von Götz Eisenberg

„Es genügt nicht, dass der Gedanke zur Verwirklichung drängt, die Wirklichkeit muss sich selbst zum Gedanken drängen“, heißt es beim frühen Marx. Dieses Zitat aus der Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie fiel mir ein, als ich über den rätselhaften Höhenflug nachdachte, den die Partei Die Grünen derzeit erlebt.

Über diesen wird viel spekuliert und phantasiert. Die meisten Kommentatoren neigen dazu, ihn für einen Hype zu halten, ein typisches Phänomen des Medien- und Internetzeitalters. Auf ihrer ständigen Suche nach Sensationen bemächtigen sich die Medien eines Themas und verschaffen diesem auf diese Weise eine große Aufmerksamkeit, die so lange währt, bis sie sich auf das nächste Thema stürzen.

Einiges spricht dafür, dass der Höhenflug der Grünen mehr ist als das. Er wird von objektiven Tendenzen gespeist, die sich hinter dem Rücken der Akteure durchsetzen und ihnen selbst nicht einmal bewusst sein müssen. Ich will versuchen zu ergründen, welche Wirklichkeit sich zum grünen Gedanken drängt. … weiter


Hinweis: Bei dem Text handelt es sich um eine überarbeitete und erweiterte Fassung eines Artikels, der am 5. November auf den Nachdenkseiten erschienen ist.


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28. Juli 2015 · Kommentare deaktiviert für Wider die Unterernährung der sozialistischen Phantasie · Kategorien: Peripherie · Tags: , , ,

von Götz Eisenberg

Wer mit wachen Sinnen durch die Welt geht, spürt, dass sich um uns herum etwas zusammenbraut. Wenn die Krisen des Finanzkapitalismus sich weiter zuspitzen, die Verelendung voranschreitet und die Unübersichtlichkeit eskaliert, droht die Gefahr einer Faschisierung von Teilen der Bevölkerung – und zwar in ganz Europa. Pegida hat uns in Deutschland einen Vorgeschmack geliefert.

red_flagUmso dringlicher ist es, dass die Linke eine Alternative formuliert und praktiziert, die die Menschen fasziniert und hinter dem Ofen hervorlockt.

„Das, was wirklich zählt – ist das etwa nicht das
Glück? 
Wofür macht man denn die Revolution, wenn
nicht, um glücklich zu sein?“
liftarn-Owl-on-book
Pier Paolo Pasolini

 →  … den ganzen Text lesen

 


logo-text-file  → Hier geht es zum letzten Aufsatz von Götz Eisenberg: 

 Von Grillen und Ameisen. Sozialpsychologische Aspekte des Griechenland-Bashings und der Sparpolitik

15. Oktober 2010 · Kommentare deaktiviert für Hermann Scheer ist tot · Kategorien: Peripherie · Tags:

Das Institut Solidarische Moderne meldete am  15.10.2010:

Hermann Scheer ist im Alter von 66 Jahren unerwartet gestorben. Er war Gründungsmitglied und Kuratoriumssprecher des Instituts Solidarische Moderne und vom ersten Tag an dessen treibender Initiator und unverzichtbarer Berater. Er hinterlässt eine Lücke im öffentlichen Leben der Bundesrepublik Deutschland, die nicht zu schließen ist. Sein Wirken als Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, Bundestagsabgeordneter und politischer Publizist, als Präsident von Eurosolar und General Chairman des World Council for Renewable Energy war einzigartig.

Von 1993 bis 2009 war er Mitglied im Parteivorstand der SPD. 1999 erhielt er für seine Verdienste als Pionier und politischer Wegbereiter für erneuerbare Energien den Alternativen Nobelpreis. Zur Gründung des Instituts sagte er: "Ich engagiere mich im Institut Solidarische Moderne, weil dies der richtige Rahmen für das Pflanzen einer sozial-ökologischen Perspektive ist gegen die vom sogenannten Neoliberalismus produzierte Wüste." In diesem Geiste werden wir seine Vision weiterleben. Wir haben einen Freund verloren.

Für unser Institut verfasste Hermann Scheer zuletzt im Mai diesen Jahres zusammen mit Andrea Ypsilanti einen Denkanstoss „Der Weg aus der Systemkrise des Wirtschaftens", in dem die beiden Autor/innen einen wichtigen Debattenbeitrag für eine zeitgemäße und problemgerechte Aktualisierung der politischen Ökonomie leisteten. An diesen Denkanstoss wollen wir zum Tode Hermann Scheers erinnern. Sie finden diesen Denkanstoss unter

Download: Der Weg aus der Systemkrise des Wirtschaftens von Andrea Ypsilanti & Hermann Scheer

02. August 2010 · Kommentare deaktiviert für Die Linke im Epochenumbruch · Kategorien: Lesezeichen · Tags: , , , ,

Richter_Linke_im_Epochenumbruch.gifRezension des gleichnamigen Buches von Edelbert Richter

von Joscha Falck

„Die Vereinigung der bisher gespaltenen Linken in Deutschland 2007 zur Partei DIE LINKE war ein historisches Ereignis, das dazu zwingt, sich der eigenen Tradition zu vergewissern. Geschieht dies nicht, bleibt es kein historisches Ereignis“ (Richter 2009, S. 106).

