02. Juli 2014 · Kommentare deaktiviert für Auch Intensivtäter finden den Weg in die Normalität · Kategorien: mens sana in corpore sano · Tags: ,

Mitteilung: Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Lassen sich individuelle Verläufe von Gewaltkriminalität im Jugendalter vorhersagen? Schrecken harte Strafen wirklich ab? Wie wirkt sich der Konsum von Gewaltfilmen auf Jugendliche aus?

Auf diese und andere Fragen suchen Kriminologen immer wieder nach Antworten. Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) seit zwölf Jahren geförderte Langzeitstudie "Kriminalität in der modernen Stadt" unter Leitung des Kriminologen Prof. Dr. Klaus Boers (Westfälische Wilhelms-Universität Münster, WWU) und des Soziologen Prof. Dr. Jost Reinecke (Universität Bielefeld) bringt nun Licht ins Dunkel. … weiter

Quelle: idw-online.de/Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Über den Klassencharakter der Bildung, den Frust der Lehrkräfte und die Rolle der Gegenschulkultur

von Brigitte Pick

Es ist ein menschliches Grundbedürfnis, die kausalen Strukturen der Umwelt zu verstehen. Als ich unlängst mit einem alten Bekannten telefonierte, der jüngst 70 Jahre alt geworden ist, klingen mir seine Worte über Abgrenzung nach. Er müsse sich um sein Alter und seine kleinen Einschränkungen kümmern, seinen Interessen nachgehen, da die Lebenszeit schwinde. Er kann sich nicht um das Leid anderer kümmern, bedauert aber im gleichen Atemzug wie kalt die Gesellschaft werde. Er nennt sich feige, aber nicht selbstbezogen. … weiter


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Brigitte Pick schreibt regelmäßig im Magazin AUSWEGE. Hier geht es zu ihren bisher erschienenen Aufsätzen

 


Weitere interessante Aufsätze und Berichte zum Thema (Auswahl):

Das deutsche Schulsystem ist ein Verbrechen an den Kindern! Zahlen und Fakten von Oskar Brückner

Jugendkulturen heute – Essay von Klaus Farin, veröffentlicht auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung

Wie bitte wird man eine erfolgreiche (Ware) Arbeitskraft? Teil I bis IV von Uwe Findeisen

Leistungsstark, aber unglücklich? UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Industrieländern 2013. Internationaler Vergleich zeigt Fortschritte, aber auch geringe Lebenszufriedenheit. Mitteilung: UNICEF Deutschland

23. Dezember 2012 · Kommentare deaktiviert für Lieber Klaus Wenzel, herzlichen Dank für deine deutliche Stellungnahme … · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , , , ,

gsf – Kurz vor Beginn der Weihnachtsferien hat Klaus Wenzel, Vorsitzender des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV e.V.), eine Stellungnahme verfasst. Das Thema lautete:

Bayerns Schulsystem ist ungerecht und ausgrenzend – das befördert politische Radikalismen

Die GEW Ansbach hat diese Pressemitteilung und die schroffe, ja fast panikartige Entgegnung des Bay. Kultusministeriums bereits auf ihrer Webseite veröffentlicht. Auch wenn es sich um "bayerische Vorgänge" handelt, empfehlen wir unseren "bundesweiten" LeserInnen die Lektüre von Klaus Wenzels Stellungnahme und der "Antwort" des Ministeriums. Die Thematik ist von bundesweiter Bedeutung. Hier ist der Link zur Seite der GEW Ansbach, auf der Klaus Wenzels Erklärung nachzulesen ist und die Antwort des Bayerischen Kultusministeriums aufgerufen werden kann:

http://www.gew-ansbach.de/2012/12/du-musst-draussen-bleiben/

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Hans Grillenberger von der Redaktion AUSWEGE hat Klaus Wenzel nun einen offenen Brief zu dem ganzen Vorgang  geschrieben:

 

Lieber Klaus Wenzel,

herzlichen Dank für deine deutliche öffentliche Stellungnahme zum Thema "Selektion im Schulsystem und Radikalisierung der Gesellschaft".

