von Brigitte Pick

Im Hauptstadtblatt Tagesspiegel, dessen Leitmotto rerum cognoscere causas lautet, ist gerade eine Debatte um Problemlehrer entbrannt, die es neben Problemschülern und Problemschulen, Problembären und –wölfen nun auch geben soll.

Versuchen wir, den Sachen auf den Grund zu gehen.

Die Autorin schreibt u.a. über die subtile und offene Diskriminierung in Schule als Alltag, über das Bestrafen von Verhalten mit Zensuren, über die fehlende Würdigung von Schülerleistungen, über den Optimierungs- und Konkurrenzwahn an Schulen, über das Sortieren nach Konkurrenzverlierern und über das Fehlen von Geld an den Schulen.

Download


©Foto re.: geralt, pixabay.com, Lizenz: CC0

04. Mai 2015 · Kommentare deaktiviert für Unnötiger Stress mit dem Übertritt · Kategorien: Daten und Fakten · Tags: , ,

nutcracker-442947_by_Hebi65_CC0Mitteilung: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Die Ungewissheit über die Schulzuweisung kann bei Kindern massiven Stress auslösen. Das haben Forscher der Universität Würzburg in einer bundesweit einzigartigen Studie über die Stressbelastung durch den Übergang nach der Grundschule gezeigt.

Vor allem verbindliche Übertrittsempfehlungen, wie sie in Bayern praktiziert werden, führen zu erhöhten Stressbelastungen. Die Forscher sprechen von alarmierenden Signalen. … weiter Weiterlesen »

28. April 2015 · Kommentare deaktiviert für Über Bremsen, Barrieren und Blockaden im Inklusionsdiskurs · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , , , ,

Der neueste Aufsatz von Hans Wocken – eine Auseinandersetzung mit den Inklusionkritikern

Ein bildungspolitisches Streitgespräch mit den „moderaten“ Inklusionsreformern

von Hans Wocken

Der öffentliche Diskurs um Inklusion ist einigermaßen verquer und sonderbar. Selbstverständlich gibt es auch in dieser kontroversen Auseinandersetzung zwei unterscheidbare, rivalisierende Parteiungen, die mit- und gegeneinander streiten, aber diese beiden antagonistischen Gruppen können nicht – wie ansonsten bei gesellschaftlichen Konflikten um eine Sache üblich – nach dem klassischem Muster in ein Pro- und Contra-Lager eingeteilt werden.

Nein, das Sonderbare der Diskurslage besteht darin, dass es gar kein Contra-Lager gibt! Es sind sehr wohl Positionen ausfindig und namhaft zu machen, die sich Inklusion gegenüber skeptisch, reserviert, distanziert oder kritisch verhalten. Aber alle Inklusionskritiker betonen in ihren Stellungnahmen nachdrücklichst, dass sie dem Ziel und Anliegen der Inklusion wohl gesonnen sind und grundsätzlich zustimmen. … weiter


logo-text-file Der letzte Aufsatz von Hans Wocken: Inklusion im Nebel

Download zum Lesen am Bildschirm

Download zum Ausdrucken in kleinerer Schrift

28. Mai 2013 · Kommentare deaktiviert für Vom vielen Wiegen wird die Sau auch nicht fetter · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie · Tags: , , , , ,

lalolalo_Running_pigDie Auswege-Autorin Brigitte Pick über den zunehmenden Prüfungswahn in der Schule, über die Angst von Grundschülern, über die fehlende Empathie so mancher Lehrkräfte, Defizite im Ganztagsschulbetrieb, Selektion und dem Gymnasium als der neuen 40-Prozent-Schule: Dauerbaustelle Schule!

von Brigitte Pick

Es ist die Zeit der Prüfungen: Vera 8 und 9, Mittlerer Schulabschluss, Berufsbildungsreife in Klasse 9, das Abitur beschäftigen Schüler, Eltern und Lehrer. Schüler beklagen allenthalben den Druck der Eltern und den der Schulen gleichermaßen und erklären so den exzessiven Gebrauch von Drogen und Alkohol.

