Ein Beitrag zum Jahresbeginn 2019

von Brigitte Pick

2019

Der Aufstieg des Individualismus im Zuge des neoliberalen Marktmantras scheint zum Niedergang der Gesellschaft zu führen. Die Fähigkeiten, die die Menschen menschlich machen, schwinden und damit die Grundlage der Zivilisation. Man kennt nur noch Familien und Individuen. Der Gemeinsinn schwindet wie auch die Übernahme von Verantwortung.

Der Mensch sieht sich heute ständig genötigt, Autonomie und die Fähigkeit zur Initiative zu demonstrieren. Er muss, um erfolgreich zu sein, handlungs- und entscheidungsstark sein. So predigt es die neoliberale Ideologie. Muße gilt nicht. … weiter


Grafik: geralt, pixabay.com, Lizenz: CC0



weitere Texte von Brigitte Pick zum Thema Neoliberalismus und gesellschaftliches Leben:

 

Mitteilung: Universität Zürich

Die Idee, das Verhalten von Menschen ohne Anwendung von Geboten, Verboten oder Zwang zu beeinflussen, beschäftigt Regierungen genauso wie Marketingfachleute. Nudging als Universallösung ist in aller Munde. Doch Forschende der Universität Zürich relativieren: Ob Nudging unsere Entscheidungen verbessert, hängt davon ab, wie wir Entscheidungen fällen. … weiter


Quelle: www.media.uzh.ch

Liebe Freunde der Neuen Gesellschaft für Psychologie, liebe Mitglieder,

zwei Programmpunkte sollten sich insbesondere junge Teilnehmer des diesjährigen NGfP-Kongresses vom 7. bis 10. März in Berlin vormerken: Es geht um die Nachwuchspanels am 8. und 9. März, die sich Daniel Jakubowski, Rasmus Overthun und Milena Wolski nach Rücksprache mit anderen jungen Psychologen ausgedacht haben. Das erste dreht sich vor allem um Perspektiven der Politischen Psychologie, das zweite bietet Raum zu freier Reflexion rund um den Kongress.

Die Erfahrungen und die Lebenswirklichkeit dieser Generation unterscheiden sich deutlich von der der älteren Teilnehmer, die zum Teil noch zu den 68ern gehören. Auch ihr Studium unterschied sich strukturell und inhaltlich von dem früherer Psychologiestudentinnen und -studenten. „Ich erkenne trotzdem eine politische Dimension in der Psychologie. Auch, wenn ich weder Marxist noch Kommunist bin, sehe ich kritisch auf die Gesellschaft, auf viele Leute, deren Handeln völlig von der politischen Dimension entkoppelt ist, auf Politiker, die wie Wirtschaftsbosse handeln und deren wichtigste Maxime die Effektivierung des Handels ist – egal um welchen Preis“, sagt Daniel Jakubowski, der an der International Psychoanalytic University (IPU) Berlin arbeitet.

Das Weltbild der jungen Psychologen ist vielleicht noch nicht ganz ausgereift, ist nicht von jahrzehntelangen politischen Debatten geprägt; sie sind Suchende, dabei durchaus kritisch. Das gilt auch für ihren Blick auf zurückliegende Kongresse. „Viele Vorträge auf NGfP-Kongressen sind sehr voraussetzungsreich. Oft fehlt eine Einführung, um erstmal zu den als altbekannt unterstellten theoretischen Grundlagen des Gesagten vorzudringen“, erklärt Jakubowski. So wie er hätten sich auch andere junge Teilnehmer gewünscht, man hätte mehr Zeit gehabt, Prämissen, ja selbst Begriffe zu hinterfragen. „Es gibt bisher zu wenig Raum, um über Grundlegendes und Begriffe zu sprechen. So ist oft nicht klar, welche Denker, Denkerinnen und Denkrichtungen Einfluss auf die einzelnen Vortragenden haben. Dadurch riskieren wir etwas zu kritisieren, ohne zu wissen, von wo aus wir kritisieren.“