Zunächst war zu erwarten, dass von Ministeriumsseite dein aufgezeigter Zusammenhang ganz entrüstest  als unsinnig und Entgleisung zurückgewiesen wird. Was allerdings "die Frösch zum Weiher naushaut", ist die GEMEINSAM formulierte Empörung von RS-Lehrerverband, Philologen, kath. Erziehern etc. (Der Arbeitsgemeinschaft bayerischer Lehrerverbände (abl) gehören der Bayerische Philologenverband (bpv), der Bayerische Realschullehrerverband (BRLV), die Katholische Erziehergemeinschaft in Bayern (KEG) und der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB) an. Anm. d. Red.)

Ich teile voll und ganz deine Meinung und möchte dich ermutigen, im entfachten Streit nicht still zu halten..

Ich kenne nicht die Quoten an Neonazis in Bayern und sonstwo, auf die das Kultusministerium hinweist und die bayerischen Verhältnisse als Gott-sei-Dank-harmlos lobt. Darum geht es aber nicht. Ehe sich Einstellungen, Weltbilder politisch strukturieren, beginnt ja schon sehr weit vorher eine gefährliche Spaltung der Gesellschaft mit ihren Rassismen. Wir sollten uns alle mal unter Schülern aus den verschiedenen Schultypen umhören, welches Ausmaß an Neid, Belächeln, Minderwertigkeitsgefühlen, Arroganz aufgrund der Selektierung anzutreffen ist.

Ob Haupt-/Mittelschüler die aufgestiegenen Freunde in RS und Gym als "was Besseres" oder als "Besserwisser" beneiden und oft abschreiben, die Schüler am Gymnasium Haupt/-Mittelschüler als die armen Zurückgebliebenen belächeln oder nur bemitleiden oder Realschüler sich als Gott-sei-Dank-von-der-Hauptschule-Davongekommene sehen, hier beginnen Weltbilder sich zu formen, in denen Achtung, Wertschätzung und Solidarität verloren gehen. Eltern mit all ihren Ängsten, ihrem Statusdenken und Versagensängsten verstärken diese von den Strukturen des Systems produzierte Entfremdung der Menschen voneinander.

Diese Erfahrung der Kinder und Jugendlichen, dass sie sich fremd werden, schafft genau das Klima, vor dem du warnst. Wenn sich dann Einstellungen politisch strukturieren entweder als Rechtsradikalismus oder als sogenannter Liberalismus ("Eure Armut kotzt uns an"), ist vorher schon so viel Mitmenschlichkeit verhärtet und erstickt. Ich fürchte, diesen schleichenden Spaltungsprozess der Gesellschaft können Spaenle u.a. nicht wahrnehmen. Sie haben sich in ihrer Wagenburg mit politischen Ideologien ebenso eingebunkert wie diejenigen, die offen ihre Gewaltphantasien zur Schau tragen.

Ich wünsche dir viel Gelassenheit und Herzenskraft im Umgang mit all den Menschen, die von den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen entkoppelt sind.

Schöne Feiertage

Hans Grillenberger
Stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes Ansbach der GEW
Redakteur beim Online-Magazin "AUSWEGE – Perspektiven für den Erziehungsalltag"

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Auch Heinz Kreiselmeyer schickte uns seine Stellungnahme zu …

 

Warum diese Aufregung? Da geht endlich einmal der BLLV-Präsident mutig voran, um den Dingen auf den Grund zu gehen und schon sieht er sich von Seiten des Kultusministeriums und anderer Lehrerverbände massiven Attacken ausgesetzt. Wie erbärmlich!

… und folgenden Leserbrief schrieb er an die Süddeutsche Zeitung:

Es könnte bald zu spät sein
Das Kultusministerium spricht von einer „einzigartigen politischen Entgleisung“. Worin aber liegt diese „einzigartige Entgleisung“? Ist diese nicht dem Kultusministerium und den Lehrerorganisationen zuzuordnen, die sich außerstande sehen, sich auf diesen notwendigen Diskurs endlich einzulassen? Es wird höchste Zeit, dass wir angesichts der zunehmenden Radikalisierung in unserer Gesellschaft diese Diskussion ernsthaft führen. Es könnte sonst bald zu spät sein.

