Mitteilung: Universität Leipzig

Zwei Monate vor der Europawahl und gut ein halbes Jahr vor der Landtagswahl in Sachsen wird mit einem Erstarken rechtspopulistischer Parteien gerechnet. Gerade im Wahlkampf nehmen Rechtspopulisten die christliche Religion für ihre Zwecke in Anspruch und schaffen so eine religiös-nationalistische Identität. Das hat Dr. Alexander Yendell von der Universität Leipzig zusammen mit Dr. Oliver Hidalgo und Dr. Philipp Hildmann beobachtet.

Für die Hanns-Seidel-Stiftung haben sie sechs Thesen zu „Religion und Rechtpopulismus“ formuliert. Sie basieren auf einer Fachveröffentlichung in der „Zeitschrift für Religion, Gesellschaft und Politik“. Warum die Diskussion, ob der „Islam zu Deutschland gehört“ den Rechtspopulisten in die Hände spielt und wo sich Konservative und Rechtspopulisten in der Religionsfrage unterscheiden, erzählt der Leipziger Soziologe im Interview. … weiter


Quelle: www.uni-leipzig.de

 

Zur Debatte um Ausländerfeindlichkeit

von Frank Bernhardt und Rudolf Gospodarek

„15 Prozent der Sachsen sind überzeugt, dass Deutsche anderen Völkern von Natur aus überlegen sind”. Dieses Ergebnis der Dimap-Studie „Sachsen-Monitor“ hatte das Auswege-Magazin Ende 2017 (29.11.) zitiert – als Beleg für einen erschreckenden, letztlich auf rassischen Vorstellungen („von Natur aus“) basierenden Nationalismus. Dem treten natürlich hierzulande (noch) viele Menschen entgegen, empört über den rechten Aufschwung, im Namen einer „bunten Republik“ und oft auch mit dem zweifelhaften Argument: „Wir sind mehr“. Dazu ein Kommentar anlässlich der jüngsten Entwicklungen in Sachsen mit einem Rückblick auf den Beginn der PEGIDA-Bewegung. … weiter


©Foto: PeterDargatz, pixabay.com, Lizenz: CC0

16. Februar 2018 · Kommentare deaktiviert für Staatsanwaltschaft prüft Hetz-Rede von AfD-Politiker Poggenburg · Kategorien: Peripherie · Tags: , ,

Johannes Kahrs, MdB und Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD forderte die Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz. Er sagte in der Online-Ausgabe der „FAZ“ am 15.2.2018: 

„Viele Funktionäre und Amtsträger in der AfD sind Rechtsradikale oder stehen rechtsradikalem Gedankengut nahe, das ist ganz eindeutig. Das reicht nach meinem Verständnis eindeutig, um eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz zu überprüfen“. 

Gefunden in “MiGAZIN” in dem Artikel “Staatsanwaltschaft prüft Hetz-Rede von AfD-Politiker Poggenburg – http://www.migazin.de/2018/02/16/afd-hetze-staatsanwaltschaft-rede-poggenburg/ – letzter Zugriff: 16.2.2018

23. November 2017 · Kommentare deaktiviert für Von Biedermännern und Brandstiftern · Kategorien: Lesezeichen · Tags: , ,

Die Aktion “Mach meinen Kumpel nicht an” hat einen Sammelband mit herausgegeben: “Von Biedermännern und Brandstiftern. Rechtspopulismus in Betrieb und Gesellschaft.” Verlegt wird das Buch vom VSA Verlag.

Auf der Seite der Gelben Hand heißt es zum Inhalt:

Warum wirkt der Rechtspopulismus bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern? Viele Menschen fühlen sich von der herrschenden politischen Klasse nicht mehr vertreten. Durch die fortschreitende Prekarisierung werden immer mehr Kolleginnen und Kollegen vom regulären Arbeitsmarkt ausgegrenzt. Auch die Entwicklung in Richtung einer digitalen Gesellschaft (Industrie 4.0) schürt Abstiegsängste. Gewerkschaften müssen diese Sorgen aufgreifen und zugleich ihre Kernthemen vorantreiben: betriebliche Mitbestimmung, Teilhabe und Anerkennung, gute Arbeit mit gerechten Löhnen und eine Rente, die zum Leben reicht. Es geht aber auch um die Verteidigung gewerkschaftlicher Grundwerte wie Solidarität, kulturelle Vielfalt und Chancengleichheit.
Quelle: https://www.gelbehand.de/meldung/artikel/von-biedermaennern-und-brandstiftern/

