Rezession – ein Anlass zur Sorge?
von Suitbert Cechura
„Industrie befindet sich in der Rezession“ meldet das Manager-Magazin anlässlich der Veröffentlichung des Herbstgutachtens der Wirtschaftsweisen. Wirtschaftsminister Altmaier spricht lediglich von einer Wachstumsdelle und wendet sich so gegen das Gerede von der Krisengefahr. Damit ist eine öffentliche Spekulation eröffnet, ob eine Wirtschaftskrise zu erwarten ist, wie sich der Zollkrieg mit den USA auswirkt, welche Schäden der Brexit verursacht und wie sich die Weltkonjunktur insgesamt darstellt.
Gleichzeitig überschlagen sich Journalisten, berufene und selbst ernannte Experten mit Überlegungen, wie ein Einbruch des Wachstums verhindert werden kann und was die Bundesregierung dazu tun müsste. Als größte Selbstverständlichkeit gilt allenthalben, dass die Wirtschaft wachsen muss. Warum eigentlich? … weiter

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Hinweis d. Red.: Der Artikel eignet sich sehr gut, um in das Thema „Rezession“ im Unterricht (etwa ab 9. Klasse) einzuführen.
Über diesen wird viel spekuliert und phantasiert. Die meisten Kommentatoren neigen dazu, ihn für einen Hype zu halten, ein typisches Phänomen des Medien- und Internetzeitalters. Auf ihrer ständigen Suche nach Sensationen bemächtigen sich die Medien eines Themas und verschaffen diesem auf diese Weise eine große Aufmerksamkeit, die so lange währt, bis sie sich auf das nächste Thema stürzen.
Am Montagabend ging es in der Sendung Hart aber fair um die prekäre Lage der Bienen und den Einsatz von giftigen Spritzmitteln in der Landwirtschaft, in dem Fachleute eine Hauptursache für das Bienensterben sehen. Herr Plasberg, der Moderator der Sendung, entschuldigte sich mehrfach dafür, dass man sich in einer politischen Talkshow mit einem derartigen Thema befasse und bat die Zuschauer, trotzdem dranzubleiben und nicht wegzuzappen. Als gebe es etwas Politischeres als das Thema Bienensterben! Vermeintliche Naturkatastrophen sind schon lange keine unpolitischen Ereignisse mehr. Heutige Wirbelstürme und Überschwemmungen sind so natürlich wie ein Börsencrash. Die Schicksalshaftigkeit solcher Ereignisse ist bloßer Schein, in Wirklichkeit sind sie gesellschaftlich produziert und von Menschen gemacht. … 