Archiv für das Tag 'Chancengleichheit'

Missverständnis „Chancengleichheit“

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von Freerk Huisken

gsf – Freerk Huisken untersucht in seiner GegenRede Nr. 6 die “Chancengleichheit” in Schule und Bildung. Er kommt u.a. zu dem Schluss:

Chancengleichheit hat also mit vernünftiger Organisation des Lernens nichts zu tun. Im Gegenteil, sie steht für die schulische Unvernunft, die das Lernen als Leistungslernen, also als Konkurrenzveranstaltung zwischen allen Schülern einer Klasse oder eines Jahrgangs veranstaltet.

Er setzt dagegen:

Würde man jedem Schüler und jeder Schülerin zum Lernen des Unterrichtsstoffes soviel Zeit, dazu die Mittel und Hilfestellungen einräumen, die sie jeweils benötigen, dann hätte sich die Sache mit der Chancengleichheit erledigt. Zur Aneignung von Wissen und Kenntnissen braucht es nämlich keine Chancen und schon gar keine gleichen Chancen. Die stören dann nur. Es braucht nur Umstände, die den individuellen Bedingungen des Lernenden entsprechen.

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Mit einer 9-jährigen gemeinsamen Schulzeit alleine ist es nicht getan

Replik.gifReplik: Die Landtagsabgeordnete der bayerischen Grünen, Renate Ackermann, antwortet Claudia Roth

Das Dreigliedrige Schulsystem in Bayern gehört abgeschafft. So müsste die Forderung von Claudia Roth genau formuliert heißen. Die Hauptschule ist die Schulart, an der die Probleme des ganzen Schulsystems am deutlichsten zu Tage treten. In Ihrer Analyse der derzeitigen Situation hat Claudia Roth allerdings recht. Das Bayerische Schulsystem ist von Chancengleichheit und -Gerechtigkeit weit entfernt. Die Gnade der richtigen Geburt und das Glück Eltern zu haben, die entweder selbst unterstützen können oder sich die richtige Unterstützung der eigenen Kinder leisten können und wollen, macht für viele SchülerInnen in Bayern den Unterschied aus. Bildung und Chancen werden vererbt.

Mit der Forderung nach einer gemeinsamen 9-jährigen Schulzeit allein ist es auch nicht getan. Denn Probleme wie fehlende individuelle Förderung, zu große Klassen, Unterrichtsausfall wegen LehrerInnenmangel, übervolle Lehrpläne, und und und, sind damit nicht gelöst. Bildung ist das Kapital unserer Gesellschaft und derzeit sind die Investitionen in die Bildung mangelhaft.

Die Bildungsausgaben müssen deutlich erhöht werden, von der frühkindlichen Bildung bis zu den Hochschulen. Und das Geld muss in sinnvolle Strukturen und Konzepte fließen. Im schulischen Bereich heißt dies, längere gemeinsame Schulzeit in Ganztagesschulen mit pädagogischem Konzept. Alle Kinder und Jugendliche haben ein Grundrecht auf Bildung – von Anfang an.

Die Stellungnahme von Claudia Roth finden Sie hier: Die Hauptschule gehört abgeschafft