Wegen der zunehmenden Prüfungen fällt zunehmend mehr Unterricht aus und führt zu ungeliebten Vertretungsstunden. In Berlin streiken die angestellten Lehrer für gleichen Lohn. Beamte verdienen mehr, da sie keine Sozialabgaben zahlen. Dazu gibt es über 1500 dauerkranke Schulpädagogen in der Stadt, für die man inzwischen außerunterrichtlichen Einsatz sucht. Schule als Konfliktfeld bleibt eine Dauerbaustelle. … weiter

bleistift

 

Aufsätze von Brigitte Pick in AUSWEGE

22. Mai 2013 · Kommentare deaktiviert für Bildung auf Deutsch: Nec scholae, nec vitae · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie · Tags: , , , , , ,

586789_by_Dieter Schuetz_pixelio.devon G. S.*

„Aus der Schulzeit sind mir nur die Bildungslücken
in Erinnerung geblieben.“
Oskar Kokoschka

Mehr als tausend Stunden Latein in der Schule dürften im Prinzip genügen, die Sprache so fürs Leben zu lernen, dass man später zum Beispiel eine päpstliche Rücktrittserklärung im Original verstehen kann. In meinem Fall reichen sie gerade mal dazu, dem Wahlspruch einer englischen Mittelschule („e glandibus quercus“) oder dem Stadtmotto von Melbourne („vires aquirit eundo“) zu entnehmen, dass da irgendwas Größeres klein angefangen hat. … weiter

* Der Autor ist der Redaktion namentlich bekannt!
©Foto: Dieter Schütz / www.pixelio.de

bleistift

 

Bisher im Magazin AUSWEGE erschienene Aufsätze von G. S.

23. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Lieber Klaus Wenzel, herzlichen Dank für deine deutliche Stellungnahme … · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , , , ,

gsf – Kurz vor Beginn der Weihnachtsferien hat Klaus Wenzel, Vorsitzender des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV e.V.), eine Stellungnahme verfasst. Das Thema lautete:

Bayerns Schulsystem ist ungerecht und ausgrenzend – das befördert politische Radikalismen

Die GEW Ansbach hat diese Pressemitteilung und die schroffe, ja fast panikartige Entgegnung des Bay. Kultusministeriums bereits auf ihrer Webseite veröffentlicht. Auch wenn es sich um "bayerische Vorgänge" handelt, empfehlen wir unseren "bundesweiten" LeserInnen die Lektüre von Klaus Wenzels Stellungnahme und der "Antwort" des Ministeriums. Die Thematik ist von bundesweiter Bedeutung. Hier ist der Link zur Seite der GEW Ansbach, auf der Klaus Wenzels Erklärung nachzulesen ist und die Antwort des Bayerischen Kultusministeriums aufgerufen werden kann:

http://www.gew-ansbach.de/2012/12/du-musst-draussen-bleiben/

Logo Infobrief

 

Hans Grillenberger von der Redaktion AUSWEGE hat Klaus Wenzel nun einen offenen Brief zu dem ganzen Vorgang  geschrieben:

 

Lieber Klaus Wenzel,

herzlichen Dank für deine deutliche öffentliche Stellungnahme zum Thema "Selektion im Schulsystem und Radikalisierung der Gesellschaft".

Zunächst war zu erwarten, dass von Ministeriumsseite dein aufgezeigter Zusammenhang ganz entrüstest  als unsinnig und Entgleisung zurückgewiesen wird. Was allerdings "die Frösch zum Weiher naushaut", ist die GEMEINSAM formulierte Empörung von RS-Lehrerverband, Philologen, kath. Erziehern etc. (Der Arbeitsgemeinschaft bayerischer Lehrerverbände (abl) gehören der Bayerische Philologenverband (bpv), der Bayerische Realschullehrerverband (BRLV), die Katholische Erziehergemeinschaft in Bayern (KEG) und der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB) an. Anm. d. Red.)

Ich teile voll und ganz deine Meinung und möchte dich ermutigen, im entfachten Streit nicht still zu halten..

Ich kenne nicht die Quoten an Neonazis in Bayern und sonstwo, auf die das Kultusministerium hinweist und die bayerischen Verhältnisse als Gott-sei-Dank-harmlos lobt. Darum geht es aber nicht. Ehe sich Einstellungen, Weltbilder politisch strukturieren, beginnt ja schon sehr weit vorher eine gefährliche Spaltung der Gesellschaft mit ihren Rassismen. Wir sollten uns alle mal unter Schülern aus den verschiedenen Schultypen umhören, welches Ausmaß an Neid, Belächeln, Minderwertigkeitsgefühlen, Arroganz aufgrund der Selektierung anzutreffen ist.