Buchdaten:
Von Biedermännern und Brandstiftern
Rechtspopulismus in Betrieb und Gesellschaft
Hustedter Beiträge zur politischen Bildung, Bd. 6

Hrsg.: Björn Allmendinger/Joachim Fährmann/Klaudia Tietze

Verlag: VSA
232 Seiten, 14.80 €
ISBN 978-3-89965-772-2

Weitere Informationen und eine Bestellmöglichkeit per Internet gibt es auf der Seite des VSA Verlags:
http://www.vsa-verlag.de/nc/detail/artikel/von-biedermaennern-und-brandstiftern/

Andernfalls kann das Buch im Buchhandel bestellt werden.

14. November 2017 · Kommentare deaktiviert für “Faschismus und Technologie: Was uns “Wolfenstein 2″ über Silicon Valley sagen kann” · Kategorien: Standpunkte und Kommentare · Tags: ,

Auswege-Autor Stefan Oehm hat uns einen Link aus dem Magazin “piqd” vermittelt, den wir den LeserInnen nicht vorenthalten wollen. Stefan Oehm hat dieses Thema ebenfalls im Mai 2017 in seinem Aufsatz “Algorithmus und Spiritualität” angesprochen. Lesen ist angesagt!

 Faschismus und Technologie: Was uns “Wolfenstein 2” über Silicon Valley sagen kann


Anm. d. Red.: “Wolfenstein” ist ein  Computerspiel (Shooter). Es gab diverse Vorläufer, 2014 erschien dann “Wolfenstein: The New Order” und im Oktober 2017 “Wolfenstein II: The New Colossus”.
In der deutschen Version fehlen Nazisymbole wie das Hakenkreuz, alle SS-Zeichen u.a., und die Gewaltdarstellungen wurden deutlich reduziert. Alle Bezüge zu Nazideutschland wurden entfernt. “Hauptkämpfer” B.J. Blazkowicz kämpft z.B. gegen eine Sekte namens Wölfe. Der Grund liegt im Paragraph 86 StGB, Absatz 1. (Verbreitung von Nazisymbolen)

Wer mehr wissen will: Die taz hat der deutschen Ausgabe von “Wolfenstein II: The New Colossus” am 14.11.2017 einen Artikel gewidmet, Autor: Matthias Kreienbrink:

Heil Heiler! 
Aus dem Videospiel „Wolfenstein 2: The New Colossus“ wurden in Deutschland sämtliche Bezüge zum Nationalsozialismus und zur Schoah entfernt. Dass damit dem Spiel sein antifaschistischer Charakter genommen wird, scheint die Öffentlichkeit wenig zu stören. Den ganzen Artikel lesen

 

 

Wozu nationale Identität?

von Götz Eisenberg

Zeiten der Krise lassen den privaten Wahn und die Idiosynkrasien üppig ins Kraut schießen. Der forcierte gesellschaftliche Wandel lockert traditionelle Anpassungsgefüge und lässt lebensgeschichtlich erworbene Orientierungsmuster und Modi der Selbstwertregulation hinfällig werden.

Das wachsende Auseinanderklaffen der lebensgeschichtlichen Prägungen und aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen macht krank und verrückt: Menschen, die an tradierten Denk- und Verhaltensmustern festhalten, die von außen nicht mehr gestützt und bestätigt werden, geraten schnell in eine Position abseitiger Starrheit, die wahnhafte Züge annehmen kann. Der Wahnsinnspegel innerhalb der Bevölkerung steigt, bis eines Tages einer kommt und den Privatwahn zum Prinzip erhebt und politisch in Gang setzt.