03. August 2012 · Kommentare deaktiviert für Cyberbullying: Jedes zweite Opfer leidet unter der Verbreitung peinlicher Fotos und Videos · Kategorien: Daten und Fakten · Tags: , , ,

Forscher der Universität Bielefeld haben Schülerinnen und Schüler zu Übergriffen via Internet und Handy befragt

Mitteilung: Universität Bielefeld

Peinliche Privatfotos und Videos, die im Internet kursieren: Forscherinnen und Forscher der Universität Bielefeld haben herausgefunden, dass jugendliche Opfer von Cyberbullying oder Cybermobbing besonders darunter leiden, wenn Mitschülerinnen und Mitschüler solches Bildmaterial verbreiten, um sie lächerlich zu machen.

Laut einer am 19. Juli veröffentlichten Online-Studie wird dieses Verhalten von etwa der Hälfte der Opfer als stark oder sehr stark belastend empfunden. … weiter

Quelle: PM v. 19.7.2012 – Uni Bielefeld/idw

Direktdownload der Studie

10. März 2012 · Kommentare deaktiviert für No Blame Approach – Mobbing-Intervention in der Schule · Kategorien: Lesezeichen · Tags: , , , , , , ,

Eine Rezension zum gleichnamigen Praxishandbuch

von Joscha Falck

Es gibt kaum einen Schüler, der nicht darüber berichten kann. Eben mal die Büchertasche versteckt, einen Mitschüler ausgelacht oder im Sportunterricht nicht in die Mannschaft gewählt. Es wird gelästert, getuschelt, gekichert, manchmal getreten, geschlagen oder bedroht. Normalität? Ja, aber in verschiedenen Ausprägungen.

Zeigen sich derartige Verhaltensweisen in regelmäßiger Wiederkehr gegenüber einem Schüler oder einer Schülerin, die kräftemäßig unterlegen ist, spricht man von Mobbing. … weiter

 

14. Oktober 2011 · Kommentare deaktiviert für Gewaltspiele stumpfen die Emotionen ab · Kategorien: Daten und Fakten · Tags: , , ,

Mitteilung: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Nach Gewaltexzessen stehen Ballerspiele regelmäßig in der Kritik. In Norwegen verschwanden nach den Attentaten einige der „Ego-Shooter-Video-Spiele“ sogar vorübergehend aus dem Handel. Führt ausgiebiger Kampf auf dem Flachbildschirm auch im realen Leben zu aggressivem Verhalten? Wissenschaftler der Universität Bonn haben bei intensiven Nutzern im Unterschied zu Nichtspielern abweichende Gehirnaktivitätsmuster festgestellt. … weiter

24. September 2011 · Kommentare deaktiviert für Jugendproteste: “Es ist blinde Wut” · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , ,

Prof. Michael Krätke über die Ausschreitungen in Großbritannien

Michael Reschke, Chefredakteur der spw – Zeitschrift für sozialistische Politik und Wirtschaft, interviewte im Heft 4/2011 Prof. Krätke (Uni Lancaster) zu den Ausschreitungen in Großbritannien. Michael Krätke beschreibt in erster Linie die politischen Hintergründe der Jugendproteste sowie deren Protestpotential und die Gesellschaftsstruktur in Großbritannien. Lesenswert!

►Download des Interviews

 

Auswahl weiterer Aufsätze zum Thema Jugendproteste und -gewalt im Magazin AUSWEGE:

Wut und Hass. Anmerkungen zu den „Konsumkrawallen“ in England von Götz Eisenberg

Der Glanz im Kameraauge. U-Bahn-Attacke als neues „Modell des Fehlverhaltens“ von Götz Eisenberg

Vom Juckreiz unterdrückter Gefühle. Anmerkungen zur Tat des Anders Behring Breivik von Götz Eisenberg

Aphorismen zu den Ausschreitungen nach dem 4. August 2011 in England von Detlef Träbert

Anpassung, Gewalt, Ohnmacht – Toleranz als Weg? Teil 1 und Teil 2 von Brigitte Pick

Macht – Machtlosigkeit – Hilflosigkeit – Gewalt von Rolf Staudt

Mit Gewalt zur Anerkennung des Ich. Anmerkungen zu „Jugendgewalt“ und „School Shooting“ von Uwe Findeisen

29. August 2011 · Kommentare deaktiviert für Gegen Mobbing und Gewalt an Schulen · Kategorien: Lesezeichen · Tags: , , ,

Mitteilung: Aktion Humane Schule

Erpressung auf dem Schulweg, Mobbing unter Schülern, Amokläufe – um diese Stichwörter geht es in der neu aufgelegten Broschüre „Packen wir’s an! – Gegen Mobbing und Gewalt in der Schule“.