Ob Haupt-/Mittelschüler die aufgestiegenen Freunde in RS und Gym als "was Besseres" oder als "Besserwisser" beneiden und oft abschreiben, die Schüler am Gymnasium Haupt/-Mittelschüler als die armen Zurückgebliebenen belächeln oder nur bemitleiden oder Realschüler sich als Gott-sei-Dank-von-der-Hauptschule-Davongekommene sehen, hier beginnen Weltbilder sich zu formen, in denen Achtung, Wertschätzung und Solidarität verloren gehen. Eltern mit all ihren Ängsten, ihrem Statusdenken und Versagensängsten verstärken diese von den Strukturen des Systems produzierte Entfremdung der Menschen voneinander.

Diese Erfahrung der Kinder und Jugendlichen, dass sie sich fremd werden, schafft genau das Klima, vor dem du warnst. Wenn sich dann Einstellungen politisch strukturieren entweder als Rechtsradikalismus oder als sogenannter Liberalismus ("Eure Armut kotzt uns an"), ist vorher schon so viel Mitmenschlichkeit verhärtet und erstickt. Ich fürchte, diesen schleichenden Spaltungsprozess der Gesellschaft können Spaenle u.a. nicht wahrnehmen. Sie haben sich in ihrer Wagenburg mit politischen Ideologien ebenso eingebunkert wie diejenigen, die offen ihre Gewaltphantasien zur Schau tragen.

Ich wünsche dir viel Gelassenheit und Herzenskraft im Umgang mit all den Menschen, die von den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen entkoppelt sind.

Schöne Feiertage

Hans Grillenberger
Stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes Ansbach der GEW
Redakteur beim Online-Magazin "AUSWEGE – Perspektiven für den Erziehungsalltag"

am_Computer.gif

 

Auch Heinz Kreiselmeyer schickte uns seine Stellungnahme zu …

 

Warum diese Aufregung? Da geht endlich einmal der BLLV-Präsident mutig voran, um den Dingen auf den Grund zu gehen und schon sieht er sich von Seiten des Kultusministeriums und anderer Lehrerverbände massiven Attacken ausgesetzt. Wie erbärmlich!

… und folgenden Leserbrief schrieb er an die Süddeutsche Zeitung:

Es könnte bald zu spät sein
Das Kultusministerium spricht von einer „einzigartigen politischen Entgleisung“. Worin aber liegt diese „einzigartige Entgleisung“? Ist diese nicht dem Kultusministerium und den Lehrerorganisationen zuzuordnen, die sich außerstande sehen, sich auf diesen notwendigen Diskurs endlich einzulassen? Es wird höchste Zeit, dass wir angesichts der zunehmenden Radikalisierung in unserer Gesellschaft diese Diskussion ernsthaft führen. Es könnte sonst bald zu spät sein.

09. November 2012 · Kommentare deaktiviert für Deutsche Schulen unten offen. Wer hätte das gedacht? · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , , , , , ,

Neue Bertelsmannstudie zur Durchlässigkeit

GegenRede 25 von Freerk Huisken

Eine Studie der Bertelsmannstiftung bringt es an den Tag: Die Durchlässigkeit des deutschen Schulwesens, gepriesen als Königsweg zu mehr individueller Chancengleichheit, funktioniert weniger von unten nach oben, als vielmehr umgekehrt mehr von oben nach unten. Neu ist das Ergebnis wahrlich nicht, neu sind allein die statistisch ermittelten Unterschiede zwischen den Bundesländern.

Sie lassen einen Schluss zu: Je rigider nach der 4. Klasse zwischen Kandidaten fürs Gymnasium und dem Rest der Schulen sortiert wird, desto geringer ist die Zahl der Schüler, denen nach ihrem „Aufstieg“ die fehlende „Gymnasialreife“ bescheinigt wird und die dann den Weg zurück in die Realschule anzutreten haben. … weiter

 

Hier geht es zu den anderen GegenReden von Freerk Huisken

04. Mai 2012 · Kommentare deaktiviert für Vom ewigen Schulkampf · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie · Tags: , , , , , ,

Freiheit mit Nebenwirkungen

von Brigitte Pick

Die Auswege-Autorin zieht eine Art Bilanz:

Demokratie hat es in der Schule noch nie gegeben.

Es geht darum, Menschen gefügig zu machen.

Lehrer vergeben sehr häufig je nach Schichtzugehörigkeit der Schüler bei gleicher Leistung ungleiche Noten.

