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von Freerk Huisken

Es besteht kein Zweifel daran, dass sich der Papst in seiner Schrift "Freude des Evangeliums" als Kapitalismuskritiker geoutet hat: "Der Kapitalismus tötet!" lautet sein Diktum, das begeistert begrüßt, halbherzig gescholten, als naiv bezeichnet oder zu einer Sache theologischer Auslegung erklärt wurde. Wie dem auch sei, der Satz ist in der Welt und hat angesichts des Unfehlbarkeitsanspruchs seines Autors Gewicht. … weiter


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1 Kommentar

  1. Franz Anger

    Korrekter Umgang mit dem päpstlichen Lehrschreiben „Evangelii gaudium“

    Während Papst Franziskus von antipfäffischen Eiferern als schwadronierender „Oberpfaffe aus Rom“ abgefertigt wird, setzt sich Freerk Huisken mit ihm als „Kapitalismuskritiker“ auseinander. In seiner Schrift „Freude des Evangeliums“ kritisiere der Papst, so Huisken, zwar die „herrschende Wirtschaftsweise“, indem er den Blick richte auf Erscheinungen wie etwa Hunger und Obdachlosigkeit in aller Welt. Jedoch wecke seine Erklärung dieser unschönen Erscheinungen Zweifel an seiner „theoretischen Unfehlbarkeit“, weil er sie bloß als „Skandale“ anprangere.

    Dass aber Hunger und Obdachlosigkeit das „zwangsläufige Produkt“ der kapitalistischen Produktionsweise sind, legt Huisken dar, indem er die Warenproduktion kritisiert: Die kapitalistische Produktionsweise diene nicht der Versorgung von Menschen, sondern allein der Erwirtschaftung von Gewinn, was bedeute, dass die Versorgungseigenschaft von Lebensmitteln nur dann zum Zuge komme, wenn ihre Produzenten mit dem Verkauf von Waren Geld verdienen.

    Gut wäre es, schreibt der umsichtige Huisken, einen solchen Satz zur Systemnotwendigkeit des Hungers und der Obdachlosigkeit aus dem Munde des Papstes zu hören. Auf diese Weise macht Huisken en passant klar, was ihn von jenen antipfäffischen und zugleich monadologischen Gruppenmarxisten unterscheidet, deren antikapitalistische Agitation daran krankt, dass sie sich nicht auf das vorfindliche Durchschnittsbewusstsein einlassen, sondern als Hüter der reinen Lehre sich aufführen, und zwar gemäß dem dogmatischen Diktum: Mit marxistischer Kritik haben die radikalen Töne des Papstes gar nichts zu tun.