30. Januar 2014 · Kommentare deaktiviert für Leere nach der Erziehungshilfe: Unterstützung für Jugendliche aus Pflegefamilien und Heimen · Kategorien: Daten und Fakten · Tags: , , , ,

Mitteilung: Stiftung Universität Hildesheim

Care Leaver – den Begriff kennt kaum einer, die Geschichten der Betroffenen auch nicht. Ein Forscherteam der Universität Hildesheim hat erstmals umfangreichere Daten über die Lebenswege von jungen Leuten in Deutschland erfasst, die nicht in der Herkunftsfamilie aufwachsen. Bisher lagen kaum Daten vor, wie betreute Wohngruppen, Heime und Pflegefamilien den Übergang junger Menschen ins Erwachsenenleben begleiten.

Forscher der Uni Hildesheim und der Fachverband IGfH e.V. fordern, den Übergang von der Erziehungshilfe in die Selbstständigkeit zu verbessern. Außerdem entsteht ein bundesweites Netzwerk von jungen Erwachsenen, die die Uni erreicht haben. … weiter

⇒ Adressen für weitere Informationen und Kontaktstellen befinden sich in der pdf-Datei!

Quelle: www.uni-hildesheim.de/idw-online.de

23. Juli 2013 · Kommentare deaktiviert für Der Junge aus Shanghai · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , , ,

von G. S.*

„Die materialistische Lehre von der Veränderung
der Umstände und der Erziehung vergisst,

dass die Umstände von den Menschen verändert
und der Erzieher selbst erzogen werden muss.“
Marx, Thesen über Feuerbach

Johann [so nannten wir ihn in Anklang an seinen chinesischen Rufnamen], 15 Jahre alt, kam – nach einem regulären Schulbesuch in China – zunächst an eine Schule mit verstärktem Deutschunterricht, dann zwei Monate an unsere Hauptschule, danach zwei Wochen versuchsweise an ein Gymnasium. Erziehliche Schwierigkeiten veranlassten die Mutter (der Stiefvater arbeitete damals noch in München, jetzt in Kanada), ihn Mitte Oktober zu den Großeltern nach Shanghai zu schicken, von wo sie ihn, offenbar wegen erneuter Probleme auch dort, Anfang Januar wieder in den 9. Jahrgang unserer Schule zurückbrachte. Der Großvater ist mittlerweile gestorben. …

gsf – So beginnt Auswege-Autor – wir nennen ihn Georg Schuster* – seinen Aufsatz über diesen pubertierenden Jungen, den er als Klassenlehrer betreute. Der Autor zeichnet ein detailgenaues Bild der Entwicklung von "Johann", schildert dessen Probleme mit der Mutter, mit der peer-Group und mit der Schule und schafft es, uns LeserInnen an dem schwierigen Weg Johanns auf der Suche nach Identität teilhaben zu lassen. Wir erfahren auch, wie eng gute Erziehungsabsichten zugleich mit ihrem Scheitern veknüpft und wie hinter jeder Maßnahme die "Grenzen der Erziehung" zu spüren sind. Den ganzen Aufsatz lesen

*Der Autor ist der Redaktion bekannt und schreibt regelmäßig für das Magazin AUSWEGE-Perspektiven für den Erziehungsalltag.

bleistift

 

Auswahl bisher erschienener Aufsätze von G. Schuster im Magazin AUSWEGE:

Hegel als Erzieher? Ein paar Denkanstöße eines brauchbaren Philosophen

Bildung auf Deutsch: Nec scholae, nec vitae

Nennen wir mich Schuster

11. August 2008 · Kommentare deaktiviert für Verwahrlosungsindizien · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , ,

"Unsere durchökonomisierte Gesellschaft dreht sich mit hohem Tempo um ganz andere Ideale und entwickelt dabei eine verhängnisvolle Fliehkraft, die immer mehr Menschen aus ihrer Mitte schleudert. Wo heute Erziehungsdefizite zu bemängeln oder Gewalttendenzen zu beklagen sind, haben wir es nicht mit dem späten Erbe einer autoritätskritischen Bewegung zu tun, sondern mit Verwahrlosungsindizien einer Gesellschaft, die mit dem Verschwinden der Systemkonkurrenz auch ihren sozialen Ehrgeiz verloren zu haben scheint."

Hans-Peter Kastenhuber
im Artikel "Unsere Sündenböcke" über die Bedeutung und Folgewirkung der 68er Studentenbewegung, Nürnberger Nachrichten v. 9./10.8.2008. Der Kollege hat wieder mal voll ins "Schwarze" getroffen.