Zur Debatte um Ausländerfeindlichkeit

von Frank Bernhardt und Rudolf Gospodarek

„15 Prozent der Sachsen sind überzeugt, dass Deutsche anderen Völkern von Natur aus überlegen sind”. Dieses Ergebnis der Dimap-Studie „Sachsen-Monitor“ hatte das Auswege-Magazin Ende 2017 (29.11.) zitiert – als Beleg für einen erschreckenden, letztlich auf rassischen Vorstellungen („von Natur aus“) basierenden Nationalismus. Dem treten natürlich hierzulande (noch) viele Menschen entgegen, empört über den rechten Aufschwung, im Namen einer „bunten Republik“ und oft auch mit dem zweifelhaften Argument: „Wir sind mehr“. Dazu ein Kommentar anlässlich der jüngsten Entwicklungen in Sachsen mit einem Rückblick auf den Beginn der PEGIDA-Bewegung. … weiter


©Foto: PeterDargatz, pixabay.com, Lizenz: CC0

30. September 2018 · Kommentare deaktiviert für Sportbegeisterung und Nationalstolz · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , , , , , , , , ,

von Frank Bernhardt und Rudolf Gospodarek

Lehrer und Lehrerinnen kennen das Problem: Ob Fußballweltmeisterschaft, Olympiade oder irgendein anderes Wettkampfereignis – Jugendliche nehmen das in immer stärkerem Maße zu Anlass, national Partei zu ergreifen und das mit ihrer Kleidung oder sonstigen Accessoires für alle Welt deutlich zu machen. Speziell seit der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland ist es wieder normal, mit Deutschlandfahne herumzulaufen oder lautstark Nationalstolz zu bekunden.

Aber ist das überhaupt ein Problem? … weiter


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22. August 2018 · Kommentare deaktiviert für 1 Zuhause, 2 Zuhause, 3 Zuhause… – Das Heft über Identitäten, Sprachen und Grenzen · Kategorien: Flucht und Migration, Lesezeichen, Unterricht und Erziehung · Tags: , , , , , , , , ,

So heißt das aktuelle “Was geht?”-Heft aus der gleichnamigen Reihe – herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung

Eine Rezension von Günther Schmidt-Falck

“Die Was geht?- Reihe möchte junge Menschen mit einem altersgerechten Format, einer ansprechenden grafischen Gestaltung und einer persönlichen, emotionalen und lebensweltlichen Ansprache für Themen der politischen Bildung sensibilisieren.” So wird die Reihe auf der Seite des Heftes 1/2018 beschrieben. (http://www.bpb.de/shop/lernen/was-geht/262858/1-zuhause-2-zuhause-3-zuhause-das-heft-ueber-identitaeten-sprachen-und-grenzen)

Im Heft mit dem Titel “1 Zuhause 2 Zuhause 3 Zuhause” geht es um Identitäten und um Zuhause-Sein, um Heimat, Nationalgefühl, Ausländer, Migration, Grenzen, Staatsbürgerschaft und auch um die Frage “Wer ist eigentlich Deutsch?”. Weiterlesen »

01. Juni 2018 · Kommentare deaktiviert für Alternative Parlamentsarbeit für Deutschland · Kategorien: Peripherie · Tags: , , , , , , ,

Die AfD schreitet zur Tat

von Johannes Schillo

Die AfD – die „Alternative für Deutschland“ – hat sich als Teil des deutschen Parteien- und Parlamentssystems etabliert. Dieser „rechtspopulistische“ Aufschwung war im Auswege-Magazin schon mehrfach Thema (vgl. z.B. Schillo 2017), speziell im Blick auf bildungspolitische Programmatik und Aktivitäten der neuen Oppositionsbewegung.

Volksbildung im streng nationalen Sinne ist der Partei ein besonderes Anliegen und sie räumt der Bewusstseinsbildung durch Medien, Pädagogik und politische Kultur hohe Priorität ein. Dadurch, dass sie mittlerweile im Bundestag und in 14 Landesparlamenten vertreten ist, hat sich ihr Wirkungsbereich vergrößert. Wie nutzt sie ihn? … weiter

22. September 2017 · Kommentare deaktiviert für Selbst-Identifikation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund beeinflusst ihre Freundschaften · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , ,

Studie: Universität Leipzig

Jugendliche mit Migrationshintergrund unterscheiden sich darin, welche ethnische oder nationale Identität für sie besonders wichtig ist.

