?
Seit den 80-igern laboriert man in höchst unprofessioneller Weise an EDV-Systemen, die bis zum heutigen Tag nicht kompatibel sind.
Viele Insider schütteln nur noch den Kopf. Wo ist das EDV-system, das für alle Verwaltungsebenen steht?

c) Schule so zu organisieren, dass Schulprogramme auch kontinuierlich weitergeführt werden können?

und und und ……

… und schrieb dann an Andrea Schöffel einen Brief:

Sehr geehrte Frau Schöffel,

bewundernswert Ihr Mut, konsequent durch Ihren Rücktritt zu bekunden, wie desaströs es um unsere Schule bestellt ist.

Ich hoffe, dass Sie eine weitere berufliche Perspektive haben. Was ich von Ihnen im SZ-Interview las, kann ich nur bestätigen.

Während meiner gesamten Dienstzeit, 38 Jahre im bayerischen Schuldienst, habe ich es nicht anders erlebt. Und dies in sehr unterschiedlichen Funktionen: als Lehrer, als Seminarleiter, als Seminarbeauftragter an der Regierung von Mittelfranken (1980 – 1990), als Fachlicher Leiter der Schulämter im Landkreis und in der Stadt Ansbach. Als Fachlicher Leiter war ich von 1990 – 2006 tätig. Seit 2006 bin ich im vorzeitigen Ruhestand.

Die von Ihnen geschilderte Problematik ereilte uns Jahr für Jahr: Die Stunden fehlten. Die Lehrer fehlten. Diskontinuität allerorten: Schulprogramme mussten von Jahr zu Jahr geändert werden, da die personelle Kontinuität fehlte. Viele Projekte wurden nach kurzer Zeit zu Projektruinen. Idealismus wurde überstrapaziert. Schließlich schämte ich mich, "meine" Schulleiter Jahr für Jahr zu ermutigen Ihre Schule weiterzuentwickeln, da ich nicht garantieren konnte, dass viel versprechende Innovationen weitergeführt werden können. Ein Trauerspiel! Ihre zentrale Aussage, wonach Sie Ihre Schule nicht mehr so leiten können, dass es Kindern, Lehrern und Ihnen dabei gut geht, sollten sich möglichst viele Menschen, die mit Schule zu tun haben, stellen.

Wer wie Sie diese Entscheidung trifft, achtet sich selber und stärkt sich letztendlich und andere und bewahrt sich vor lebenslanger Nivellierung und Entpersönlichung. Respekt!

Möge Ihre Entscheidung vielen, vielen Menschen in unserem Land Anlass sein, gründlich nachzudenken.
Möge Ihre Entscheidung den Menschen Mut machen, auf die Missstände an unseren Schulen öffentlich hinzuweisen.
Möge Ihre Entscheidung den verantwortlichen Schulpolitikern erkennen lassen, wie unverantwortlich sie mit unserem höchsten Gut, unseren Kindern, umgehen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, großes Standvermögen und eine mutige und hoffnungsvolle Zuversicht.

Herzliche Grüße
Heinz Kreiselmeyer

P.S.: Ganz herzliche Grüße auch an Ihre engagierten Lehrkräfte und insbesondere an Ihre Verwaltungsangestellte. Ihnen , den VAs,  spielt man ja ganz übel mit.

Wer sich mit dem bayerischen Bildungsdesaster vertiefter beschäftigen will, kann dies auf den Seiten der GEW Ansbach tun.Brandbrief der Schulräte