Der Privatwahn verschwindet in der Verrücktheit des Ganzen. Dem einzelnen Halbirren wird, nach den Worten von Ernst Simmel, auf diese Weise erspart, ein ganzer zu werden. Die Menschen, jene kleinen überspannten Säugetiere, über die die Katastrophe des Denkens hereingebrochen ist, haben das unabweisbare Bedürfnis, sich in Raum und Zeit, Geschichte und Gesellschaft zu lokalisieren, eine Ortsbestimmung ihres Lebenszusammenhangs vorzunehmen. … weiter


 

Alle Texte von Götz Eisenberg im Magazin Auswege


 

Leseempfehlung:
Götz Eisenberg hat im Juli 2017 in der Tageszeitung “Junge Welt” einen zweiteiligen Artikel über Ängste und Neurosen geschrieben.

 Teil 1: Dunkelkammern des Ich

 Teil 2: Im Abseits

24. Februar 2017 · Kommentare deaktiviert für Zum Problem des Rechtsdralls oder wie Normalität bedrohlich wird · Kategorien: Peripherie · Tags: , , , , , , , ,

von Brigitte Pick → 

Noch im 20. Jahrhundert schienen die Sozialdemokraten, Sozialisten und Gewerkschaften die Interessen der Arbeiter zu vertreten. Die Schere zwischen arm und reich war nicht so gewaltig wie heute. Auch diese Schichten konnten sich ihr Häuschen bauen, ihre Familie versorgen, vielleicht auch in den Urlaub fahren, sich ein Auto leisten, Schule und Bildung waren kostenfrei. Mit dem Hauptschulabschluss bekam man durchaus eine Lehre. Das galt für die 1950-1970er Jahre. …

“Die politischen Ursachen des Leids der Verlierer wird seit Jahrzehnten im neoliberalen Geist als ein individuelles Problem verkauft”, schreibt Brigitte Pick, und sie beleuchtet damit eine der Ursachen des “Rechtsdralls” bei uns. Eine ernüchternde, aber auch aufklärende Bilanz. Wer die Gefahren und ihre Hintergründe nicht kennt, wird die Bedrohung der “Normalität” noch existentieller empfinden. Unbedingt lesen!

 zum Aufsatz

©Foto: PeteLinforth, pixabay, CC0


weitere Aufsätze von Brigitte Pick lesen

 

22. Dezember 2016 · Kommentare deaktiviert für Die Mühsal der Eigenverantwortung · Kategorien: Kultur- und Lebenswege, Standpunkte und Kommentare · Tags: , , , , ,

von Stefan Oehm

Im August 1975 kam es in Erfurt zu gewalttätigen Übergriffen auf algerische Vertragsarbeiter. Ein fremdenfeindlicher Vorfall, der von der Führung der DDR ebenso unter den Tisch gekehrt wurde wie der Mord an zwei Kubanern in Merseburg 1979 und all die anderen Taten, die sich dort in den 70er und 80er Jahren ereigneten. Es konnte ja nicht sein, was nicht sein durfte. Schließlich baute man in internationaler Solidarität gemeinsam am großen proletarischen Projekt „Sozialismus“. Und da hatte man längst jene völkisch-atavistischen Denk- und Verhaltensstrukturen überwunden, die dem kapitalistischen Bruder im Westen noch zu eigen waren.

Denkste. Wo keine selbstkritische Aufarbeitung stattfindet, kann auch nichts überwunden werden. Das Gegenteil war der Fall: Diese Denk- und Verhaltensstrukturen überlebten und manifestierten sich in weiten Teilen der Bevölkerung unterhalb der Wahrnehmungsgrenze. … weiter

 

Weitere Texte von Stefan Oehm im Magazin Auswege

 

22. März 2016 · Kommentare deaktiviert für Engagement der Jugend gegen Rassismus prämiert · Kategorien: Marktplatz · Tags: , , ,

Preisverleihung des Wettbewerbs „Die Gelbe Hand“

Mitteilung: Mach meinen Kumpel nicht an! – für Gleichbehandlung, gegen Fremdenfeindlichkeit und  Rassismus e.V.

Am 21. März fand in den Räumlichkeiten der brandenburgischen Staatskanzlei in Potsdam die Prämierung des Wettbewerbs „Die Gelbe Hand“ statt, den der Gewerkschaftsverein „Mach meinen Kumpel nicht an!  – Für Gleichbehandlung, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus e.V.“ nunmehr zum 10. Mal ausgeschrieben hatte. Weiterlesen »