Dem Austausch sowohl unter den Jungen als auch zum vertiefenden Gespräch mit den Älteren (die genau deshalb auch willkommen bei den Nachwuchspanels sind, solange sie nicht dominant werden) dienen die erwähnten Panels. Darüber hinaus wünschen sich die Moderatoren Gespräche darüber, wie man über den Kongress hinaus in Kontakt bleiben und im studentischen Rahmen etwas zu politisch-psychologischen Themen, die im Studienalltag zu kurz kommen, organisieren kann. „Dafür brauchen wir definitiv mehr Leute, die wir beim Kongress zu treffen hoffen.“

Schauen Sie doch mal vorbei! Sie werden erleben, dass zu dieser Generation eine ganze Reihe von Hoffnungsträgern gehören, die nicht alle einen Job als Politikberater anstreben, sondern ihrer gesellschaftlichen Verantwortung als Intellektuelle durchaus gerecht werden wollen.

Achtung:
Wir haben in diesem Jahr zwei Kongressorte: Der Kongress findet Donnerstag und Freitag (7. und 8. März 2019) am Kongressstandort 1 statt: Franz-Mehring-Platz 1 in 10243 Berlin. (Nähe Berlin Ostbahnhof). Am Samstag (9. März) treffen wir uns am Kongressstandort 2: Tagungswerk in der Lindenstraße 85 in 10969 Berlin (Nähe des Jüdischen Museums).

Weitere Informationen zum Kongress und Programm Sie unter: 
https://www.ngfp.de/wp-content/uploads/2018/12/NGfP-2019-Programm.pdf

Anmeldung:
https://www.ngfp.de/veranstaltungen/krieg-nach-innen-krieg-nach-aussen/

Mit besten Grüßen

Klaus Jürgen Bruder, Christoph Bialluch und Bernd Leuterer
(Vorstand der NGfP)

 

Bundeswehr-Werbung in Schulen verbieten

Miteilung: IPPNW

Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW fordert die Anhebung des Rekrutierungsalters für den Militärdienst auf 18 Jahre sowie das Verbot jeglicher Bundeswehr-Werbung bei Minderjährigen. Wie jetzt bekannt wurde, hat die Bundeswehr im Jahr 2018 1.679 Minderjährige rekrutiert, gut ein Fünftel davon waren junge Frauen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl etwas gesunken, bleibt aber weiter auf einem skandalös hohem Niveau.

Die hohe Zahl an Minderjährigen in der Bundeswehr ist das Ergebnis einer aggressiven Werbung der Bundeswehr in Schulen, bei Ausstellungen und Messen, Vorträgen in Jobcentern, Arbeitsagenturen und Berufsinformationszentren. Bei diesen Veranstaltungen wirbt die Bundeswehr insbesondere bei Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren.

In Youtube-Clips wie »Die Rekruten« oder »Mali« inszeniert die Bundeswehr den Kriegsdienst als Abenteuererlebnis. Unterstützt werden diese Bemühungen durch zahlreiche Aktivitäten in den sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder Snapchat. Dabei wird über die tatsächlichen Folgen von Kriegen hinweggetäuscht.

Als Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten erfahren wir mittelbar das Leid, das Kriegseinsätze verursachen. »Menschen und insbesondere Minderjährige vor diesen traumatischen Belastungen zu bewahren, liegt in unserer ethischen Verantwortung«, so Jeremia Weber, Medizinstudent und IPPNW-Mitglied aus Hannover.

Der Einsatz von Jugendlichen unter 18 Jahren als Soldatinnen und Soldaten in bewaffneten Konflikten verstößt gegen den Geist der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen. Deutschland gehört zu den wenigen Vertragsstaaten, die minderjährige Freiwillige für die Streitkräfte anwerben. Damit macht sich die Bundesregierung in ihren Bemühungen gegen den Einsatz von Kindersoldaten unglaubwürdig.