So fordert Edelbert Richter, ehemaliger Bundestagsabgeordneter und Lehrbeauftragter für Philosophie, ein Bewusstsein der Akteure linker Politik für ihren eigenen historischen Ort. Um diesen ausfindig zu machen, leistet er mit seinem Buch „Die Linke im Epochenumbruch“, das im VSA Verlag erschienen ist, einen fundierten Beitrag. … weiter

27. Januar 2010 · Kommentare deaktiviert für Das Leben ist bunter! · Kategorien: Peripherie · Tags:

dokument.gifgsf – Eine Gruppe von Mitgliedern und Parlamentariern aus SPD, LINKE, Grüne haben am 23.1.2010 eine gemeinsame Erklärung zu einem sozial-ökologischen Umbau verfasst. Für AUSWEGE-LeserInnen zwar ein peripheres, aber wichtiges Thema. Hier zur Dokumentation der Wortlaut der Erklärung:

 

Das Leben ist bunter!
Den Dialog organisieren – Gesellschaftliche Mehrheiten jenseits von Schwarz-Gelb denken!

Die schwarz-gelbe Mehrheit wird spätestens nach den Landtagswahlen in NRW offenbaren, an welchen Stellen sie den Sozialstaat weiter demontieren und die Klimakrise verschärfen wird. Viele Jahre gab es rechnerisch parlamentarische Mehrheiten diesseits von Union und FDP. Aus unterschiedlichen Gründen, unterschiedlichen Meinungen und einer fehlenden gesellschaftlichen Stimmung kamen diese Mehrheiten bislang nicht zustande.

Seit einem Jahr diskutieren Mitglieder und Parlamentarier/innen aus SPD, LINKEN und Grünen miteinander über die gesellschaftspolitische Entwicklung in Deutschland. Wir wollen gemeinsam erörtern, wie es zu gesellschaftlichen und perspektivisch auch zu parlamentarischen Mehrheiten jenseits von CDU/CSU und FDP kommen kann. Dabei wollen wir inhaltliche Gemeinsamkeiten herausarbeiten, kritische Wissenschaftler/innen einbeziehen und auch Unterschiede kenntlich machen.

In dem Papier, mit dem wir die inhaltlichen Debatte beginnen wollen, werden unter anderem folgenden Passagen stehen:

  • „Es geht um neue Ideen für die Energiewende, die ökologisch alternativlos ist und Versorgungssicherheit garantiert, Verbraucherinteressen berücksichtigen muss und regional verankert sein sollte.“
  • „Um Gerechtigkeit zu schaffen, brauchen wir den Mut zu mehr Umverteilung und den Abschied von alten Denkmustern“.
  • „Wir sind uns einig in unserer Forderung nach mehr direkter Demokratie und nach Demokratisierung des Bildungs- und Wirtschaftssystems.“

In den nächsten Monaten wollen wir erste Ansätze eines „Sozial-Ökologischen Umbaus“ diskutieren.

Als Schwerpunkte sehen wir:

  • Die Entwicklung einer solidarischen Bürgerversicherung
  • Eine durchgreifende ökologische Erneuerung
  • Ein sozial gerechtes Land, mit Mindestlöhnen und einer Grundsicherung
  • Eine demokratische Offensive für die Grundrechte und direkte Demokratie
  • Soziale Gerechtigkeit darf sich nicht in Umverteilung erschöpfen

Zu diesen Themen werden wir öffentliche Foren organisieren und dabei zivilgesellschaftliche Akteure einbinden. Wir wissen, dass ein rot-rot-grünes Bündnis mehr unter Druck stehen würde, als jede andere Konstellation. Deshalb wollen wir die Debatte jetzt beginnen.

Wir freuen uns auf konstruktive Diskussionen, breite Mitarbeit und bitten, die Mitglieder unserer Parteien und Fraktionen sich an der Diskussion zu beteiligen.

Marco Bülow (SPD)
Anton Hofreiter (Bündnis 90/Die Grünen)
Jan Korte (DIE LINKE)
Stefan Liebich (DIE LINKE)
Nicole Maisch (Bündnis 90/Die Grünen)
Angela Marquardt (SPD)
Frank Schwabe (SPD)
Halina Wawzyniak (DIE LINKE)

Quelle: http://www.stefan-liebich.de

30. September 2008 · Kommentare deaktiviert für prager frühling · Kategorien: Lesezeichen · Tags: , ,

magazin-prager-fruehling.pnggsf – Am 16. Mai erschien zum ersten Mal der "prager frühling" – Magazin für Freiheit und Sozialismus. Es soll in Zukunft drei Mal im Jahr herauskommen. Seine Inhalte und Zielsetzungen: neue Linke, kritische Theorie und Praxis, Alltags- und Hochkultur und die überfällige Erneuerung linker Politik.

Mit "prager frühling" ist Stalinismus, bornierter Avantgardismus und Strickjäckchenspießertum nicht zu machen. Sozialismus soll in den Köpfen und Herzen der Menschen wieder mit Frühlingsblumen statt mit dem Aschgrau der WBS70-Wohnblockreihen oder den machtlosen Ritualen längst vergangener Zeiten verknüpft werden.

Das Magazin wird von dem Verein „Freundinnen und Freunde des Prager Frühlings e.V.“ herausgegeben. Die Redaktion arbeitet ehrenamtlich. Sie steht der Partei DIE LINKE nahe. Interessenten können einen Newsletter beziehen oder für 15 Euros 3 Ausgaben pro Jahr abonnieren. Das erste Heft ist bereits vergriffen.Die Liste der AutorInnen ist bunt. Die Zukunft wird zeigen, ob "prager frühling" tatsächlich eine Zeitung einer neuen, undogmatischen Linken ist! Mehr Informationen