Mitteilung: Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

Damit wir in Gemeinschaften zusammenleben können, müssen wir miteinander kooperieren. Um das zu organisieren, bestrafen wir Mitmenschen, wenn sich diese unkooperativ verhalten. Bisher war unklar, wann sich in uns der Antrieb entwickelt, dieses Verhalten zu bestrafen – und ob diese Eigenschaft eine rein menschliche ist.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts (MPI) für Kognitions- und Neurowissenschaften und des MPI für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben nun herausgefunden, dass bereits sechsjährige Kinder und Schimpansen unsoziales Handeln rügen wollen – und dafür sogar bereit sind, Kosten und Mühen auf sich zu nehmen, um selbst dabei sein zu können, wenn derjenige bestraft wird. … weiter

Quelle: www.cbs.mpg.de/de | idw-online.de

1 Kommentar

  1. Frau Lehmann

    Was die Tatsache, dass Kinder unsoziales Verhalten bestraft sehen wollen, mit Rache (und Schadenfreude) zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Kindern ist es noch nicht möglich derart zu differenzieren. Sie können nur schwarz und weiß (gut und böse) erkennen, eben das, was ihnen in Märchen begegnet.

    Dass die Kinder lieber sehen wollen, wie ein Übeltäter bestraft wird und dafür sogar “zahlen”, kann mehrere Gründe haben (und hat es sicher auch). Einzig Rachegedanken daraus ableiten zu wollen, halte ich für nicht statthaft.

    Vielleicht hätte man die Kinder nach ihren Gründen einfach mal fragen sollen statt eine Studie, die meines Erachtens nach einzig den Schluss zulässt, dass Kinder ein Gerechtigkeitsempfinden zeigen, dazu zu nutzen, Rache und Schadenfreude als im Kind bereits angelegt zu interpretieren. Selbst ich würde es vorziehen, lieber eine Geschichte zu Ende zu sehen/hören, die mein Gerechtigkeitsempfinden bestärkt als eine, die Unschuldige bestraft und Schuldige laufen lässt.