Ein IPPNW-Schülerinformationsblatt „Risiken und Nebenwirkungen eines Bundeswehreinsatzes im Kriegsgebiet finden Sie unter

 https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/schuelerinformationsblatt_2018.pdf


PM v. 16.1.2019
Angelika Wilmen
Pressesprecherin
Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des
Atomkrieges (IPPNW)
www.ippnw.de

Das Fachportal atommuellreport.de hat das Bildungsmaterial “Atommüll” herausgegeben. 

Eine Kurzbesprechung von Günther Schmidt-Falck

Auf der Seite heißt es:

Atommüll ist ein Zukunftsthema. Unbestritten wird Atommüll noch über mehrere Jahrzehnte in oberirdischen Zwischenlagern aufbewahrt werden müssen. Das heißt, es wird die heutige Generation von Schülerinnen und Schülern sein, die sich in den nächsten Jahrzehnten mit der sicheren Verwahrung der radioaktiven Abfälle auseinandersetzen muss. Schließlich handelt es sich um Stoffe, die teilweise Millionen Jahre gefährlich für Mensch und Umwelt bleiben. (Quelle: https://www.atommuellreport.de/projekte-termine/bildung.html )

Zum Material gehören eine Sach- und eine didaktische Analyse, Lehrerhandreichungen, Arbeitsblätter, ein Vortrag zur Funktionsweise eines Atomkraftwerks, ein Film zum Thema Radioaktivität (publiziert von der BUNDjugend) und ein Film zum Thema Atommüll (zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung nicht aufrufbar).

Es gibt 8 Module, darunter Atomkraft, Katastrophen, Ionisierende Strahlung, Atommüll, Atompolitik, Endlagerung. Vorträge und Tafelbilder sind auch dabei. Die Module sind als Gesamtpaket und auch einzeln aufrufbar (pdf-Dateien).

Geeignet ist das Material für Sek. I (ev. ab Klasse 9, besser ab Klasse 10) und Sek. II sowie für die Erwachsenenbildung.

Fazit: Die Herausgeber haben sich viel Mühe gemacht und jede Menge Texte zusammengetragen. Es werden alle Aspekte zum Thema “Atommüll” behandelt. Auch bei der Methodenauswahl waren die Hrsg.’s um Vielfalt und Schülerzentrierung bemüht. Vom Einstiegsfoto, über  eine Mindmap und der Fishbowl-Methode bis zu Diskussionsrunden, präzisen Arbeitsaufträgen und treffenden Zielformulierungen ist alles vorhanden.

Der Schwierigkeitsgrad des Materials ist allerdings hoch (dem Thema angemessen). Mit einer 9. Haupt- bzw. Mittelschulklasse ist es nur in Teilen zu bearbeiten. Das Material erfordert von der Lehrkraft die vorherige Durcharbeitung und Aufbereitung. Eine Out-of-the-Box-Benutzung (wie das Neudeutsch genannt wird) ist vermutlich nur begrenzt möglich! Wer das berücksichtigt, bekommt ein gut gemachtes U-Material, das der meist flachen Behandlung in Physikbüchern weit überlegen ist.


Hier geht es zur Downloadseite aller Materialen

Download der Gesamtdatei (pdf-Datei, 9,6 MB)

 

Die Anweisung des Arbeitgebers an eine Arbeitnehmerin, „sich unverzüglich zwecks Untersuchung an den medizinischen Dienst Ihrer Krankenversicherung… zu wenden und mir eine Stellungnahme zum Untersuchungsergebnis vorzulegen“, geht ins Leere. Der Arbeitgeber kann den medizinischen Dienst nur über die Krankenkasse einschalten lassen. Die Weigerung der Arbeitnehmerin, einer solchen Anweisung Folge zu leisten, ist kein Grund für eine außerordentliche Kündigung.

Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 21. Juni 2018 – 7 Sa 768/17


Quelle: www.dgb.de/einblick – Gewerkschaftlicher Info-Service Nr. 1 v. Januar 2019

Am 08.01.2019 (aktualisiert am 9.1.2019) hat Simon Rebiger den in der Überschrift genannten Artikel auf netzpolitik.org veröffentlicht.