Psychologen der Universität Leipzig und Soziologen der Universität Mannheim haben in einer gemeinsamen Studie herausgefunden, dass diese ethnische Selbst-Identifikation einen wichtigen Einfluss auf die Art von Freundschaften hat, die diese Jugendlichen in der Schule knüpfen. … weiter

Quelle: www.uni-leipzig.de

 

Wozu nationale Identität?

von Götz Eisenberg

Zeiten der Krise lassen den privaten Wahn und die Idiosynkrasien üppig ins Kraut schießen. Der forcierte gesellschaftliche Wandel lockert traditionelle Anpassungsgefüge und lässt lebensgeschichtlich erworbene Orientierungsmuster und Modi der Selbstwertregulation hinfällig werden.

Das wachsende Auseinanderklaffen der lebensgeschichtlichen Prägungen und aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen macht krank und verrückt: Menschen, die an tradierten Denk- und Verhaltensmustern festhalten, die von außen nicht mehr gestützt und bestätigt werden, geraten schnell in eine Position abseitiger Starrheit, die wahnhafte Züge annehmen kann. Der Wahnsinnspegel innerhalb der Bevölkerung steigt, bis eines Tages einer kommt und den Privatwahn zum Prinzip erhebt und politisch in Gang setzt.

Der Privatwahn verschwindet in der Verrücktheit des Ganzen. Dem einzelnen Halbirren wird, nach den Worten von Ernst Simmel, auf diese Weise erspart, ein ganzer zu werden. Die Menschen, jene kleinen überspannten Säugetiere, über die die Katastrophe des Denkens hereingebrochen ist, haben das unabweisbare Bedürfnis, sich in Raum und Zeit, Geschichte und Gesellschaft zu lokalisieren, eine Ortsbestimmung ihres Lebenszusammenhangs vorzunehmen. … weiter


 

Alle Texte von Götz Eisenberg im Magazin Auswege


 

Leseempfehlung:
Götz Eisenberg hat im Juli 2017 in der Tageszeitung “Junge Welt” einen zweiteiligen Artikel über Ängste und Neurosen geschrieben.

 Teil 1: Dunkelkammern des Ich

 Teil 2: Im Abseits

11. Juli 2010 · Kommentare deaktiviert für WM 2010: Auf die Fans war Verlass! · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , , , , , ,

ball_2.gifEine Art Glosse über die schwarz-rot-goldenen Fähnchen der Beherrschten

von Günther Schmidt-Falck

Randnotizen.gifEs ist vorbei. Deutschland hat gegen Uruquay die vierte Bronzemedaille geholt. Nach 1934, 1970 und 2006 erreichte die deutsche Nationalmannschaft auch bei dieser WM mit 3:2 den dritten Platz. Es kehrt wieder Ruhe ein in good old Germany. Das Schwarz-Rot-Gold-Geflattere an bundesdeutschen Blechkisten hat ein Ende. Flaggen aus Vorgärten, Zimmern und Dächern werden eingeholt. … weiter

28. Juni 2008 · Kommentare deaktiviert für Fußballhelden · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , , ,

Nachdem es in der Geschichte mit einem Platz Deutschlands an der Sonne nicht so recht hat klappen wollen, wenigstens einige “aufbauende” Worte für die unzähligen deutschen Fußballfans anlässlich der “deutschen” Teilnahme am Endspiel der Fußball-EM 2008:

“Das Nationale soll helfen, sich in einer Gesellschaft zuhause fühlen zu können, in der die soziale Verwurzelung immer schwieriger wird und sich Menschen von der anonymen Kälte ökonomischer Prozesse und fehlender sozialer Solidarität bedroht fühlen. … Die Identifikation von Vielen mit denselben Führerfiguren in Gestalt von Sportstars stiftet zugleich deren Identifikation untereinander. Verbunden mit ihren Fußballhelden können sich die Fans untereinander als emotional eng verbunden erleben, auch wenn sie sich sonst im Alltag fremd, gleichgültig oder gar feindlich gegenüberstehen.”

Gerhard Vinnai,
Dr., war bis 2005 Professor für Sozialpsychologie an der Uni Bremen. Das Zitat stammt aus seinem ganz ausgezeichneten Aufsatz “Eigentore – Zur ideologischen Funktion des Fußballsports” (psychosozial 110 – IV/2007).