Die Jugendlichen beklagen autoritäres und extrem dirigistisches Lehrerverhalten …

Für Aufstiegsbewusste ist allein das Gymnasium die Schulform der Zukunft und der Chancen.

Man lernt um des Lernens und der Zensuren willen.

Viele Lehrerstellen sind nicht besetzt, Lehrer sind gar seit Monaten dauerkrank.

Die heutige Lehrergeneration ist noch weniger auf den Schulalltag vorbereitet als wir es je waren.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Lesen ist angesagt!

 

Weitere Aufsätze von Brigitte Pick im Magazin AUSWEGE über die Schule und das, was in ihr vorgeht!

 

25. Februar 2011 · Kommentare deaktiviert für Unsere Schüler/innen: Persönlich fördern statt leidvoll sortieren! · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , , , , , ,

Ernst Wilhelm, Vorsitzender der GEW Oberfranken, fordert in einem engagierten Plädoyer:

“Lernen ist ein wesentliches Bedürfnis des Menschen. Schaut man hinter die Kulissen unserer Schulen, könnte man diese Aussage in Zweifel ziehen. Viele Schüler/innen wehren sich aktiv oder passiv gegen die verordneten Lerninhalte und Auslesemaßnahmen.”

Zur Untermauerung hat er 6 Thesen aufgestellt und sie in seinem Aufsatz näher begründet:

1) Kinder sind das höchste Gut einer Gesellschaft.

2) Schüler/innen mit unterschiedlichem Lerntempo brauchen keine unterschiedlichen Schularten, sondern unterschiedliche Aufgabenstellungen in einer gemeinsamen Schule.

3) Kleinere Klassen und individuelle Fördermaßnahmen ruinieren keineswegs die Staatskassen, statt dessen bereichern sie die Entwicklungschancen der folgenden Generation.

4) Die Notengebung ist ein schlechter Maßstab für Lernerfolge und macht zudem viele Schüler/innen zu Verlierer/innen.

5) Wer Schüler/innen in verschieden wertige Schularten trennt, spaltet die Gesellschaft.

6) Es gibt viele Beispiele für gute Schulen  –  auch in Deutschland.

Download von Ernst Wilhelms Aufsatz

Wir bitten um die bundesweite Weiterverbreitung dieses Aufsatzes.
Schickt die pdf-Datei an Bekannte, KollegInnen und Freunde, an Vereine, Verbände und Parteien.

►Weitere Aufsätze zum Thema Gemeinschaftsschule

►Weitere Aufsätze zum Thema “Kinderrechte – was Kinder von uns brauchen”

►Weitere Aufsätze zum Thema “Starke Kinder”

24. Oktober 2010 · Kommentare deaktiviert für Das Kultus-Trio und die Ablehnung der Einheitsschule · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , , ,

Kultusministerin Prof. Dr. Marion Schick, Baden-Württemberg, Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, Bayern und Kultusminister Prof. Dr. Roland Wöller, Sachsen haben ein 12-Thesen-Papier herausgegeben.

Eine Realgroteske von Günther Schmidt-Falck

Ein genaueres Durcharbeiten der Thesen lohnt sich nicht. Es ist alles gesagt. Die permanente Anmahnung der ungerechten Selektion im mehrgliedrigen Schulsystem ist hinreichend bekannt. Das wissen die drei Kultusminister selber. Die Begleiterscheinungen rund um diese Thesen sind viel beeindruckender und tragen eine Menge "Komik" in sich:

  1. Das Kultus-Trio lehnt die Einheitsschule ab. Was das genau ist, wird nicht definiert. Braucht es auch nicht, haben die drei nicht nötig. Es wird nur mit der (sozialistischen) Gleichmacherei gedroht.  Warum sie dann die Grundschule  nicht abschaffen, ist mir schleierhaft.  Da sitzt doch auch das Doktorskind neben dem Hartz-IV-Bankert, der Hammer und Sichel auf den Block malt und von der Revolution träumt.
    Bei dem Papier geht es um Macht. Es handelt sich um den üblichen neoliberalen Bildungs-Propaganda-Stil. MIt der realen Schulpraxis haben die Thesen nur wenig zu tun. Wie auch?! Wieso sollte ein Kultusminister Ahnung von der Praxis haben. Im Klassenzimmer stehen ja die anderen. Gehen wir zu Punkt 2. …
     
  2. weiterlesen

Hier können die Pressemeldung der drei Kultusse und die 12 Thesen downgeloaded werden, beide in einer pdf-Datei