Wir empfehlen die Lektüre ausdrücklich, weil sich auch für Schulen – z.B. für Theatergruppen, Schülerzeitungen, Webseiten u.a. – immer wieder die Frage nach dem Copyright von Texten und Bildern stellt. 

Public Domain Day: Diese Werke sind seit Neujahr gemeinfrei

“Mit Beginn des neuen Jahres sind Werke von allen Künstlern ohne urheberrechtlichen Schutz nutzbar, die 1948 oder früher gestorben sind. Dazu zählen etwa der Dadaist Kurt Schwitters und der „Tango aller Tangos“. Davon profitieren die Wikipedia, E-Book-Freunde und alle, die Kunstwerke frei nutzen wollen.” Den ganzen Artikel· lesen 
(Der Artikel steht unter der Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0. )

 

 

 

Eine geschichtsdidaktische Standortbestimmung – ein neues Buch der Bundeszentrale für politische Bildung

Die Klage ist verbreitet: Jungen Leuten fehle es an Faktenwissen und Geschichtsbewusstsein? Was kann und soll schulische historische Bildung leisten? Der Band beleuchten aus unterschiedlichen Blickwinkeln den derzeitigen Stand sowie die Perspektiven einer Geschichtsdidaktik auf der Höhe der Zeit:

… Welche Inhalte und Methoden sind wichtig und Erfolg versprechend? Wie kann die Vielfalt unter den Lernenden nicht nur bewältigt, sondern als Chance begriffen werden? Welche Schlüsselkompetenzen sind für ein vertieftes Verständnis der Geschichte entscheidend und können bei der Auseinandersetzung mit ihr erworben werden? Welche Anforderungen stellt Geschichtsunterricht heute an die Lehrerinnen und Lehrer? Schlaglichtartig wird zudem ausgelotet, welche Potenziale digitale Medien für historisches Lernen bieten. (Quelle: https://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/283449/geschichtsunterricht-im-21-jahrhundert)

Herausgeber: Thomas Sandkühler / Charlotte Bühl-Gramer / Anke John / Astrid Schwabe / Markus Bernhardt, Seiten: 492, Erscheinungsdatum: 07.01.2019, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 10294 – 4,50 € (ev. zzgl. Versandkosten)

Hier geht es zur Bestellseite

Mitteilung: Technische Universität Chemnitz

Studie der TU Chemnitz untersucht erstmals Gründe und Strategien eines bewussten Internetverzichts bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen – Video-Einordnung und Podcast verfügbar

Die sogenannten „digital natives“ (zu Deutsch: „digitale Eingeborene“) gelten als besonders präsent im Internet, verbunden mit häufiger und andauernder Nutzung. Soviel ist bekannt. Was bisher noch kaum im Fokus der Forschung stand, sind Kriterien, nach denen Digital Native auf den Internetkonsum verzichten.

In einer Studie der Technischen Universität Chemnitz untersuchten Jun.-Prof. Dr. Christian Papsdorf, Juniorprofessur Techniksoziologie mit dem Schwerpunkt Internet und Neue Medien an der TU Chemnitz, und sein Team die freiwillige Nichtnutzung des Internets bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. … weiter


Quelle: www.tu-chemnitz.de
Grafik: chovynz, openclipart.org – Lizenz: CC0

 

13. Januar 2019 · Kommentieren · Kategorien: Peripherie · Tags:

Mitteilung: IPPNW

Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW begrüßt die Forderungen der Bundestagsabgeordneten Sevim Dağdelen nach einer Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Syrien sowie einer Aufhebung der Sanktionen.

