Eine Satire von Gabriele Frydrych

Nikolaustag: Unser dicker Pensionär hat einen roten Bademantel übergeworfen und verteilt aus einem Jutebeutel Schokolade an die Schülerschaft. Dabei stößt er heisere „Ho-ho-ho-Rufe“ aus. Den obligatorischen Rauschebart hat er seit seiner Referendarzeit. Wie eine Furie stürzt sich unsere politisch korrekte Kollegin auf ihn: „Wie kannst du nur! Es ist Fastenzeit für die muslimischen Kinder. Und du verschenkst Schokolade! Das ist unglaublich!“ Nicht mal der Hinweis, dass der historische Nikolaus Wurzeln in der Türkei hat, besänftigt sie. Sie hat auch was dagegen, dass in der Eingangshalle ein Weihnachtsbaum aufgestellt wird. „Religiöse Diktatur! Viele Kinder feiern gar kein Weihnachten!“

So beginnt Gaby Frydrychs liebenswerte und heimelige Satire über die Weihnachtszeit. … weiterlesen

Grafik: frankes, openclipart.org, Lizenz: CC0


“Gabriele Frydrych hat wieder zugeschlagen. Die Autorin führt uns mit Geist, Witz und Sarkasmus ein reizendes Panoptikum penetranter Pauker, garstiger Gören und enervierender Eltern vor. Fern der üblichen Schulklischees und sprachlich brillant.”

Mit dieser satirischen Eigenwerbung präsentiert Gaby Frydrych ihr neues Buch mit dem Titel: „Man soll den Tag nicht vor dem Elternabend loben“. Für 10 Euros kriegt man vom Piper-Verlag satte Satiren aus der pädagogischen Welt.

Normalerweise, und jetzt mal ernsthaft, kaufen sich LehrerInnen das Buch selber, um zu lesen, was Gaby Frdrych über sie denkt und von ihnen hält. Man kann es aber auch KollegInnen schenken oder der Schulleitung oder auch den eigenen Kindern, damit die eine Vorstellung kriegen, was eine Lehrerin über KollegInnen und die MitschülerInnen schreibt.

Und jetzt wird’s total ernst, versprochen: Das Buch  erscheint dummerweise am 11.1.2019. Deswegen empfiehlt die Auswege-Redaktion einen Gutschein zu verschenken. Na, wie isses, klasse Tipp, oder?

 

Eine Satire von Gabriele Frydrych

Türenschlagen, Hupen, lautes Geschrei, stampfende Musik direkt unterm Fenster. Ich falle erschrocken aus dem Bett. Dabei hat nur die Schule wieder angefangen. Gegenüber befinden sich eine Grundschule, ein Kindergarten und ein Hort. So gut wie keins der armen Kinder kann laufen. Sie werden deshalb im „Elterntaxi“ transportiert. Mittlerweile ein fester Begriff bei Wikipedia. Genauso wie der Begriff „Generation Rücksitz“. Die Elterntaxis verstopfen morgens und nachmittags unsere kleine Straße. Sie versperren ungeniert die Ausfahrten und pflügen die Gehwege auf. Keiner kann vor oder zurück. Statt den Verstand oder den Rückwärtsgang zu benutzen, wird gehupt, bis auch der letzte Anwohner wach ist. Und bis endlich jemand nachgibt und aus dem Weg fährt. „Total loser“… 

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 Weitere Satiren von Gaby Frydrych lesen


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(eine zugegeben – „ziemlich verrückte“ Kurzgeschichte)

Eine Satire von Imago

Vor kurzem habe ich ein phantastisches Stichwort von dem ich – wenn ich mich recht entsinne schon einige Jahre zuvor bei einem Kabarettauftritt von Hagen Rether das erste Mal gehört habe – „noch etwas weiter gesponnen“ und dies geschah folgendermaßen:

Auf meinem Weg durch die Stadt ging ich („mein kleines Teufelchen“ hatte sich wieder einmal „hinter meinem Ohr festgesetzt“) zum „Optiker meines Vertrauens“, den ich auch ansonsten immer wieder einmal besuche, um mit ihm und seiner Verkäuferin ein wenig gute Laune und wie schon oft zuvor – auch ein wenig „Schabernack“ auszutauschen. … weiter


©Grafik: GDJ, openclipart.org, CC0

Für alle diejenigen, die schon wieder in die Schule müssen, aber auch für diejenigen, die dieses großartige Ereignis in den nächsten Wochen noch vor sich haben. Viel Vergnügen, die Redaktion!


Eine Satire von Gabriele Frydrych

Der Schulparkplatz ist endlich neu asphaltiert, Büsche blühen ringsum. Über dem Eingang zu unseren Bildungsleuchtturm hängt ein Spruchband: „Guten Start!“ Frau Walke, meine Elternvertreterin, drückt mir die Hand: „Schön, dass Sie wieder da sind! Mein Gustav hat Sie richtig vermisst.“

Der Schulleiter strahlt: „110 Prozent Lehrerausstattung! Und darunter nur zwei Quereinsteiger, ganz erfahrene und souveräne Leute. Wir sind gut aufgestellt!“ … weiter


 

 Noch mehr lesen von Gaby Frydrych? Unbedingt!! Hier geht es zu allen ihren Satiren im Magazin Auswege


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Eine Satire von Gabriele Frydrych