Sechs Artikel des Schulberaters und Autors Detlef Träbert befassen sich mit unterschiedlichen Aspekten der Gewaltthematik. „Was tun gegen Schülermobbing?“ z.B. führt in die Mobbingproblematik ein und bietet Hilfestellungen für Eltern und Lehrer an. Besonders der Ansatz des „No Blame Approach“ zur Anwendung in Schulen wird vorgestellt. Neben den drei Ebenen der Gewaltprävention stellt ein anderer Text beispielhaft die konkrete Durchführung eines Interventionsprogramms „gegen Gewalt an unserer Schule“ dar. Auch das heutige „Schulleben angesichts der Amoklauf-Gefahr“ wird thematisiert.

Zahlreiche aktuelle Literatur- und Internetverweise helfen Lesern, sich bei Interesse tiefer mit der Thematik zu befassen, als die Broschüre mit ihren 32 Seiten im DIN-A-4-Format es erlaubt.

Das Heft kostet € 5,- (zzgl. Versand) und kann bestellt werden per E-Mail: info@traebert-materialien.de oder telefonisch unter 0 22 08 / 90 19 89.

Quelle: PM v. 26.8.2011 – AHS

17. August 2011 · Kommentare deaktiviert für Aphorismen zu den Ausschreitungen nach dem 4. August 2011 in England · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: , , , , ,

Detlev Träbert hat seine Gedanken und Gefühle zu den Ereignissen nach dem 4. August 2011 in England in Aphorismenform aufgeschrieben. … weiter

 

Auswahl weiterer Aufsätze zum Thema Jugendproteste und -gewalt:

Acht aphoristische Assoziationen zu den Ereignissen vom 22. Juli 2011 in Norwegen von Detlef Träbert

Der Glanz im Kameraauge. U-Bahn-Attacke als neues „Modell des Fehlverhaltens“ von Götz Eisenberg

Vom Juckreiz unterdrückter Gefühle. Anmerkungen zur Tat des Anders Behring Breivik von Götz Eisenberg

Anpassung, Gewalt, Ohnmacht – Toleranz als Weg? Teil 1 und Teil 2 von Brigitte Pick

Macht – Machtlosigkeit – Hilflosigkeit – Gewalt von Rolf Staudt

Mit Gewalt zur Anerkennung des Ich. Anmerkungen zu „Jugendgewalt“ und „School Shooting“ von Uwe Findeisen

Alle Berichte und Artikel zum Thema "Gewalt"

©Foto: Paul-Georg Meister / www.pixelio.de

 

 

17. August 2011 · Kommentare deaktiviert für Wut und Hass · Kategorien: Essenzen aus Pädagogik & Psychologie · Tags: , , , , ,

Anmerkungen zu den „Konsumkrawallen“ in England

von Götz Eisenberg

In London und anderen englischen Großstädten wie Birmingham, Liverpool und Manchester explodiert der aus sozialer Verelendung und Verzweiflung erbrütete Zündstoff. Nachdem die Polizei einen farbigen Mann und Vater dreier Kinder erschossen hat, brennen seit Tagen die Innenstädte. Geschäfte werden geplündert, die Polizei ist pausenlos im Einsatz und scheint der Lage nicht mehr Herr zu werden. Man hat alle Polizisten aus dem Urlaub zurückbeordert. Circa 1500 sogenannte Randalierer wurden festgenommen, fünf Menschen sind zu Tode gekommen.

Eine lang gestaute Wut entlädt sich ungerichtet, blindwütig schlagen die jungen Leute auf die Fassade ein. Ganze Stadtteile versinken in Schutt und Asche, es sieht aus wie im Krieg. … weiter Weiterlesen »