Kürzlich hatte die Arabische Liga angekündigt, Syrien wieder in ihrer Organisation aufzunehmen und syrische Botschaften zu öffnen. Ein diplomatischer Austausch könnte ein Beitrag sein für mehr politische Stabilität. Nach der Ankündigung eines US-Truppenabzugs und angesichts der angekündigten türkischen Intervention im Nordosten des Landes ist die Situation in Syrien noch unübersichtlicher und gefährlicher geworden. Die syrische Bevölkerung und ihre Institutionen sollten auf allen Ebenen in die weiteren Verhandlungen und diplomatischen Aktionen einbezogen werden. Ein nachhaltiger Frieden kann nicht allein von externen Akteuren erreicht werden.

Die Menschen in Syrien leiden seit knapp acht Jahren an einem verheerenden Krieg, der weite Teile des Landes zerstört hat. Über elf Millionen Menschen in Syrien haben keinen Zugang zu einer adäquaten Gesundheitsversorgung. Aufgrund von fehlendem Wasser und zerstörten Kanalisationssystemen gibt es Hygieneprobleme. Auch die schweren wirtschaftlichen Schäden des Landes durch den Krieg haben gravierende humanitäre Folgen: Ende 2015 lebten bereits über 85 Prozent der im Land verbliebenen Bevölkerung unter der Armutsgrenze und 69,3 Prozent sogar in extremer Armut.

Mit ihr ist chronischer Hunger in Syrien alltäglich, mit den dazugehörenden Folgeerkrankungen. Vor dem Krieg konnte sich Syrien selbst mit Nahrungsmitteln versorgen. Heute haben 6,5 Millionen Menschen in Syrien nur begrenzten Zugang zu Nahrungsmitteln, 4,3 Millionen Frauen und Kinder sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Die einst gut und weitgehend staatlich finanzierte Gesundheitsversorgung in Syrien leidet nicht nur unter dem Krieg, sondern auch unter den seit 2011 von der EU und den USA verhängten und ständig verschärften wirtschaftlichen Strafmaßnahmen. In einer Untersuchung der UN-Kommission für Wirtschaft und Soziales in Westasien über die „Humanitären Folgen der einseitigen wirtschaftlichen Strafmaßnahmen“ gegen Syrien werden die Sanktionen als die „kompliziertesten und weitreichendsten
Sanktionsmaßnahmen“ bezeichnet, „die jemals verhängt wurden“.

Jeder einzelne Syrer sei betroffen, Regierung und Nichtregierungsorganisationen würden in der Ausübung ihrer humanitären Verpflichtungen behindert. Der Bericht, der für die Veröffentlichung bestimmt war, wird als internes UN-Dokument zurückgehalten.

Der UN-Sicherheitsrat hat die Sanktionen gegen Syrien nie unterstützt. Die UN-Vollversammlung verurteilte die Sanktionen 2013 sogar explizit. In der Resolution A/RES/68/200 wird festgehalten, dass „einseitige wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen die Wirtschaft und die Entwicklungsanstrengungen insbesondere von Entwicklungsländern negativ beeinflussen.“ „Solche Maßnahmen“, fährt die Resolution fort, „stellen eine eklatante Verletzung der Prinzipien des Völkerrechts sowie der Grundprinzipien des multinationalen Handelssystems dar“. Auch der UN-Sonderermittler für die humanitären Folgen der Sanktionen gegen Syrien, Idriss Jazairy, kritisiert in seinem Bericht von September 2018, dass humanitäre Hilfe in Syrien aufgrund der Sanktionen erschwert werde.

Das Sanktionsregime verkompliziere, verlangsame oder verhindere den Handel mit wichtigen Gütern oder den Bezug von Finanzierungen. Die Sanktionen mit ihren negativen Konsequenzen für humanitäre Hilfe müssten beendet oder zumindest neu gefasst werden.

Weitere Informationen zu der humanitären Dimension des Krieges finden Sie in der Ende Dezember 2018 erschienenen Publikation „Der Syrienkrieg: Dimension – Hintergründe – Perspektiven“: 
https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/Akzente_Syrien_web.pdf


PM v. 11.1.2019
Angelika Wilmen
Pressesprecherin der IPPNW
www.ippnw.de