21. November 2017 · Kommentare deaktiviert für Über Trennen & Verbinden, Getrenntheit & Verbundenheit · Kategorien: Lebens- und Kulturwege · Tags: , , , , ,

von Imago

Wohl die meisten Menschen ahnen bis heute nicht, wodurch sie sich – zumindest bislang noch – ihr ganzes Leben lang – vorzugsweise – bestimmen lassen und was sie daher als Hauptmerkmal ihrer Denk-, Fühl- und Handlungsweise jeden Tag auf’ s Neue – einerseits zwar ganz bewusst, zum großen Teil aber eben auch unbewusst – hauptsächlich immer wieder und wieder reproduzieren, nämlich – DAS TRENNEN.

Unser frühester Trennungsschmerz liegt dem wohl zugrunde, an den sich freilich wohl keiner einer von uns so richtig erinnern kann, erstmals von uns erlebt an dem Tag unserer Geburt, als wir unsere uns bis dahin unmittelbar nährende Heimstätten im Bauch unserer Mütter verließen. Mit all der bis dahin erlebten Geborgenheit war es von da an – vorbei, und das grelle Licht des Kreißsaals blendete und erschreckte wohl die meisten von uns zusätzlich. … weiter


©Foto: Engin Akyurt – pixabay.com, Lizenz: CC0

06. Mai 2014 · Kommentare deaktiviert für “Ich habe ein Beziehungstrauma” · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , ,

Im Magazin connection.de erschien im Heft spirit 5/6-14 ein sehr informativer Betroffenenbericht über eine Beziehungstraumatisierung in der Kindheit und damit einhergehend auch über die Bindungstheorie des englischen Psychiaters John Bowlby. Die Theorie geht von dem menschlichen Grundbedürfnis aus, eine verlässliche, von Urvertrauen geprägte Beziehung zu seinen Mitmenschen zu entwickeln. Es geht in erster Linie um die frühe Mutter-Kind-Beziehung. Man unterscheidet die sichere Bindung, die unsicher-vermeidende Bindung, die unsicher-ambivalente Bindung und die desorganisierte Bindung.

In dem Aufsatz schreibt Oliver Bartsch, Webredakteur bei connection.de, über sein eigenes Bindungstrauma und erklärt auch die NARM-Methode (Neuroaffektives Beziehungsmodell nach Heller und Lapierre). Herausgekommen ist ein Text jenseits trockener Sätze, der sich stattdessen an der Lebenspraxis orientiert. Wir empfehlen den Aufsatz – für Lehrkräfte, ErzieherInnen und SozialpädagogInnen ist die Beschäftigung mit der Bindungsproblematik ein Muss:

"Ich habe ein Beziehungstrauma"

Nach nichtrepräsentativen Erhebungen leidet jeder zweite Mensch an den Folgen einer unsicheren Bindung zu den primären Bezugspersonen seiner Kindheit. Wenn das nicht nur eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Psychologen und Therapeuten ist, dann haben wir da ein gewaltiges gesellschaftliches Problem. Oliver Bartsch, angehender Gestalttherapeut und Webredakteur von connection.de, hat dazu etwas zu sagen, denn er ist selbst einer von denen, deren Leben von einem »Beziehungstrauma« geprägt war… Den ganzen Text lesen

Wer sich ausführlicher mit der Bindungstheorie befassen will, dem sind folgende Texte (Auswahl) zu empfehlen:

Grundlagen der Bindungstheorie von Susanne Stegmaier (in: Kindergartenpädagogik  – Online-Handbuch -,  Herausgeber: Martin R. Textor)

Eine Einführung in die Bindungstheorie von John Bowlby von Alexander Miró – übersichtsartige Darstellung

Eltern-Kind-Bindung von Dr. med. Cyril Lüdin, Kapitel: Bindungsmodelle (Mary Ainsworth et al) – genauere Beschreibung der vier Bindungstypen

Bindungstheorie von Regina Bestle-Körfer – Text in Form einer Art Aufzählungsliste (pdf-Datei)