Greenpeace hat im Januar ’19 ein neues Unterrichtsmaterial herausgebracht: Fleisch – um jeden Preis?

von Günther Schmidt-Falck

Die SchülerInnen sollen das Thema “Fleisch” unter den Aspekten Umwelt und Klima bearbeiten. So lauten die Schlüsselfragen:  “Wie viel Fleisch verbrauchen wir in Deutschland? Welche Auswirkungen hat die industrielle Fleischproduktion auf das Leben von Nutztieren? Und wie beeinflussen die Massentierhaltung und der wachsende Anbau von Futtermitteln wie Soja das globale Klima?”

Das Material kann von der 7. Klasse bis zur 10. Klasse eingesetzt werden. Für die Sek. II sind Erweiterungen hinzugefügt. Auf der Seite von Greenpeace wird behauptet, dass das U-Material für den handlungsorientierten Unterricht entwickelt sein soll. Ich habe mir die Arbeitsblätter und die didaktischen Hinweise daraufhin mal durchgesehen:

  • Es gibt sieben Themenblöcke – die inhaltliche Fleischproblematik ist umfassend abgedeckt. Die Blöcke können unabhängig voneinander durchgenommen werden:
    • 1. Unser täglich Wurst. Fleischkonsum historisch und global
    • 2 Arme Sau? Fleischproduktion und Massen­tierhaltung
    • 3. So ein Mist! Fleischproduktion und Umweltverschmutzung
    • 4. Schnitzel nach Art des Treibhauses. Fleischproduktion und Klimawandel
    • 5. Fleisch macht hungrig? Fleischproduktion und globale Entwicklung
    • 6. Aua schreit der Bauer! Fleischproduktion und Politik
    • 7. Meine Schule isst klimafreundlich?! Fleischkonsum und dein Denken und Handeln
  • Es geht schon mal gut los: Die SchülerInnen sollen ihr eigenes Konsumverhalten und das ihrer Familie erfragen und beschreiben.
  • Und so geht es weíter: Die diversen Erarbeitungen und Inputs sind grundsätzlich schüler- und handlungsorienrtiert geplant: So sollen Infos mittels Kundenbefragungen im Umfeld der SchülerInnen ermittelt werden (im Supermarkt, im Bioladen, in der Fleischerei usw.) .
  • Geplant ist auch die Untersuchung von Verpackungen.
  • Expertenbefragungen sind vorgesehen.
  • Ein Cartoon ist dabei, ein Diagramm soll auch ausgewertet werden.
  • Videos samt Links werden angeboten.
  • Die Arbeitsblätter sind übersichtlich gestaltet, fleischgemäß meist in Rot – naja, das ist geschmacksache.
  • Die Arbeitsaufträge sind sehr klar, verständlich und schülerbezogen formuliert.
  • Auswertungen und Darstellungen von Ergebnissen können auch über Mindmaps und Fishbowls präsentiert werden. Die beiden Methoden werden auch gleich erklärt.
  • Sogar Hilfestellungen zum Erarbeiten und Durchführen eigener Projektideen sind dabei.

Fazit: … das reicht erstmal an Infos. Das Material gehört zum Besten, was ich in mehreren Jahrzehnten pädagogisch-psychologischer Arbeit in den Fingern hatte. Da waren MacherInnen mit Sachverstand und didaktisch-methodischem Knowhow am Werk. Vielen Dank, KollegInnen!

Allerdings – und das darf nicht verschwiegen werden – ist das Material nicht für den superschnellen Einsatz gedacht und gemacht: … das Arbeitsblatt rausziehen, Text dazu austeilen und 30 Minuten warten, bis alle in Einzel- oder Gruppenarbeit fertig sind, geht nicht oder nur sehr eingeschränkt.
Es müssen Unterrrichtsgänge geplant, Filme gesucht, Tafelbilder entwickelt und Stundenabläufe geplant werden, um nur mal diese Punkte zu nennen. Mit dem Material geht das aber sehr leicht und auch sehr schnell. 

Es lohnt sich sehr, das “Bildungsmaterial”, genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Tipp lautet also folgerichtig: unbedingt im Unterricht einsetzen, zum einen wegen der hervorragenden didaktisch-methodischen Aufbereitung, zum anderen wegen des Themas “Fleisch”, das leider noch viel zu oft und gerne aus den Köpfen verdrängt wird. Auf Aussagen wie “Was sollen wir denn noch alles im Unterricht machen?” kann die Antwort nur lauten: “Auf jeden Fall dieses Material”


Download des Materials als pdf-Datei (17 MB)

zur Präsentationsseite von Greenpeace

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