Vorbei. Gespenstische Stille im Haus. Auf der Suche nach einer sinnvollen Beschäftigung schleppt sich mein Mann durch die Räume. Meist sitzt er allerdings im Fernsehsessel und starrt auf den leeren Bildschirm. Seine Augen haben jeden Glanz verloren. Seine Schultern hängen, seine Körpersprache ist traurig, müde und schlaff. Auf Fragen antwortet er mechanisch bis gequält. Wenn er überhaupt antwortet. Unter „tiefer Depression“ fasst das Internet diese Symptome zusammen. Die Psychologen im Bezirk sind allerdings ausgebucht. „Damit kommen jetzt nach der WM viele Patienten“, sagt die Arzthelferin. „Rufen Sie in drei Monaten wieder an, wenn die Symptome weiter anhalten. Meist geht diese Art von Depression aber von selber wieder weg. Spätestens dann, wenn die Bundesliga-Saison beginnt.“ … weiter


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08. Mai 2018 · Kommentare deaktiviert für Aus den Niederungen einer „Kulturnation“ · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , , , , , , , ,

von Gabriele Frydrych

Foto: I.Friedrich / pixelio.de

Heute oute ich mich. Meine Leser haben Ehrlichkeit verdient! Ich sehe Privatfernsehen. Und zwar nicht nur Spielfilme mit 30 Werbeblöcken, sondern richtig geistig-seelischen Müll.

Natürlich tue ich das aus rein wissenschaftlichem Interesse. Schließlich bin ich als Lehrerin für die Medienkompetenz und die ethische Haltung meiner Schüler verantwortlich. Und wenn man den Teufel austreiben will, muss man genau studieren, in welcher Gestalt er sein Unwesen treibt. … weiter

 

29. März 2018 · Kommentare deaktiviert für Erwecke das Kind in dir! · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , , , , , , ,

von Gabriele Frydrych                       

Jede dritte Ehe wird geschieden, aber Verlobungen, Junggesellenabschiede und Hochzeiten auf Schlössern sind beliebt wie nie zuvor. Auch meine Nichte Lena will sich verloben. Aber nicht einfach nur so. Sie lädt zu einer Motto-Party „Wilder Westen“. Die Nichte schickt mir netterweise einen Link mit, wo ich die nötigen Utensilien erwerben kann: Henrystutzen und Silberbüchse, Lasso und Stiefel, Bohnenkessel und Lederweste, Tomahawk, Marterpfahl zum Umschnallen, Pferdekostüm für zwei Personen und tief dekolletierte Saloon-Kleider aus atmungsfreundlichem Polyester.

Ich habe mich noch nie gern verkleidet. Das letzte Mal (als Schülerin!) auf einer Faschingsparty in der 7. Klasse, wo alle als Winnetou kamen. Die Adlerfeder habe ich vor Jahren entsorgt, sonst könnte ich die noch mal zum Einsatz bringen. Irgendwie ist ein Trend an mir vorbeigegangen. Man verkleidet sich jetzt das ganze Jahr über, nicht nur im Kölner Karneval. … weiter

13. Februar 2018 · Kommentare deaktiviert für Tiefenentspannt – Wellness für Lehrer · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , , , , ,

Eine Satire von Gabriele Frydrych

Wahre Begeisterungsstürme hat mein Text „Tolle Tipps – Wellness in der Schule“ ausgelöst. Ich empfahl darin zum Beispiel heimliche Fußbäder hinterm Lehrerpult, barfuß durchgeführte Aufsichten und Finger-Yoga. Nein, die Kanzlerinnen-Raute ist kein Finger-Yoga!

Zwischendurch im Unterricht ein Blatt Koriander oder Minze kauen, öffnet neue Horizonte. Schöne Plakate und vierlagiges Toilettenpapier machen das Lehrerklo zu einem wahren Refugium. Meine vielen Tipps haben einigen gequälten Kollegen öde Konferenzen und anstrengenden Unterricht unendlich erleichtert. … weiter


 

 → weitere Texte von Gaby Frydrych

21. Januar 2018 · Kommentare deaktiviert für Über Schule schreiben? Nichts leichter als das! · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , , , , , , ,

Tipps für Quereinsteiger im Bildungsjournalismus

Eine Satire von Gabriele Frydrych

Du wolltest eigentlich zum Feuilleton. Oder wenigstens ins Sportressort. Aber auf keinen Fall in die Bildungsredaktion. Die zuständige Kollegin ist jedoch schwanger und hat schon im zweiten Monat das derzeit beliebte Beschäftigungsverbot ausgesprochen bekommen. Zwei Jahre wirst du sie vertreten. Das kann deine große Chance sein. Das Einfallstor in die Politredaktion. Näher ran an den Textchef. Vielleicht wird sogar das Fernsehen auf dich aufmerksam! Dort verdient man wesentlich mehr als beim Zeilenschinden. … weiter


Hier geht es zu allen bisherigen Texten, die Gaby Frydrych im Magazin Auswege veröffentlicht hat.

 


Foto/©: Rainer Sturm / pixelio.de

13. Januar 2018 · Kommentare deaktiviert für Alles wird gut! · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , , , ,

von Gabriele Frydrych

“Berliner Kinder können nicht lesen. Sie stehen in Sachen Lesefertigkeit mit Kasachstan auf einer Stufe, was anscheinend kein Grund zum Jubeln ist. Berliner Kinder können auch nicht rechnen. .. Wenn Sie mehr schockierende Details aus dem Bildungsleben erfahren wollen, schlagen Sie einfach den Lokalteil Ihrer Zeitung auf. Ein Gruselbericht folgt dem nächsten. Doch halt! Heute nicht. Leute, hört auf zu jammern. Alles wird gut! In Berlin gibt es jetzt an einigen Pilot-Anstalten das Schulfach „Glück“, wie ein Journalist in höchster Verzückung berichtet.” … weiter


Wer mehr von Gaby Frydrych lesen möchte, und das ist dringend anzuraten, für den bzw. die haben wir hier eine kleine Auswahl zusammengestellt:


Grafik/©: luck by Ahanssen, pixabay.com, Lizenz: CC0